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Homosexualität – Wikipedia

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Homosexualität

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Homosexualität

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Die Kinder stammen meist aus fruheren Beziehungen, andere sind Pflege- oder Adoptionskinder, wurden durch kunstliche Befruchtung oder heterologe(Heim)-Insemination mit Samen von personlich bekannten oder anonymen Spendern gezeugt oder zwei Paare arrangieren eine Co-Elternschaft, Leihmutter kommen schon durch die rechtlichen Gegebenheiten eher selten zum Einsatz. Kussen, Umarmen und Handchenhalten, das gemeinsame Schlafen in einem Bett (daher der altertumliche Begriff des,,Bettgenossen") ebenso wie leidenschaftliche Liebesbekundungen und Treueschwure wurden unter Mannern bis weit in die fruhe Neuzeit und oft sogar noch am Beginn des zwanzig Jahrhunderts als vollig normal wahrgenommen. Das dort verteilte Manifest der frauenidentifizierten Frau begrundete das sich fur die Frauenbewegung als einflussreich erweisende Konzept des politischen Lesbianismus: Lesbischsein wurde nicht als eine sexuelle Orientierung, sondern als die einzig mogliche Strategie des Widerstands gegen patriarchale Bevormundung und Unterdruckung aufgefasst.

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Homosexualität – Wikipedia
Bildquelle: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/6/6d/Asia_homosexuality_laws.svg/968px-Asia_homosexuality_laws.svg.png    

So gaben in einer Studie zur Jugendsexualitat, die eintausendneunhundertsiebzig vom Hamburger Institut fur Sexualforschung durchgefuhrt wurde, achtzehn Prozent der befragten 16- und 17-jahrigen Jungen an, gleichgeschlechtliche sexuelle Erfahrungen gemacht zu haben. Zwanzig Jahre spater waren es nur noch zwei Prozent - ohne dass sich der Anteil von Jungen mit heterosexuellen Kontakten dadurch signifikant erhoht hatte.[18] Der Sexualwissenschaftler Volkmar Sigusch erklart diesen Einbruch gleichgeschlechtlicher Jugenderfahrungen u. a. mit der wachsenden offentlichen Thematisierung von,,Homosexualitat" und der damit verbundenen Befurchtung der Jungen, aufgrund solcher Handlungen,,womoglich als,Schwuler' angesehen zu werden".[19 ] Allerdings verharrte der Anteil der Madchen mit homosexuellen Kontakten im selben Zeitraum konstant bei sechs Prozent.[20] Ahnlich stellte auch die Bundeszentrale fur gesundheitliche Aufklarung (BZgA) in ihrer reprasentativen Wiederholungsbefragung zwischen eintausendneunhundertachtzig und eintausendneunhundertsechsundneunzig eine Halbierung des Anteils 14- bis 17-jahriger Jungen fest, die zugaben,,,enge korperliche Erlebnisse" mit dem eigenen Geschlecht gesammelt zu haben (von zehn auf funf Prozent), wahrend sich umgekehrt der Anteil der Madchen, die von solchen Erlebnissen berichteten, zwischen 2001 und 2005 von acht auf 13 Prozent erhohte.[21] Die tatsachliche Haufigkeit von homosexuellen Erfahrungen kann nicht uberzeitlich und fur alle sozialen Schichten einheitlich bestimmt werden. Gesellschaftliche und kulturelle Rahmenbedingungen beeinflussen die in Umfragen ermittelte Selbsteinschatzung zum Thema Homosexualitat, sodass ein direkter Bezug auf die Tatsachenlage schwierig ist. Coming-out Bei vielen Menschen, die sich eher zum eigenen Geschlecht hingezogen fuhlen, kommt es im Laufe ihres Lebens zum sogenannten Coming-out. Mittlerweile wird dieser Prozess in zwei Phasen beschrieben: Im ersten Schritt steht das,,Sich-bewusst-Werden" oder,,Sich-Selbst-Eingestehen" im Vordergrund, also die Erkenntnis oder aber auch die Entscheidung, dass man fur die gleichgeschlechtliche Liebe offen ist. Sie wird auch als inneres Coming-out bezeichnet. Die zweite Phase bezeichnet das,,Sich-Erklaren", also den Schritt nach aussen, das Coming-out bei Familie, Freunden und/oder Kollegen. Bei manchen geschieht dieser Prozess schon im Alter von elf Jahren, andere sind sich erst mit vierzig oder mehr Jahren uber ihre sexuelle Orientierung im Klaren. Die meisten haben ihr Coming-out mittlerweile im Schulalter, also etwa zum Zeitpunkt der Pubertat. In diesem Alter trauen sich viele nicht, Hilfe von anderen zu erbitten, besonders dann, wenn sie bemerken, dass ihre Neigung gesellschaftlich nicht akzeptiert wird. Selbst die eigenen Eltern werden manchmal nicht daruber informiert. Das Coming-out kann manchmal in eine Lebenskrise fuhren, die sich bis hin zu suizidalen Absichten oder realisiertem Suizid steigern kann. Beratungsstellen in den grosseren Stadten und Info-Seiten im Internet versuchen diesen Menschen zu helfen, ihre Homosexualitat anzunehmen. Tatsachlich ist die Suizidrate bei pubertierenden Homosexuellen deutlich hoher als bei gleichaltrigen Heterosexuellen. Situative Homosexualitat Unter dem soziologischen Begriff situationsbezogene Homosexualitat (engl. Situational Homosexuality),[22] die manchmal noch als Pseudohomosexualitat[23] bezeichnet wird, versteht man gleichgeschlechtliche Handlungen von Personen, welche nach standardmassiger Definition keine homosexuelle, ja nicht einmal eine bisexuelle Orientierung haben, also heterosexuelle Sexualkontakte bevorzugen. Grundgedanke ist, dass die Aktivitat nie passiert ware, wenn sich die Menschen nicht in einer ungewohnlichen Situation befunden hatten. Solche Manner werden auch der Gruppe der heterosexuellen Manner, die Sex mit Mannern haben (englisch: Straight Men Who Have Sex with Men, SMSM) zugerechnet.