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Audio: HiFi-Lautsprecher - Infos zu Funktionsweise und Kauf

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Breitbandlautsprecher

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Funktionsweise

Hauptthemen des neuen Artikels:    

Strom ✓ Hersteller ✓ Trennfrequenz ✓ Effekt ✓ Frequenzgang ✓ Frequenzweichen ✓ Lautsprecher ✓ Luft ✓ Frequenzen ✓ Lautsprecherchassis ✓ Rohr ✓ Dadurch ✓ Anzahl ✓ Zudem ✓ Angabe

Zusammenfassung:    

Oft sind noch weitere Bauteile (Kondensatoren, Spulen oder Widerstände) vorhanden, die mit der Frequenzweiche an sich nicht direkt etwas zu tun haben sondern den Impedanzverlauf des jeweiligen Lautsprecherchassis linearisieren sollen. Denn erstens funktioniert eine Frequenzweiche nicht in idealer Weise und zweitens gibt es noch ein anderes Problem: Weil die Lautsprecher entweder nebeneinander oder übereinander angeordnet sind, können sich abhängig von der Position des Hörers ganz massive Probleme einstellen. Haben Sie im Hörraum Ihres Händlers einen Lautsprecher gefunden, der ein für Sie akzeptables Verhältnis zwischen Klang und Preis bietet, sollten Sie ihn dennoch nicht gleich kaufen oder zumindest ein Rückgaberecht vereinbaren.

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Von HiFi kann keine Rede sein, weil ja die niedrigen Frequenzen deutlich leiser wiedergegeben werden als im Original. Hier muß man also noch nachbessern. Und dies kann man sehr einfach, wenn es gelingt, die Luft daran zu hindern, von der Vorder- auf die Hinterseite der Membran zu strömen. Nichts leichter als das: Man nehme eine unendlich große Wand und montiere darin das Lautsprecherchassis. Dadurch ist der Weg von Vorder- zu Hinterseite der Membran unendlich groß, wofür die Luft unendlich lange braucht. Daher kann man auch tiefste Töne mit vollem Schalldruck wiedergeben. Nur leider gibt es keine unendlich großen Wände. Wenn man sich auf eine große, aber nicht unendlich große Wand beschränkt, gibt es abhängig von den Ausmaßen der Wand eine bestimmte Frequenz, bei der es der Luft gelingt, wieder einen Druckausgleich zu erreichen, bevor die Membran in die andere Richtung schwingt. Die Baßwiedergabe ist also beschränkt. Bild 2: Lautsprecherchassis in Schallwand Es gibt verschiedene Lösungsansätze, diesem Dilema zu entkommen. Leider haben diese mehr oder weniger große Nachteile. Ein Ansatz, der sehr populär war und auch heute noch Verwendung findet, ist der, daß man den rückwärtigen Schall einfach in einer geschlossenen Kiste absorbiert. Daher auch der Begriff "geschlossene Box" für diese Konstruktionsweise. Leider wird hierbei nur der vordere Schall abgestrahlt, wodurch der Wirkungsgrad relativ niedrig ist. Weiterhin wirkt, insbesondere bei kleinem Volumen, die eingeschlossene Luft wie eine Feder. Wenn die Membran nach außen will, wird sie durch den gleichzeitig entstehenden Unterdruck ein wenig nach innen gezogen, und wenn sie nach innen will, durch den entstehenden Überdruck nach außen gedrückt. Dadurch wird weiter der Wirkungsgrad erniedrigt. Außerdem unterstützt die relativ starke Luftfeder die schwachen Federn (Zentrierspinne und Sicke) des Lausprecherchassis. Das Problem hierbei ist, daß die Resonanzfrequenz des Lautsprechers dadurch deutlich angehoben wird. Im oben beschriebenen Experiment können Sie dies nachvollziehen, indem Sie z.B. statt eines einzigen Gummibandes deren zwei verwenden, die parallel zueinander genutzt werden. Bild drei : Geschlossene Box Ein anderer Lösungsansatz ist, den tieffrequenten Anteil des rückwärtigen Schalls durch ein sehr langes Rohr zu leiten, bevor er ins Freie darf. Wenn man das Rohr lang genug macht, wird der rückwärtige Schall durch dessen begrenzte Ausbreitungsgeschwindigkeit von rund dreihundertdreißig m/s so lange verzögert, daß er in Phase mit dem vom Lautsprecher direkt abgestrahlten Schall ist und damit die Schallabstrahlung unterstützt. Das Rohr funktioniert dabei wie eine Orgelpfeife d.h. besitzt eine bestimmte Resonanzfrdequenz. Die Länge des Rohrs und damit die Resonanzfrequenz des Rohrs wählt man dabei so, daß die Unterstützung durch den rückwärtigen Schall dann einsetzt, wenn der Tieftöner bei tiefen Frequenten anfängt zu schwächeln, wodurch man tiefere Frequenzen wiedergeben kann als ohne diese Röhre. Das Problem dabei ist, daß diese Röhre physikalisch bedingt auch bei Vielfachen der Resonanzfrequenz in Resonanz gerät und damit auch dann Schall abstrahlt, wenn der vom Lautsprecher nach vorn abgestrahlte Schall keiner Unterstützung bedarf. Der Gesamtfrequenzgang hat bei dieser Konfiguration daher deutliche Überhöhungen bei den Vielfachen der Resonanzfrequenz, was zu Klangverfälschungen führt und natürlich absolut unerwünscht ist. Man dämpft daher hohe Frequenzen durch schallabsorbierendes Material wie z.B. Schafwolle, während tiefe Frequenzen dieses mehr oder weniger ungehindert passieren. Positiv an diesem Transmission-Line genannten Prinzip ist, daß es für das Lautsprecherchassis keinen nennenswerten Druckanstieg gibt, der die Resonanzfrequenz eklatant nach oben verschieben würde. Um das zu erreichen, muß aber der Rohrquerschnitt mindestens so groß sein wie die Membran, wobei das Rohr nicht notwendigerweise rund sein muß. In der Praxis ist es oft rechteckig oder dreieckig. Das Problem ist der immense Platzbedarf infolge des etliche Meter langen Rohrs mit großem Durchmesser (für dreißig Hz muß es mehr als fünf m lang sein), das man mehrfach gefaltet in eine große Kiste packt. Das schallabsorbierende Material im Rohr läßt aber nicht eine bestimmte Frequenz ungehindert durch und sperrt die Vielfachen komplett, sodaß die Klangverfälschungen nur minimiert aber nicht komplett vermieden werden können. Weiterhin treten an den Knickpunkten des Rohrs Reflektionen bei anderen Frequenzen auf, was ebenfalls zu Klangverfälschungen führt. Daher wird heutzutage das Transmission-Line-Prinzip kaum noch angewendet. Bild vier : Transmission Line Sehr populär ist hingegen das Baßreflexprinzip. Hierbei handelt es sich prinzipiell um eine geschlossene Box, in die man eine Resonanzöffnung sägt. Man muß dabei wissen, daß ein Hohlraum mit einer kleinen Öffnung eine bestimmte Resonanzfrequenz besitzt. Sicher kennen Sie den Effekt, daß man z.B. einer Flasche einen Ton entlocken kann, wenn man die Öffnung wie eine Querflöte anbläst. Nicht anders verhält sich ein Kasten mit einem relativ kleinen Loch darin. Wenn man die Resonanzfrequenz der Box und des Lautsprecherchassis richtig abstimmt, bekommt man in genau dem Frequenzbereich eine Unterstützung durch den rückwärtigen Schall, in dem der nach vorne abgestrahlte Schall nachläßt. Zudem sind die Federkräfte der eingeschlossenen Luft deutlich geringer als bei einer geschlossenen Box. Sie sind übrigens nicht Null, weil es sich nur um ein relativ kleines Loch im Gehäuse handelt. Dadurch erreicht man eine deutlich tiefere Resonanzfrequenz als bei einer gleichgroßen geschlossenen Box. Wie bei der