[24] Situationsbedingte Homosexualitat kommt vor allem in Umgebungen vor, in denen uber langere Zeit nur Personen des gleichen Geschlechts leben. Als typische Orte gelten Haftanstalten, Erziehungsanstalten, Schiffe auf See, U-Boote, Bohrinseln, Kasernen, Kloster und Konvente, Internate, Sportteams auf Tournee und abgelegene Arbeitslager etwa bei Minen oder Grossbauprojekten. Vor allem dort wird sie auch als Not-Homosexualitat, Knasthomosexualitat und wahrend des Nationalsozialismus als Lagerhomosexualitat bezeichnet. In der Wissenschaft spricht man manchmal auch von bisexuellem Sexualverhalten, homosexuellen Ersatzhandlungen oder experimenteller Homosexualitat. Unter situativer Homosexualitat fallt auch oft mannmannliche Prostitution; diese ist Standardbeispiel fur Pseudohomosexualitat. Jugendliche gleichgeschlechtliche Handlungen werden nur in getrenntgeschlechtlichen Umgebungen dazugezahlt, manchmal werden sie als Entwicklungshomosexualitat bezeichnet. Einige Aspekte in dieser sonst eigenen Betrachtung von Jugendlichen sind aber der situativen Homosexualitat sehr ahnlich.[25] Reverend Louis Dwight berichtete eintausendachthundertsechsundzwanzig uber die Verhaltnisse in amerikanischen Gefangnissen. Dies ist der fruheste Bericht uber amerikanische Strafanstalten. Josiah Flynt beschrieb eintausendachthundertneunundneunzig situationsbezogenen Sex bei den amerikanischen Hobos, mit denen er reiste. Hans Otto Henel beschrieb eintausendneunhundertsechsundzwanzig in Eros im Stacheldraht die Situation im Ersten Weltkrieg, was Karl Plattner zu seinem eintausendneunhundertneunundzwanzig erschienenen Werk Eros im Zuchthaus inspirierte. Viele erotische Fantasien und Geschichten spielen in Settings mit situativer Homosexualitat. Nachdem viele Gesellschaften homosexuelle Identitat und offen homosexuelles Leben ablehnen, ist es oft schwer herauszufinden, was hinter einer individuellen heterosexuellen Identitat steckt. Manchmal kann auch sozialer Druck und internalisierte Homophobie zu einer solchen Identitat fuhren. Moglicherweise wurden sich mehr Menschen als bisexuell identifizieren, wenn es sowohl von der heterosexuellen wie auch der homosexuellen Gesellschaft starker akzeptiert wurde. Das Konzept der situativen Homosexualitat wirft Fragen auf, inwiefern aktives Sexualverhalten interne Wunsche ausdruckt und durch externe Umstande beeinflusst wird.[22]Sexuelle Orientierung ist ein sehr komplexes System mit vielen Zwischenstufen zwischen zwei Extremen oder auf zwei getrennten Skalen und genauer betrachtet sogar gleichzeitig auf mehreren emotionalen Ebenen. Die Entbehrung gegengeschlechtlicher Sexualkontakte wird von unterschiedlichen Personen verschieden bewaltigt. Schon im spaten neunzehn Jahrhundert erkannte man, dass manche Individuen niemals gleichgeschlechtliche Aktivitat zeigen, egal wie lange und wie intensiv sie heterosexuellen Kontakt entbehren. Ebenso zeigen auch viele homosexuelle Menschen keine heterosexuelle Aktivitat, auch wenn Homosexualitat repressiv behandelt wird und praktisch nicht durchfuhrbar ist. Grundsatzlich geht man davon aus, dass durch nicht der sexuellen Orientierung entsprechende Handlungen dieselbe nicht beeinflusst wird. Dazu nicht im Widerspruch zeigen kulturubergreifende Vergleiche, dass gleichgeschlechtliches Sexualverhalten in Situationen gegengeschlechtlicher Entbehrungen ofter vorkommt, vor allem bei Mannern in ihrer sexuellen Hauptzeit.[26] In vielen Kulturen wird situationsbezogene Gleichgeschlechtlichkeit toleriert. Manche sozialen Analysten gehen davon aus, dass situative Homosexualitat verwendet wird, um Homophobie und Biphobie zu bekraftigen, indem jenen, die homosexuelle Sexualkontakte in gleichgeschlechtlichen Umgebungen haben, erlaubt wird, sich weiter als heterosexuell zu definieren. Oft wird in solchen Umgebungen zwischen,,echten Homosexuellen" und jenen, die heterosexuell bleiben, unterschieden. Erstere sind sozial stigmatisiert, wahrend ihr Partner es nicht ist. Durch diese Unterscheidung wird Homophobie bestarkt, obwohl gleichgeschlechtliche Aktivitat toleriert wird. Auch wenn sie oft stillschweigend erwartet wird und zu einem gewissen Grad toleriert wird, wird trotzdem erwartet, dass sie versteckt bleibt. Wird sie offentlich sichtbar, so wird sie bestraft, selbst wenn jeder davon gewusst hat. Der,,echte Homosexuelle" wird dabei oft harter bestraft als sein mutmasslich heterosexueller Partner, welcher vorgeblich nur aus der Situation heraus handelt.[22 ] Oft wird die Unterscheidung auch dadurch getroffen, wer beim Sex,,aktiver/mannlicher" und wer,,passiver/weiblicher" Partner ist. Diese Anzeichen zeigten sich beispielsweise auch in Sudeuropa und vor allem im Orient (Nordafrika bis Pakistan) mit streng getrenntgeschlechtlicher Gesellschaft, wohin viele Europaer vor der hier schon herrschenden starken Ablehnung,,fluchteten" und welcher hierzulande teilweise einen schlechten Ruf hatte. Erst in den 1960ern anderte sich dort die Haltung, manchmal existieren aber noch alte Traditionen weiter oder flammen wieder auf.[27] Dominanzverhalten Vor allem in Gefangnissen, aber auch in Erziehungsanstalten, ist sexuelle Befriedigung nur ein Teilaspekt, die Ausubung von Macht, Erhalt der eigenen Mannlichkeit durch den psychisch heterosexuell und oft nicht einmal als homosexuelle Handlung angesehenen Verkehr - solange man der Aktive bleibt oder unter Gewaltanwendung gezwungen wird - und der Status in der geschlossenen Gesellschaft ist ein Hauptaspekt. Auch ethnische Konflikte spielen dabei eine Rolle. Wunsche des passiven Partners zahlen meist nicht und ihm wird die Mannlichkeit genommen. Untergeordnet spielt auch die generelle menschliche Sehnsucht nach Zuneigung und Bindung eine Rolle. Paarbeziehungen von einem Beschutzer und einem Beschutzten basieren auf einer sehr starken Anpassung an das heterosexuelle Modell, das die Gefangenen von der Strasse mitbringen; sexueller Stellungswechsel ist selten, und wenn er vorkommt, wird er immer sehr geheim gehalten. Ein weiterer Faktor ist Prostitution als interne Wahrung sowie als Ausbeutung der Untergeordneten. Mehr als in der Aussenwelt muss man eine Dreiteilung machen zwischen freiwilligem Sexualverhalten, gewalttatigen Vergewaltigungen