Transmission-Line tritt hier das Problem auf, daß es bei Vielfachen der Resonanzfrequenz zu einer ungewollten verstärkten Schallabstrahlung kommt, die man auch hier durch Einsatz von Dämpfungsmaterial in der Box zu vermindern versucht, so gut es geht. Bild fünf : Baßreflexbox Wer Technomusik bevorzugt, kennt sicher sogenannte Bandpaßlautsprecher. Hierbei verwendet man ein Doppelgehäuse: Vor eine geschlossene Box oder auch eine Baßreflexbox setzt man ein weiteres Gehäuse mit einem Loch darin, also eine weitere Baßreflexbox. Durch geschickte Wahl der beiden Gehäusegrößen erhält man zwei verschiedene Resonanzfrequenzen, die man zur Erzeugung der berüchtigten Bum-Bum-Bässe ausnutzen kann. Man kann hierbei im Vergleich zu den oben beschriebenen Bauprizipien relativ kleine Gehäuse verwenden, wobei man in der praktischen Ausführung meistens eine deutliche Anhebung des Frequenzbereichs zwischen ungefähr einhundert und zweihundert Hz erhält. Das ungeübte Ohr empfindet solche Lautsprecher zuerst als ausgesprochen baßstark, bevor einem nach einiger Zeit das Gedröhne und das Fehlen eines echten Tiefbasses auf die Nerven geht. Mit HiFi haben Lautsprecher dieses Konstruktionsprinzips nur in absoluten Ausnahmefällen zu tun. Bild sechs : Bandpaßlautsprecher Es sind noch einige weitere Bauprinzipien bekannt, die sich als HiFi-Lausprecher jedoch nicht durchgesetzt haben wie beispielsweise der Hornlautsprecher. Diesen Typ von Lautsprecher kennen Sie sicher in seiner übelsten Form als Durchsagelautsprecher, der aussieht wie eine sogenannte Flüstertüte. Wie bei einem Blechblasinstrument wird ausgehend vom Lausprecher der Querschnitt immer größer. Von der physikalischen Seite her ist dieses Bauprinzip erstklassig und auch der Wirkungsgrad ist ausgesprochen hoch. Jedoch nimmt ein für den Baßbereich geeignetes Horn Ausmaße an, die für normalgroße Wohnräumen schlicht inakzeptabel sind. Für die Beschallung im Freien gibt es jedoch kaum etwas Besseres, weshalb solche Lautsprecher bei PA-Anlagen (PA = Public Address) neben anderen Bauprinzipien durchaus üblich sind. Bisher war nur von einem einzigen Lautsprecherchassis die Rede. Sicherlich ist Ihnen aufgefallen, daß in käuflichen HiFi-Lautsprechern immer mindestens zwei Lautsprecherchassis eingebaut sind. Dies hat seinen Grund darin, daß es keinen Lautsprecher gibt, der den gesamten hörbaren Frequenzbereich mit gleicher Lautstärke bei gleicher Verstärkerleistung wiedergeben kann. Vielmehr muß man hier Kompromisse eingehen. Ein Lautsprecherchassis mit großer Membranfläche kann zwar viel Luft verdrängen und ist dadurch gut für die Baßwiedergabe geeignet, jedoch kommen durch die zwangsläufig hohe Masse der Mebran die hohen Frequenzen zu kurz, wodurch dieser dumpf klingt. Ein Lautsprecherchassis mit einer kleinen und leichten Membran kann zwar hohe Frequenzen naturgemäß sehr gut wiedergeben, jedoch fehlt es ihm sehr stark an Baß, weil er einen viel größeren Hub machen muß, um die gleiche Menge Luft zu verdrängen. Dieser Hub ist jedoch stark begrenzt. In ein richtig dimensioniertes Gehäuse eingebaut hat beispielsweise ein Baßlautsprecher den in Bild sieben blau dargestellten, idealisierten Frequenzgang, während ein Hochtonlautsprecher den rot dargestellten Frequenzgang besitzt. Gleichzeitig betrieben ergäbe sich damit der grün eingezeichnete Frequenzgang, also absolut nicht das, was man gerne hätte. Denn idealerweise sollte der Frequenzgang absolut glatt sein, also die Lautstärke von tiefen bis hohen Tönen bei gleicher Verstärkerleistung absolut gleich sein. Bild sieben : Frequenzgänge Der ziemlich ungleichmäßige Frequenzgang ergibt sich dadurch, daß beim Baßlautsprecher der Frequenzgang nur innerhalb eines bestimmten Bereichs einigermaßen linear ist, während er bei höheren Frequenzen dem Querschnitt der Alpen ähnelt. Beim Hochtöner ist es genau anders herum. Die Lösung des Problems ist, beim Tieftöner die hohen Frequenzen und beim Hochtöner die niedrigen Frequenzen einfach wegzufiltern. Dies ist recht einfach durch ein Tiefpaßfilter für den Baßlautsprecher und ein Hochpaßfilter für den Hochtöner zu bewerkstelligen. Sogenannte passive Filter, die keine eigene Stromversorgung benötigen, bestehen im wesentlichen aus Spulen und Kondensatoren. Je mehr man davon in geeigneter Zusammenschaltung hintereinander verwendet, desto steiler wird der Übergang vom Durchlaß- zum Sperrbereich. Eine Kombination von Hoch- und Tiefpaßfiltern nennt man in der Lautsprechertechnik kurz Frequenzweiche. Für jeden Lautsprecher braucht man dabei ein eigenes Filter. Diese Filter gibt es, wie schon erwähnt, mit unterschiedlich steilem Übergang zwischen Durchlaß- und Sperrbereich, wofür sich der Begriff Flankensteilheit eingebürgert hat. Viele Frequenzweichen besitzen eine Flankensteilheit von zwölf dB pro Oktave. Tief- und Hochpässe dieses Typs bestehen dabei aus genau einem Kondensator und einer Spule. Bandpässe, wie sie für den Mitteltöner eines 3-Wege-Lautsprechers erforderlich sind, sind eine Kombination eines Tief- und eines Hochpasses und erfordern daher bei gleicher Flankensteilheit zwei Kondensatoren und zwei Spulen. Oft sind noch weitere Bauteile (Kondensatoren, Spulen oder Widerstände) vorhanden, die mit der Frequenzweiche an sich nicht direkt etwas zu tun haben sondern den Impedanzverlauf des jeweiligen Lautsprecherchassis linearisieren sollen. Aus praktischen Gründen werden diese gern zusätzlich auf die Leiterplatte der Frequenzweiche gepackt. Eine Dämpfung von zwölf dB bedeutet, daß am Beispiel eines Tiefpaßfilters mit einer Grenzfrequenz von zweitausend Hz, daß ein Signal mit viertausend Hz (d.h. eine Oktave höher) um zwölf dB gedämpft wird, d.h. auf ein Viertel. Da diese Dämpfung nicht sonderlich hoch ist, gibt es auch Frequenzweichen mit einer Flankensteilheit von achtzehn dB oder vierundzwanzig dB. Mehr ist als passives Filter nicht sinnvoll, da sich im Übergangsbereich die Phasenlage des Signals umso mehr ändert, je höher die Flankensteilheit ist. Zusätzlich vervielfachen mehrere in Reihe geschalteten Spulen beim Baßlautsprecherchassis den ohmschen Widerstand zwischen Verstärker und Schwingspule, was unerwünscht ist, weil dadurch der Dämpfungsfaktor vermindert wird. Unter Verwendung einer passenden Frequenzweiche mit gut gewählter Trennfrequenz ergeben sich im obigen Beispiel die in Bild acht gezeigten Frequenzgänge. Der Gesamtfrequenzgang sieht schon gleich viel freundlicher aus als ohne Frequenzweiche. Die Farben sind im Interesse einer guten Vergleichbarkeit die gleichen wie in Bild sieben Bild 8: Frequenzgang mit Frequenzweiche Allerdings gibt es immer noch ein kleines Problem: Der Hochtöner ist lauter als der Tieftöner, weshalb der Frequenzgang bei der Trennfrequenz einen Sprung macht. Dies ist natürlich hochgradig unerwünscht. Man kann natürlich zwei lautstärkemäßig passende Lautsprecherchassis suchen, aber es ist gar nicht so einfach, zwei Lautsprecherchassis zu finden, die sich vom Frequenzgang usw. gut ergänzen