und sexuellen Handlungen,,um des Uberlebens willen ". Ein grosses Druckmittel sind dabei durchgefuhrte oder angedrohte Gruppenvergewaltigungen. Das Phanomen ist generell sehr wenig wissenschaftlich erforscht, in Hinblick auf das System und nicht aus antihomosexueller Sichtweise, am meisten noch in den USA. Das Durchschnittsalter in den US-amerikanischen Haftanstalten betragt etwa achtundzwanzig Jahre, wobei fast drei Viertel der Gefangenen unter fünfunddreißig Jahre alt sind und damit im sexuell aktivsten und korperlich aggressivsten Alter sind. Sie stammen uberwiegend aus den Unterschichten und der Arbeiterklasse und sind zu einem grossen Teil Schwarze. Jede sexuelle Aktivitat seitens der Gefangenen ist in allen Gefangnissen verboten und wird bei konkretem Anlass wirklich - oft auch gegenuber Vergewaltigungsopfern - durch Disziplinierungsmassnahmen (bis hin zu Isolationshaft, Verlust von Hafterleichterungen und Ablehnung von Entlassung auf Bewahrung) geahndet, im Gegensatz zu den nicht so konsequent durchgesetzten fruher bestehenden,,Sodomiegesetzen" der Bundesstaaten. Was nicht offensichtlich ist, wird wegen der erhofften friedensstiftenden Wirkung in der Institution oft geduldet und nicht naher betrachtet. Als Beispiel fur eine Grossenordnung sei eine Untersuchung aus dem Jahre eintausendneunhundertzweiundachtzig genannt, wo fünfundsechzig % aller in einer Stichprobe befragten Gefangenen angaben, in diesem Gefangnis sexuell aktiv gewesen zu sein. Von den sich selbst als heterosexuell Beschreibenden berichteten fünfundfünfzig % von sexuellen Aktivitaten, wobei sich die Zahl der sexuell aktiven Heterosexuellen auf fünfunddreißig % der Weissen, einundachtzig % der Schwarzen und fünfundfünfzig % der Hispanics verteilen. Verheiratete Heterosexuelle, die eheliche Besuche erhalten konnten, beteiligten sich haufiger, nicht weniger, am Sex mit anderen Gefangenen. Es bestehen Unterschiede zwischen Strafanstalten, Haftanstalten, Polizeigefangnissen und Jugendgefangnissen. Der Hauptgrund fur die Begrenzung der Rate liegt am Mangel an passiven Partnern. Jene, die sich nicht am Sex beteiligen, beteiligen sich dennoch oft am System, indem verbale Bemerkungen gemacht werden und versucht wird, andere in die passive Rolle zu drangen. Im Gegensatz zu sexuellen Phantasien einiger urteilen die Homosexuellen, dass der Sex draussen wesentlich besser sei.[28] Abgrenzung zu Transgender Geht es bei Homosexualitat um das Geschlecht des bevorzugten Partners, so geht es bei Transgender, wozu auch Transsexualitat gehoren kann, um das Empfinden der eigenen Geschlechtsidentitat, die unabhangig von der sexuellen Orientierung ist. Beide sind aber Teile der mehrschichtigen sexuellen Identitat. Beziehungen zu Personen gleichen Identitatsgeschlechts werden dabei als homosexuell empfunden, solche zu Personen eines anderen Identitatsgeschlechts als heterosexuell, wobei die Quote der homo- oder bisexuell empfindenden Transgender weit hoher liegt als die von Nicht-Transgendern; je nach Schatzung sind dies mindestens ein Drittel. In alterer Fachliteratur findet sich noch der Gebrauch von Homo- bzw. Heterosexualitat relativ zum ursprunglich zugewiesenen Geschlecht, also wurde beispielsweise eine mit einem Mann verheiratete Transfrau als homosexuell beschrieben, kontrar zu ihrem Empfinden, ein schwuler Transmann als heterosexuell. In der neueren Literatur nimmt diese Verwendung kontinuierlich ab, in hauptsachlich sozialwissenschaftlich gepragten Texten ist er nicht mehr zu finden. Aufgrund der ursprunglichen, als abwertend empfundenen Verwendung und aufgrund der Schwierigkeiten, gleich und verschieden genau zu definieren, bevorzugen viele Transgender anstelle von homo- und heterosexuell schwul, lesbisch, queer etc. als Selbstbezeichnungen. Selten werden die, fur den Begehrenden geschlechtsneutralen, Begriffe Gynakophilie und Androphilie verwendet. Dass Homosexualitat oft mit Transgender, Transsexualitat und manchmal auch Intersexualitat in Verbindung gebracht wird, hat mehrere Grunde: Fruher bestand keine genaue Abgrenzung zwischen Homosexualitat - Transvestitismus - Travestie - Transsexualitat. Hirschfeld verwendete selten, aber in fur das breite Publikum verfasste Broschuren und Bucher, den Begriff vom Dritten Geschlecht und sprach allgemein von sexuellen Zwischenstufen. Spater trennte er jedoch den Transvestitismus ab und dachte schon an eine Abtrennung der Transsexualitat, was durch den Krieg erst in den 1950ern in den USA weitergedacht wurde. Die Idee vom Dritten Geschlecht hat sich, wenn nicht in der Wissenschaft, so doch sozial bis mindestens in die 1970er Jahre gehalten. Heute werden als queer beide Gruppen, beziehungsweise alle Menschen, die dem heteronormativen Muster nicht entsprechen, verstanden. In verschiedenen individuellen Biographien von Transsexuellen und Intersexuellen finden sich immer wieder verschieden lange Zeitabschnitte, in denen vermutet wird, homosexuell oder Transvestit/Transgender zu sein, bis dies wieder verworfen wird und sich die wahre Ursache herauskristallisiert. So beispielsweise bei dem als Pseudohermaphrodit geborenen Skirennlaufer Erik Schinegger, der glaubte, lesbisch zu sein; Chaz Bono, der sich eintausendneunhundertneunzig als lesbisch und zweitausendacht als transsexuell outete; und Christian Schenk. Teile der lesbisch-schwulen Subkultur waren oft der einzige Ort, an dem Transgender in ihrem empfundenen Geschlecht sozial akzeptiert wurden. Ebenso konnten dort Transvestiten verkehren und mit der kunstlerischen Travestie gibt es ebenfalls ein enges Verhaltnis. In Mitteleuropa schon selten, aber bei Zuwanderern aus dem islamischen Kulturkreis und aus den ehemaligen Ostblocklandern noch ofter zu beobachten ist die Ichdystone Sexualorientierung, welche von der Transsexualitat abzugrenzen ist. Durch gesellschaftlich vorgegebene Skripte (,,man kann nicht dasselbe Geschlecht lieben") konnen Menschen dazu gebracht werden, sich dem anderen Geschlecht zugehorig zu fuhlen. Heute ist hierbei vor allem der Iran herausstechend, in dem homosexuelle Handlungen von Mannern mit dem Tode bestraft werden, Transsexualitat aber als durch Operation behandelbare Krankheit gilt. Aber auch in Teilen Europas, zum Beispiel in Russland, Weissrussland, Albanien und sogar in manchen der neuen EU-Lander ist die Lage der Menschenrechte derzeit bedenklich: So werden in Polen und LettlandDemonstrationen fur Toleranz gegenuber Schwulen und Lesben von offiziellen Stellen verboten oder teilweise mit massiver Gewalt konfrontiert, die von den Kirchen und rechtsradikalen Nationalisten geschurt wird.