und auch noch die gleiche Lautstärke (im Fachjargon spricht man üblicherweise von gleichem Wirkungsgrad) besitzen. Solange der Hochtöner lauter ist, ist die Abhilfe einfach. Mittels zweier einfacher Widerstände, die wie ein fest eingestellter Lautstärkesteller wirken, kann man künstlich den Wirkungsgrad reduzieren und erhält so einen mehr oder weniger glatten Frequenzgang wie in Bild neun Sollte der Tieftöner lauter sein, muß man einen anderen Hochtöner suchen, denn aus den in Kabel genannten Gründen verschlechtert sich bei Verwendung von Widerständen der Dämpfungsfaktor (Erklärung siehe Link) sehr drastisch. Hochtöner besitzen im Gegensatz zu Tieftönern eine hohe innere Dämpfung, wodurch die äußere Dämpfung (d.h. möglichst niederohmige Zuleitung) unerheblich ist. Bild neun : Frequenzgang mit Frequenzweiche und Dämpfungsglied Wie man sieht, ist der Frequenzgang immer noch nicht linealglatt. Dies liegt jedoch darin begründet, daß die Lautsprecher selbst auch im jeweiligen Übertragungsbereich keinen glatten Frequenzgang besitzen. Dies ist völlig normal und nur durch bessere Lautsprecherchassis einigermaßen in den Griff zu bekommen. Aber auch sehr gute und entsprechend teure Lautsprecherchassis sind vom linealglatten Frequenzgang eines CD-Players oder eines Verstärkers, selbst wenn es sich um sehr preisgünstige Exemplare handelt, weit entfernt. Wie schon gesagt, sind zwei Lautsprecher -ein Tief- und ein Hochtöner- das absolute Minimum für einen HiFi-Lautsprecher. Wer jetzt glaubt, durch möglich viele, unterschiedlich große Lautsprecher den Klang verbessern zu können, liegt schief. Denn erstens funktioniert eine Frequenzweiche nicht in idealer Weise und zweitens gibt es noch ein anderes Problem: Weil die Lautsprecher entweder nebeneinander oder übereinander angeordnet sind, können sich abhängig von der Position des Hörers ganz massive Probleme einstellen. In Bild 10 ist dargestellt, wie sich die Schallwellen an einer Stelle auslöschen können. Bild zehn : Überlagerungseffekt an der Hörposition Exakt bei der Trennfrequenz strahlen Hoch- und Tieftöner Schall mit der gleichen Amplitude sprich Lautstärke ab. Der rote Fleck sei die angenommene Hörposition. Der Schall des oberen Lautsprechers erreicht die Hörposition mit einer maximalen positiven Auslenkung, während der im Winkel eintreffende Schall des unteren Lautsprechers dort gerade sein Minimum besitzt. Da beide Amplituden gleich groß sind, heben sich positive und negative Amplitude an der eingezeichneten Position vollständig auf, d.h. dort kann diese Frequenz nicht wiedergegeben werden, der Ton ist total weg! Hier hilft auch kein Ändern der Position oder ein anderer Abstand der Lautsprecherchassis zueinander. Egal was man macht, findet sich immer eine Frequenz (incl. ihrer ganzzahligen Vielfachen), die durch diesen Effekt an einer beliebigen Position nicht wiedergegeben werden kann. Leider tritt dieser Effekt nicht nur bei exakt der Trennfrequenz auf sondern in einem recht weiten Bereich um die Trennfrequenz herum. Allerdings kann eine totale Auslöschung nur genau bei der Trennfrequenz stattfinden. Je weiter die Frequenz von der Trennfrequenz entfernt ist, desto geringer wird der Frequenzgangeinbruch an der Hörposition. Aus diesem Grund wäre das Optimum ein einziger Lautsprecher, der den gesamten Hörbereich wiedergeben kann. Weil es den nicht gibt, muß man nach suboptimalen Lösungen suchen. Dies sind nach dem derzeitigen Stand der Technik sogenannte Zwei- oder Dreiwegsysteme, bei denen der gesamte Frequenzbereich auf zwei bzw. drei Lautsprecher aufgeteilt wird. Die Anzahl der Lautsprecher sagt jedoch nicht unbedingt etwas über die Anzahl der unterschiedlichen Frequenzbereiche aus, da man oft statt eines einzigen Baßlautsprechers deren zwei einsetzt. Erstens treten die oben beschriebenen Überlagerungseffekte im Baßbereich aufgrund der großen Wellenlänge nicht auf und zweitens besitzen zwei kleine Baßlautsprecher ein besseres Impulsverhalten als ein einziger großer. Zudem ist eine Membran nicht unendlich steif, sondern besitzt ein Eigenleben, das sich in einem nichtlinearen Frequenzgang widerspiegelt. Zwei kleine Membranen verhalten sich dahingehend günstiger als eine einzige große mit gleicher Fläche. Die Verwendung von 2 Baßlautsprechern ist daher, wenn es nicht auf möglichst geringe Kosten ankommt, absolut üblich. Große Mythen ranken um die Qualität der in den Frequenzweichen verwendeten Bauteile, als da wären Spulen, Kondensatoren und oft auch Widerstände. Fangen wir mit den Spulen an: Eine ideale Spule besitzt eine definierte Induktivität mit enger Toleranz und ist widerstandsfrei. In der Praxis kann eine Spule nie widerstandsfrei sein, da sie nichts anderes ist als definiert aufgewickelter Draht. Egal wie dick dieser Draht ist, besitzt er immer einen nennenswerten ohmschen Widerstand, wobei bei Spulen für Frequenzweichen ungefähr 0,3 und zwei Ω üblich sind. Im Lautsprecherbau üblich sind als Bauform Luftspulen und Ferritkernspulen. Bei ersteren wird der Draht auf einem Spulenkörper aus Plastik aufgewickelt, dessen Aufgabe lediglich darin besteht, für eine vorgegebene geometrische Form zu sorgen (Plastik ist genausowenig magnetisch wie Luft). Weil die magnetischen Feldlinien nur durch die Luft und das aus magnetischer Sicht mit der Luft identische Plastik geführt werden, bezeichnet man diese Spulen als Luftspulen. Bei Ferritkernspulen steckt man entweder einen ferromagnetischen Ferritkern in eine Luftspule oder verwendet als Spulenkörper Ferritmaterial in Form einer Garnrolle. Durch Verwendung von ferromagnetischem Material erhöht sich bei gleicher Form und gleicher Windungszahl die Induktivität. Im Umkehrschluß kann man bei gleicher Induktivität die Windungszahl reduzieren, was eine geringere Drahtlänge und damit einen geringeren ohmschen Widerstand ergibt. Die oft gehörte Behauptung, daß sich solche Induktivitäten nichtlinear verhalten, weil das Ferrit bei hohem Strom in die magnetische Sättigung geriete, ist völlig falsch, da es sich um eine "offene" Spule handelt. Bei dieser bildet das Ferrit keinen in sich geschlossen magnetischen Kreis, sondern es besitzt einen ziemlich großen Luftspalt zwischen den "Polen" der Spule. Die Luft besitzt einen erheblich größeren magnetischen Widerstand als das Ferrit, wodurch die magnetische Spannung im Ferrit extrem gering bleibt. Um das Ferrit auch nur in die Nähe der Sättigung zu bringen, müßte man mit extrem hohen Strömen arbeiten, die um Größenordnungen über den bei Lautsprechern üblichen Strömen liegen. Dies ist in der Praxis jedoch überhaupt nicht möglich, weil schon weit vorher der Wickeldraht durchbrennt. Insofern sollte man möglichst Ferritkernspulen verwenden, um den ohmschen Widerstand möglichst gering zu halten, denn dieser wirkt sich auf den Dämpfungsfaktor aus. An die Kondensatoren sind die Anforderungen, daß sie möglichst eine ideale Kapazität ohne induktive oder resistive Komponente darstellen. Folienkondensatoren kommen diesem