[30] In Polen sind in letzter Zeit Forderungen einiger fuhrender Politiker laut geworden, Homosexuelle in Lager zu stecken bzw. aus Polen zu eliminieren. Im Jahr zweitausendsieben wurde uber ein Gesetz beraten, das selbst die Erwahnung von Homosexualitat fur Lehrer unter Strafe stellen soll. So wird auch verboten, aufzuklaren, wie sich homosexuelle Manner vor Aids schutzen konnen. Lehrer, die dagegen verstossen, konnen aus dem Schuldienst entlassen werden.[31] In der UNO versuchen der Vatikan und die islamischen Staaten gemeinsam, allein nur die Diskussion uber die Menschenrechtslage fur Schwule und Lesben zu verhindern. Fur gewisses Aufsehen sorgte die Verhinderung bzw. Storung schwul-lesbischer Demonstrationen, Prides und Petitionsubergaben in Warschau, Riga und in Moskau durch die Polizei in den Jahren 2005, 2006 und 2007, wobei auch der parlamentarische Geschaftsfuhrer und Bundestagsabgeordnete von Bundnis 90/Die GrunenVolker Beck kurzfristig verhaftet wurde. Unabhangig von der Diskriminierung durch benannte gesellschaftliche Gruppen oder fehlenden Schutz durch staatlichen Eingriff, sind Schwule und Lesben auch haufig homophoben Angriffen ausgesetzt, die durch Menschen mit Angst vor der eigenen, latent vorhandenen Homosexualitat ausgeubt werden. So zeigen wissenschaftliche Untersuchungen mit nach eigenem Bekunden heterosexuellen Mannern, dass jene, die sich homophob ausserten, deutlich starker auf gleichgeschlechtliche sexuelle Reize reagierten als solche, die sich nicht homophob geaussert hatten. Andere Untersuchungen legen nahe, dass Manner, die bezuglich dessen, was sie fur typisch mannliche Eigenschaften halten, dahingehend verunsichert werden, dass sie moglicherweise selbst nicht diesem Bild entsprechen, dies durch ausgepragten Machismus und Aggression gegen Homosexuelle uberkompensieren wollen. Anerkennung von Partnerschaften Status von gleichgeschlechtlichen Paaren in Europa # # Gleichgeschlechtliche Ehe anerkannt## Eingetragene Lebenspartnerschaft anerkannt## Nicht eingetragene eheahnliche Gemeinschaften anerkannt## Nicht anerkannt oder unbekannt## Die Verfassung definiert die Ehe als Verbindung zwischen Mann und Frau Die weitgehende rechtliche Gleichstellung von Lesben und Schwulen mit Heterosexuellen wird in der Lesben- und Schwulenbewegung uberwiegend begrusst, auch wenn es immer noch umstritten ist, ob man sich damit gesellschaftlich und beziehungsdynamisch den klassischen Normen der,,burgerlichen Ehe" annahern mochte, bei denen einige noch meinen, Uberbleibsel einer patriarchalen Gesellschaftsordnung zu finden, mit einer strengen Aufteilung von Geschlechtsrollen, die fur eine gleichgeschlechtliche Beziehung nicht anwendbar waren. In Deutschland gibt es seit dem eins August zweitausendeins das Rechtsinstitut der Lebenspartnerschaft. Nach ihrer Verabschiedung durch den Bundestag meldeten einige Politiker Zweifel daran an; die unionsregierten Lander Bayern, Sachsen und Thuringen bemuhten sich sogar um eine vollige Aufhebung des Gesetzes vor dem Bundesverfassungsgericht. Dieses stellte jedoch klar, dass einer vollstandigen Gleichstellung mit der Ehe nichts im Wege stunde, da die Lebenspartnerschaft mit der Ehe schon allein deshalb nicht konkurriere, weil sie einen anderen Personenkreis betreffe. Die Lebenspartnerschaft entspricht - was das Burgerliche Gesetzbuch betrifft - weitestgehend der Ehe. Lediglich die gemeinschaftliche Adoption von nichtleiblichen Kindern ist nicht moglich. Lebenspartner konnen aber das leibliche Kind ihres Partners adoptieren (sogenannte Stiefkindadoption). Auf diese Weise konnen zwei Frauen oder zwei Manner rechtlich gemeinschaftliche Eltern von Kindern werden. Ebenso erlaubt wurde im Februar zweitausenddreizehn durch Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes die sukzessive Zweitadoption eines adoptierten Kindes. Auch in der gesetzlichen Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung (unter anderem Witwenrente) sind Lebenspartner mit Ehegatten gleichgestellt. Sie leben - wie Ehegatten - im Guterstand der Zugewinngemeinschaft, wenn sie nichts anderes vereinbaren. Gleichbehandlung erfolgt nach der Trennung auch beim Unterhaltsrecht. Es gelten Befangenheitsvorschriften und Zeugnisverweigerungsrechte wie bei Eheleuten auch. Zudem ist ein Verlobnis fur Lebenspartner entsprechend dem Verlobnis fur Ehegatten rechtswirksam. Im Bundesbeamtenrecht werden Lebenspartner ruckwirkend ab zweitausendeins (Familienzuschlag, Hinterbliebenenpension usw.) gleichbehandelt. Hier erfolgte die Gleichstellung gegen den Widerstand der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag und der unionsregierten Lander im Bundesrat durch Urteil des Bundesverfassungsgerichtes, das parlamentarisch gesetzlich danach umgesetzt wurde. Die Zustandigkeit fur das Beamtenrecht ist inzwischen durch die Foderalismusreform auf den Bund fur seine Beamten und auf die Bundeslander fur die Landesbeamten ubergegangen. Als erstes Bundesland hat Bremen seine verpartnerten Beamten und Richter mit seinen verheirateten Beamten und Richtern gleichgestellt; danach folgten