Ideal im Audiofrequenzbereich extrem nahe, sofern es sich nicht gerade um (Metall-)Papierkondensatoren handelt, da deren Kapazität geringfügig spannungsabhängig ist. Ungepolte Elektrolytkondensatoren verhalten sich zwar geringfügig schlechter als Folienkondensatoren, aber für die Anwendung in Frequenzweichen ist dies unerheblich. Bei den Widerständen ist ein induktionsarmer Aufbau wichtig. Ein Thema war dies durchaus bei uralten Typen, aber diese Zeiten sind schon lange vorbei. Heutzutage ist auch bei den preisgünstigsten Typen ein induktionsarmer Aufbau Standard. Einen nicht zu unterschätzenden Einfluß haben die Toleranzen der Spulen, Kondensatoren und Widerstände, da diese die Trennfrequenz verändern. Wenn sich dadurch im schlimmsten Fall die Trennfrequenz des Baßlautsprechers geringer ausfällt als berechnet, die des Mitteltöners aber höher, ist im Übergangsbereich sowohl ein Phasenversatz als auch eine Delle im Frequenzgang vorprogrammiert. Daher spielen Bauteiletoleranzen eine deutlich wichtigere Rolle als vermeintliche Nichtlinearitäten dieser Bauelemente. Lautsprecher verhalten sich, wie weiter oben dargestellt ist, alles andere als ideal. Die Abweichungen vom Ideal (Frequenzgang, nichtlineare Verzerrungen etc.) sind bei Lautsprechern gleich um mehrere Zehnerpotenzen größer als bei Verstärkern und CD-Spielern. Aus diesem Grund macht es sehr viel Sinn, den größten Teil des Gesamtbetrags, den man für eine HiFi-Anlage auszugeben bereit ist, in gute Lausprecher zu stecken. Wichtig ist nicht so sehr die Art und Weise, wie der Hersteller gewisse Details gelöst hat, sondern wie gut der Lautsprecher klingt. Bei gleichem Preis klingen unterschiedliche Lautsprecher mitunter total unterschiedlich. Grundsätzlich müssen kleine Lautsprecher nicht schlechter klingen als große, was auch auf die Baßwiedergabe zutrifft. Jedoch kann ein kleiner Lautsprecher bezüglich der Maximallautstärke im Baßbereich mit einem "Kleiderschrank" prinzipbedingt nicht mithalten. Wer also nicht Musik in Preßlufthammerlautstärke hört und so sein Gehör schädigt, kann auch mit relativ kleinen Lautsprechern viel Freude haben. Während man früher Lautsprecher eher als rechteckiger Kasten, der nur wenig höher als breit war, ausgeführt hatte, sind der letzte Stand der Technik eher hohe und schlanke Säulen. Die technischen Hintergründe (z.B. Beugungseffekte) hier zu erläutern, würde leider deutlich den Rahmen sprengen, aber es ist so, daß ein schmaler Lautsprecher mit gerundeten Kanten von der Theorie her günstigere Voraussetzungen besitzt als ein breiter mit scharfen Kanten. Zudem kann man in hohen Säulen die Lautsprecherchassis in Ohrhöhe (bezogen auf sitzende Abhörposition) montieren, was für einen guten Klang unabdingbar ist. Trotzdem kann ein schlanker hoher schlechter klingen als ein breiter niedriger, wenn der Hersteller seine Hausaufgaben nicht richtig gemacht oder an der falschen Stelle gespart hat. Lautsprecher kann man grundsätzlich nicht über die technischen Daten aussuchen. Die in den einschlägigen HiFi-Zeitschriften abgedruckten Frequenzgänge und Ausklingdiagramme kann man allenfalls für eine grobe Vorauswahl heranziehen. Hierbei muß man aber wissen, was man tut. Aufgrund des Einflusses der verschiedenen Meßräume ergeben sich nämlich Unterschiede in den Messungen, die man selbst als Ingenieur nicht so leicht deuten kann. Wer vorzugsweise Orgelmusik (gemeint ist die Kirchenorgel) hört, wird eine extrem niedrige untere Grenzfrequenz zu schätzen