Berlin, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Rheinland-Pfalz, Saarland, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Hessen, Baden-Wurttemberg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Bayern. Im Zuge der Erbschaftsteuerreform wurden im Januar zweitausendelf die eingetragenen Lebenspartnerschaften der Ehe gleichgestellt. Im Einkommenssteuerrecht (Einkommensteuer) werden seit zweitausenddreizehn Lebenspartner gleichbehandelt. Eine Angleichung bei der Einkommensteuer, im Rahmen des Ehegattensplittings erfolgte im Sommer 2013, nachdem zuvor ein Urteil des Bundesverfassungsgerichtes zugunsten homosexueller, verpartnerter Paare erging. Radikalere Teile der Lesben- und Schwulenbewegung lehnen die Lebenspartnerschaft - als Ehe light verpont - und die damit verbundene notwendige Sondergesetzgebung fur Homosexuelle ab. Stattdessen fordern sie die Abschaffung der Ehe und pladieren fur sogenannte,,Wahlverwandtschaften" auf Zeit. Am 30. Juni 2017 beschloss der Bundestag die Offnung der Ehe fur gleichgeschlechtliche Paare.[32] In der Schweiz wurde zuerst im Kanton Genf am eins Mai zweitausendeins eine PACS eingefuhrt, welche die Eintragung von homosexuellen wie auch heterosexuellen Partnerschaften ermoglichte. Am zweiundzwanzig September zweitausendzwei wurde im Kanton Zurich eine eingetragene Partnerschaft vom Stimmvolk mit 62,7 % Ja-Anteil genehmigt. Diese Regelung ging um einiges weiter als die Genfer Losung und stellte eingetragene Lebenspartnerschaften Ehepaaren gleich, soweit dies in der Kompetenz des Kantons lag. Mit Beschluss des Kantonsparlaments vom 27. Januar 2004 fuhrte auch der Kanton Neuenburg die registrierte Partnerschaft fur unverheiratete Paare ein. Am fünf Juni zweitausendfünf stimmte das gesamte Schweizer Stimmvolk uber das Partnerschaftsgesetz (PartG) zur eingetragenen Partnerschaft ab. Es war das erste nationale Referendum uber diese Frage weltweit. achtundfünfzig % der teilnehmenden Stimmberechtigten stimmten dem Gesetz zu. Ziemlich homogene Mehrheiten gab es vor allem im Mittelland vom Kanton St. Gallen bis zum Kanton Genf; nicht nur Stadte stimmten zu, sondern auch landlichere Gebiete. Ablehnend verhielten sich vor allem landlich-bauerliche, katholische Kantone. Das Gesetz angenommen haben insgesamt 16,5 von dreiundzwanzig Kantonen. Die eingetragene Partnerschaft in der Schweiz schafft eine Gleichstellung mit der Ehe in Steuerfragen, Sozialleistungen, Erbrecht, Besuchsrecht, Zeugnisverweigerungsrecht etc. Es unterbindet aber ausdrucklich den Zugang zur Fortpflanzungsmedizin und die Adoption. Die eingetragene Partnerschaft in der Schweiz hat Auswirkungen auf den Zivilstand. Der Zivilstand ist nicht mehr,,ledig", sondern,,in eingetragener Partnerschaft ". Das Gesetz trat am 1. Januar 2007 in Kraft. Schwules Elternpaar mit Kind In Osterreich trat - nachdem im Herbst zweitausendsieben eine Perspektivengruppe der Koalitionspartei OVP und ein Teil des Parteivorstandes entschieden hatten, dass es ein Rechtsinstitut geben soll - am eins Januar zweitausendzehn das Eingetragene Partnerschaft-Gesetz in Kraft. Nach einem Meinungsaustausch mit dem Juristen Helmut Graupner waren viele sogar fur eine Offnung der Ehe, was auch einer der Vorschlage an den Parteivorstand war. Laut Bundesparteiobmann und Vizekanzler Wilhelm Molterer diente die Schweiz als Vorbild. Ein Gegenpol zu den Bestrebungen zur Gleichstellung homosexueller Beziehungen mit der Ehe findet sich in den Vertretern der Lebensformenpolitik. Das Aufwachsen von Kindern in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften und die sich damit stellenden rechtlichen Fragen werden neuerdings unter dem Begriff,,Regenbogenfamilie" diskutiert. Die Kinder stammen meist aus fruheren Beziehungen, andere sind Pflege- oder Adoptionskinder, wurden durch kunstliche Befruchtung oder heterologe(Heim)-Insemination mit Samen von personlich bekannten oder anonymen Spendern gezeugt oder zwei Paare arrangieren eine Co-Elternschaft, Leihmutter kommen schon durch die rechtlichen Gegebenheiten eher selten zum Einsatz. Arbeitsrecht Mit der Verabschiedung der europaischen Richtlinien zur Antidiskriminierung im Arbeitsrecht sind Kundigungen und sonstige diskriminierende Massnahmen aufgrund Bekanntwerdens der homosexuellen Identitat von Mitarbeitern in der Privatwirtschaft sowie von Angestellten und Beamten im offentlichen Dienst in den Mitgliedstaaten der EU unzulassig. Ausnahmen bestehen fur weltanschauliche Organisationen und Vereinigungen. Diese konnen,,von den fur sie arbeitenden Personen verlangen, dass sie sich loyal und aufrichtig im Sinne des Ethos der Organisation verhalten".[33] Diese Regelungen haben mit SS acht Abs. eins und SS neun des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes Eingang in deutsches Recht gefunden.[34 ] Entsprechend finden im deutschen Arbeitsrecht auch die ethischen Positionen der Kirchen und anderer Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften Anwendung. Fur Homosexuelle bedeutet dies, dass sie von Organisationen oder Vereinen, bei denen die Ablehnung von Homosexualitat oder homosexuellen Handlungen zum Ethos gehort, entlassen werden konnen. In der romisch-katholischen Kirche wird gelebte Homosexualitat als nicht mit dem christlichen Glauben vereinbar angesehen.[35] Angestellte der katholischen Kirche, welche sich offen zu ihrer Homosexualitat bekennen, werden daher in der Regel entlassen. Ein solcher Widerspruch wird auch gesehen, wenn eine Gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaft nach dem Lebenspartnerschaftsgesetz eingegangen wird. Vergleichbar zu geschiedenen Kollegen, die erneut heiraten, erfolgt daher meist die Entlassung wegen Verletzung der Loyalitatspflichten als Arbeitnehmer. So wurde im Jahr 2010 beispielsweise einer weiblichen Reinigungskraft eines katholischen Kindergartens des Bistums Essen gekundigt, weil sie eine eingetragene Lebenspartnerschaft mit einer Frau eingegangen war.[36] In einzelnen kirchennahen katholischen Organisationen kann auch bereits ein Chatprofil bei einem Internetportal fur Homosexuelle zu einer fristlosen Entlassung fuhren, wenn es der Organisationsleitung bekannt wird[37] (siehe Kirchen als Tendenzbetrieb). Eine solche Kundigung hatte aber vor dem Arbeitsgericht Frankfurt keinen Bestand.[38] zweitausendfünf hat der Heilige Stuhl ferner eine Instruktion veroffentlicht, in der Personen mit,,tiefsitzenden homosexuellen Tendenzen" und,,Unterstutzer einer homosexuellen Kultur", als nicht geeignete Kandidaten fur Weihamter, wie Priester oder Diakon, angesehen werden. Personen mit weniger,,tiefsitzenden homosexuellen Tendenzen [die] Ausdruck eines vorubergehenden Problems wie etwa einer nicht abgeschlossenen Adoleszenz" waren, sollten,, mindestens drei Jahre vor der Diakonenweihe" ausgeschlossen sein.[39] Im Mai 2015 hob die Deutsche Bischofskonferenz die,,Erklarung zur Unvereinbarkeit von Lebenspartnern nach dem Lebenspartnerschaftsgesetz" vom 24. Juni 2002 auf. Demgegenuber sind Beschaftigte, auch Pastoren, in den evangelischen Landeskirchen der EKD von einer arbeitsrechtlichen Kundigung oder Disziplinarmassnahme nicht bedroht, wenn sie mit ihrem Partner oder ihrer Partnerin eine standesamtliche Lebenspartnerschaft eingehen oder ihre homosexuelle Identitat in sonstiger Weise bekannt wird.[40] In einigen Landeskirchen der EKD sind sie sogar besoldungsrechtlich zur Ehe gleichgestellt, was auch in der altkatholischen Kirche der Fall ist. Gleichstellung im Militar Insgesamt hat die Bundeswehr - nicht zuletzt durch den zunehmenden Anteil von Soldatinnen - ihr Bewusstsein fur Sexualitat weiterentwickeln mussen. Dies begann erst spat Ende 2000 durch die Anderung der,,Fuhrungshilfe fur Vorgesetzte", Bd. 2, A.III.7. Allerdings wird hier schon verlangt, dass militarische Vorgesetzte im Blick auf sexuelle Minderheiten (,,Toleranz gegenuber anderen nicht strafbewehrten sexuellen Orientierungen"[41] also einschliesslich transsexueller Soldaten/innen) aktiv,,jeder Diskriminierung energisch entgegentreten"[42] mussen. Auch mit dem im Rechtsrang hoher stehenden Sexualerlass,,Umgang mit Sexualitat in der Bundeswehr" zur Zentralen Dienstvorschrift (ZDv) 14/3, Anlage B einhundertdreiundsiebzig ist eine Diskriminierung verboten worden. Mit der letzten Anderung im Juli zweitausendvier ist nach jahrzehntelanger Achtung homosexueller Vorgesetzter, die unter Billigung hochstrichterlicher Rechtsprechung mit Versetzungen und sogar Entlassungen rechnen mussten - wie etwa bei der Kiessling-Affare - ein liberalerer Umgang mit der Sexualitat gewahlt worden:,,Die Intimsphare von Soldatinnen und Soldaten ist als Teil ihres Personlichkeitsrechts einer Einflussnahme durch den Dienstherrn grundsatzlich entzogen."[43],,Daher sind ausserdienstlich sowohl heterosexuelle als auch homosexuelle Partnerschaften und Betatigungen unter Soldatinnen und Soldaten disziplinarrechtlich regelmassig ohne Belang."[44] Eine weitere Anderung trat mit dem Soldatinnen- und Soldaten-Gleichbehandlungsgesetz im Jahr zweitausendsechs in Kraft, durch das,,Benachteiligungen aus Grunden [] der sexuellen Identitat" (SS eins Abs. eins des Soldatengesetzes) verboten sind, aber zusatzlich von diesem Massstab der Nichtdiskriminierung auch der berufliche Erfolg abhangt, namlich bei,,Begrundung, Ausgestaltung und Beendigung eines Dienstverhaltnisses und [ ] beruflichen Aufstieg" (SS zwei Abs. eins Nr. eins des Soldatengesetzes). Diese Einfugung ist wegen der Geltung der Grundrechtecharta rein deklaratorisch. Kunftig sind grundsatzlich alle Beziehungsformen in den Privatbereich verwiesen. Homosexuelle Beziehungen konnen ausser Dienst auch innerhalb militarischer Anlagen gepflegt werden, auch spielt der Dienstgrad der Beziehungspartner keine Rolle mehr. Soldatinnen und Soldaten in eingetragener Lebenspartnerschaft haben eine eigene Personenstandsbezeichnung (ELP) und sind berechtigt, Trennungsgeld zu erhalten. Einer der Vertreter der Belange homosexueller Menschen in der Bundeswehr ist der Arbeitskreis homosexueller Angehoriger der Bundeswehr.[45] Historische Anthropologie Unter dem Vorwurf der Sodomie wurden die Templer auf dem Scheiterhaufen verbrannt (Manuskript-Illustration, ca. 1350) Eine jungere Generation von lesbisch-schwulen Soziologen, Philosophen und Historikern wie Mary McIntosh (The Homosexual Role, 1968), Michel Foucault (La Volonte de savoir, 1976), Alan Bray (Homosexuality in Renaissance England, 1982) oder gegenwartig insbesondere David Halperin (How to do the History of Homosexuality, 2002) betrachtet Homosexualitat nicht mehr als eine uberzeitliche Essenz, sondern als eine Erfindung der europaischen Neuzeit. Damit ist nicht gemeint, dass Frauen und Manner an anderen Orten und zu anderen Zeiten keinen gleichgeschlechtlichen Sex gehabt hatten. Vielmehr beziehen die genannten Autoren die Position, dass unsere heutige Auffassung von Homosexualitat als,,Seinsweise", die eine Minderheit von einer Mehrheit unterscheidet, eine verhaltnismassig junge Konstruktion sei. Sodomitisches Laster Das theologische Modell der Sodomie, das dem modernen Begriff der Homosexualitat vorausging, steht zu diesem in einem deutlichen Gegensatz. Sodomie - als,,widernaturlicher" (Platon) Verkehr zwischen Mannern, aber auch zwischen einem Mann und einer Frau - wurde als ein allgemeinmenschliches Laster angesehen und nicht einer bestimmten Kategorie von Personen zugeordnet. Foucault spitzte diesen Unterschied zu, indem er in einer beruhmt gewordenen Sentenz behauptete:,,Der Sodomit war ein Gestrauchelter, der Homosexuelle ist eine Spezies. " (siehe auch Sodomiterverfolgung). Neben dem Diskurs der Sodomie, der sich im Mittelalter vor allem auf den Akt des Analverkehrs