wissen, weil dieses Instrument sie auch tatsächlich erzeugen kann. Lautsprecher, bei denen schon bei siebzig Hz Schluß ist (-3-dB-Eckfrequenz), was gar nicht so selten ist, sind daher weniger geeignet. Bei Pop- und Rockmusik liefert die allgegenwärtige 4-saitige elektrische Baßgitarre als tiefste Frequenz etwas mehr als vierzig Hz. Lautsprecher, bei denen der Baßbereich lauter ist als höhere Frequenzen, würde ich gleich aussortieren. Wenn Sie einmal einen richtigen Tiefbaß gehört haben, werden Ihnen Placebo-Effekte wie der allseits bekannte Dröhnbaß sehr auf die Nerven gehen. Zudem kann man, wenn es unbedingt sein muß, bei einem Lautsprecher mit linearem Frequenzgang mittels Baßregler sehr leicht am Verstärker mehr Baß reindrehen, aber einem Dröhnbaß kann man das Dröhnen mit keiner Maßnahme abgewöhnen. Das Leiserdrehen des Baßbereichs am Verstärker hilft übrigens nur sehr begrenzt: Dadurch wird zwar der Pegel im Baßbereich abgesenkt, aber die Resonanzüberhöhung, die das Dröhnen verursacht, bleibt nach wie vor erhalten. Daher sollten Sie sich beim Händler zuerst mal seine besten Lautsprecher vorführen lassen. Im Vergleich hierzu werden Sie rasch feststellen, welche preisgünstigeren Lautsprecher gar nicht so schlecht klingen und welche ausschließlich auf Effekt getrimmt sind. Ein extrem guter Lautsprecher "klingt" nicht, sondern gibt die Musik locker und ohne jede Anstrengung aber absolut unspektakulär wieder, so als käme die Musik gar nicht aus dem Lautsprecher sondern wäre live vorgetragen. Lautsprecher, die auf sich aufmerksam machen, sind meistens auf Effekt getrimmt, egal ob es z.B. zischende Höhen oder ein starker (Pseudo-)Baß ist. Leider springt das ungeübte Ohr auf solche Effekte im ersten Moment stark an. Auf Dauer stören solche Effekte jedoch sehr. Haben Sie im Hörraum Ihres Händlers einen Lautsprecher gefunden, der ein für Sie akzeptables Verhältnis zwischen Klang und Preis bietet, sollten Sie ihn dennoch nicht gleich kaufen oder zumindest ein Rückgaberecht vereinbaren. Denn es ist eine bekannte Tatsache, daß Lautsprecher in unterschiedlichen Räumen sehr unterschiedlich klingen. Dies hat nicht nur mit der Raumakustik zu tun sondern auch mit dem Volumen des Abhörraums (der zu Hause meist das Wohnzimmer ist). Denn nicht nur eine Kiste wie das Lautsprechergehäuse sondern auch der Raum selbst hat Resonanzfrequenzen. Insbesondere Baßreflex- und Transmissionline-Lautsprecher verhalten sich besonders in kleinen Räumen negativ. Wer etwas von der Materie versteht, kann zwar einen Lautsprecher auf seinen Abhörraum abstimmen, aber dieses Wissen und vor allem die dazu notwendigen Meßmittel werden wohl die wenigsten Leute besitzen. Umso wichtiger ist das Ausprobieren vor dem Kauf oder ein Rückgaberecht gegen Erstattung des Kaufpreises. Bei seriösen Händlern, die etwas von ihrem Fach verstehen, ist das selbstverständlich. Wichtig ist, daß man Ihnen ein echtes Rückgaberecht und nicht nur ein Umtauschrecht einräumt, denn wer garantiert Ihnen, daß Sie bei diesem Händler einen anderen Lautsprecher finden, der Ihnen zusagt? Bei billigen Lautsprechern sollten Sie dieses Entgegenkommen jedoch nicht erwarten. Sollte übrigens Ihr Händler zur Inbetriebnahme zu Ihnen nach Hause kommen und bei den Baß betreffenden Reklamationen Ihrerseits (" unsaubererBaß ") mit einer brennenden Kerze vor der Baßreflexöffnung herumfummeln, haben Sie einen der seltenen, wirklichen Fachmänner gefunden.
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