bezog, gab es jedoch auch Begriffe, die eine positive Sichtweise ausdruckten, wie etwa den der Freundschaft. Freundschaft als Lebensweise ,,Freundschaft" konnte fast zu allen Zeiten auch eine romantische Beziehung zwischen zwei Personen des gleichen Geschlechts bezeichnen. Kussen, Umarmen und Handchenhalten, das gemeinsame Schlafen in einem Bett (daher der altertumliche Begriff des,,Bettgenossen") ebenso wie leidenschaftliche Liebesbekundungen und Treueschwure wurden unter Mannern bis weit in die fruhe Neuzeit und oft sogar noch am Beginn des zwanzig Jahrhunderts als vollig normal wahrgenommen. Unter Frauen ist das - seit Ende des neunzehn Jahrhunderts allerdings mit immer grosseren Einschrankungen - teilweise auch heute noch der Fall. Die Semantiken (Bedeutungsinhalte) von Freundschaft und Liebe waren deshalb kaum voneinander zu unterscheiden. Das griechische Wort philos (philos) etwa kann sowohl,Freund' als auch,Geliebter' bedeuten. Im Christentum wurden solche Beziehungen nur selten mit der,,monstrosen" Figur des Sodomiten in Verbindung gebracht, und wenn, dann meist im Rahmen einer politischen Intrige (wie im Fall von Eduard II. oder dem mittelalterlichen Templerorden). Geschworene Bruder Die christliche Mystik lud, beeinflusst vom islamischen Sufismus, die Liebe zwischen Freunden sogar mit einer religiosen Bedeutung auf. Ebenso adaptierte das Christentum den sowohl im Gilgamesch-Epos wie in der judischen Bibel, aber auch im Satyricon fur eine Liebesbeziehung zwischen zwei Mannern verwendeten Begriff des,,Bruders" (Schwurbruderschaft). Zu deren Vereinigung hatte die orthodoxe Kirche den Ritus des,,Brudermachens" (Adelphopoiesis) ausgearbeitet, der den beiden Freunden fur ihre Liebe, die bis in den Tod anhalten sollte, zahlreiche Heiligenpaare als Vorbilder nannte. Dies schloss die parallele Eheschliessung mit einer Frau jedoch nicht aus. Im lateinischen Westen, wo bis weit in die Neuzeit weder Eheleute noch geschworene Bruder (fratres iurati) der Segnung eines Priesters bedurften, sind zumindest eine Reihe von Grabmalern erhalten, in denen Manner- und spater auch Frauenpaare miteinander bestattet wurden. Die Gravuren enthalten oft Symbole unsterblicher Liebe wie beispielsweise die Darstellung eines Kusses oder die Inschrift,,Im Leben vereint, im Tode nicht getrennt".[46] Dass Schwurbruderschaften als von der Kirche akzeptierte gleichgeschlechtlicher Partnerschaften (d. h. inkl. genitaler Handlungen) in der Form der Adelphopoiesis legitimiert wurden, ist jedoch nicht haltbar. Der ursprungliche Zweck der Adelphopoiesis war, eine geistige Verwandtschaft (wie bei einer Taufpatenschaft) herzustellen.[47] Die Schwurbruderschaft muss aber tatsachlich auch von gleichgeschlechtlich Liebenden in Anspruch genommen worden sein, denn aus diesem Grund wurde dieser Ritus vom ostromischen Recht und von der orthodoxen Kirche spater wieder abgeschafft, bzw. verboten.[48] Von der Institution der geschworenen Bruderschaft (siehe oben) ist heute nur noch der Begriff des warmen Bruders als Synonym fur einen,,Schwulen" ubrig geblieben. In diesem Begriffswandel offenbart sich der geschichtliche Bruch, der durch das moderne Konzept der Homosexualitat verursacht wurde: Gesten der Zuneigung, die fruher einfach als Zeichen einer Freundschaft verstanden worden waren, identifiziert man heute als,,homosexuell" und stellt sie damit als Abweichung von der gesellschaftlichen Norm unter Verdacht. Die Konsequenz ist ein vor allem unter mannlichen Jugendlichen belegbarer drastischer Ruckgang gleichgeschlechtlicher Sexualerfahrungen von achtzehn auf zwei Prozent allein zwischen eintausendneunhundertsiebzig und eintausendneunhundertneunzig Diese Entwicklung geht mit wachsender Homophobie einher, weil viele junge Menschen aus Angst, womoglich als,,Schwuler" beziehungsweise als,,Lesbe" zu gelten, sich von allem Homosexuellen demonstrativ (und teilweise sogar gewaltsam) abgrenzen. Unter jungen Mannern ist diese Tendenz zur Abgrenzung im Allgemeinen nochmals deutlich starker ausgepragt als unter jungen Frauen. Es ist diese tatige Abwehr, durch die sich das stigmatisierende Etikett der Homosexualitat wie von selbst reproduziert. Die binare Kategorisierung von Personen als hetero und homo beziehungsweise,,normal" und,,andersartig" ist mittlerweile fast weltweit zu einer scheinbar unumstosslichen Realitat geworden. Dieser Prozess, der sich in manchen Metropolen Europas wie London, Paris und Amsterdam bereits um eintausendsiebenhundert ereignet hat, erreichte Regionen wie China dagegen erst Anfang beziehungsweise Mitte des zwanzig Jahrhunderts. Einige postkoloniale Autoren wie der Hongkonger Soziologieprofessor Zhou Huashan kritisieren die Homophobie in ihren Landern daher als eine Folge des europaischen Imperialismus.[49] Durch die strikte Geschlechtertrennung im Sport ist die Ausbreitung der binaren Kategorisierung mit der Entwicklung des Sports verbunden.[50] Strafrechtliche Verfolgung John Atherton und John Childe, eintausendsechshundertvierzig in Dublin wegen,,Sodomie" gehangt. Bis zum Hochmittelalter galt der Analverkehr im christlichen Bereich als Sunde, aber noch nicht als Verbrechen; folglich drohte hochstens eine Kirchenbusse und ein zeitweiliger Ausschluss von der Eucharistie, aber noch keine weltlichen Massnahmen. Vom dreizehn Jahrhundert bis zur Aufklarung wurde Analverkehr zwischen Mannern dann in fast ganz Europa unter der Bezeichnung,,Sodomie" durch weltliche Gesetze mit dem Scheiterhaufen bedroht, hier wird noch von der Sodomiterverfolgung gesprochen. Zu grosseren Verfolgungen und jeweils Hunderten von Hinrichtungen kam es wahrend des Spatmittelalters in Norditalien und Spanien sowie wahrend des gesamten 18. Jahrhunderts auch in England, Frankreich und den Niederlanden. Die Ideen der Franzosischen Revolution fuhrten in zahlreichen Staaten, die sich am franzosischen Code penal orientierten, um eintausendachthundert herum zur Abschaffung aller Gesetze gegen die,,widernaturliche Unzucht" (so etwa in den Niederlanden, im Rheinland und in Bayern). Preussen wandelte eintausendsiebenhundertvierundneunzig mit der Einfuhrung des Allgemeinen Landrechts die Todesstrafe in eine Zuchthausstrafe um. 1871 wurde der preussische Paragraph in das Reichsstrafgesetzbuch des Deutschen Reichs aufgenommen und als SS 175 in der folgenden Zeit immer haufiger angewandt. Wandel von der Straftat zur,,psychischen Krankheit " Grossen Einfluss hatte zu dieser Zeit der deutsch-osterreichische Psychiater und Rechtsmediziner Richard von Krafft-Ebing (siehe hier). Seine durch Kriminalfalle und in der Psychiatrie gewonnenen Forschungen stellten Homosexuelle als erblich belastete Perverse dar, die fur ihre angeborene,,Umkehrung" des Sexualtriebes nicht verantwortlich seien und deshalb nicht in die Hande eines Strafrichters, sondern in die von Nervenarzten gehorten. Diesen erschloss er damit ein neues,,Patientengut" fur Zwangsbehandlung und Forschungsexperimente. In seinem Buch Psychopathia Sexualis (1886, das Buch wurde zu einem Standardwerk) definierte er die Homosexualitat als angeborene neuropsychopathische Storung, also als eine erbliche Nervenkrankheit.[52] Diese Diagnose erlaubte es ihm, sich fur eine vollstandige Straffreiheit der Homosexualitat auszusprechen, da Homosexuelle fur ihre,,Missbildung" nicht selbst verantwortlich seien und die Homosexualitat nicht ansteckend sei. Allerdings wurde Homosexualitat dadurch erst pathologisiert und homosexuelle Menschen fur unzurechnungsfahig erklart. Obwohl Krafft-Ebing zu seiner Zeit als massgebliche Instanz auf dem Gebiet der Gerichtsmedizin galt, blieb diese Theorie fur die Straflosigkeit folgenlos, da vor allem kirchlich-konservative Kreise auf die moralische Achtung der Homosexuellen nicht verzichten wollten. Bis zur Reform des SS einhundertfünfundsiebzig im Jahr eintausendneunhundertneunundsechzig arbeitete die Polizei dabei mit Spitzeln in der schwulen Subkultur und geheimen Rosa Listen, auf denen zahlreiche Namen von homosexuellen Mannern verzeichnet waren. Da Homosexualitat verfolgt und bis in die 1970er Jahre als psychische Erkrankung diagnostiziert wurde, konnten Homosexuelle auch auf unbestimmte Zeit freiheitsentziehend in einer forensischen Psychiatrie untergebracht werden. Ein Beispiel ist die,,Behandlung" des britischen Mathematikers und Computerpioniers Alan Turing im Jahr 1952, der wenig spater starb, wahrscheinlich durch Suizid. Verfolgung in der Zeit des Nationalsozialismus Die Schatzungen hinsichtlich der Zahl der schwulen Manner, die wahrend der Zeit des Nationalsozialismus in Konzentrationslagern ihr Leben lassen mussten, variieren erheblich. Die wohl verlasslichsten Zahlen stammen bis heute von Rudiger Lautmann. Er schatzte die Zahl der in Konzentrationslager verschleppten homosexuellen Manner auf 10.000 bis 15.000.[54] Von ihnen kamen etwa dreiundfünfzig % ums Leben. Der Grund fur z. T. erheblich daruber hinausgehende Schatzungen liegt u. a. darin, dass nicht ermittelt werden kann, wie viele aus anderen Grunden ermordete Menschen homosexuell waren. Einige Manner wurden trotz ihrer, dem NS-Regime bekannten Homosexualitat geduldet. Zu nennen sind etwa Reichswirtschaftsminister Walther Funk, der eintausendneunhundertsechsundvierzig wegen seiner Verbrechen zu lebenslanger Haft verurteilt wurde, und der schwule Bildhauer Arno Breker, der von Adolf Hitler und Joseph Goebbels auf die Gottbegnadeten-Liste der wichtigsten Kunstler aus NS-Sicht gesetzt wurde und dort sogar auf die Sonderliste der,,unersetzlichen Kunstler" kam. John C. Fout zeigte fur Hamburg, dass neunzig Prozent der Homosexuellen, die in Konzentrationslager oder Heilanstalten kamen, Arbeiter waren; nur die ubrigen zehn Prozent waren der burgerlichen Gesellschaftsschicht zuzuordnen.[55][56][57] In Deutschland gab es, im Gegensatz zu Osterreich, kein Gesetz gegen die lesbische Liebe. Obwohl in Presse und Offentlichkeit immer wieder daruber spekuliert wird, ist eine Verfolgung weiblicher Homosexualitat im Nationalsozialismus historiografisch nicht nachweisbar.[58][59] Rechtslage in der Nachkriegszeit In der Bundesrepublik Deutschland bestand der SS einhundertfünfundsiebzig bis eintausendneunhundertneunundsechzig in der von den Nationalsozialisten verscharften Fassung weiter, was vom Bundesverfassungsgericht eintausendneunhundertsiebenundfünfzig als rechtmassig anerkannt wurde. Erst eintausendneunhundertvierundneunzig fiel er im Zuge der Rechtsangleichung mit der DDR weg. Wahrend jener Zeit verurteilte Schwule wurden in Deutschland am siebzehn Mai zweitausendzwei durch den Bundestag symbolisch rehabilitiert. In der Deutschen Demokratischen Republik wurden einvernehmliche, homosexuelle Handlungen unter Erwachsenen schon seit Ende der 1950er Jahre nicht mehr rechtlich verfolgt. In Osterreich existierte der SS zweihundertneun OStGB mit ahnlichem Wortlaut wie der SS einhundertfünfundsiebzig StGB in Deutschland bis ins Jahr 2002, als er vom osterreichischen Verfassungsgerichtshof aufgehoben wurde,[60] und trat am vierzehn August 2002 ausser Kraft.[61] Dennoch wurde Osterreich im Anschluss mehrfach vom EGMR, der ebenfalls ausdrucklich die Menschenrechtswidrigkeit des SS 209 feststellte, verurteilt,[62] da man es unterlassen hatte, menschenrechtswidrig Verurteilte zu rehabilitieren. Homosexuelle Emanzipation Die Regenbogenfahne, seit eintausendneunhundertachtundsiebzig ein internationales schwul-lesbisches Symbol Erste Forderungen nach der urnischen Ehe wurden von Karl Heinrich Ulrichs eintausendachthundertsiebenundsechzig auf dem deutschen Juristentag in Munchen vor fünfhundert Mitgliedern erhoben. Auch wenn sein Vortrag mit Spott und Ablehnung aufgenommen wurde, beginnt an diesem Tag die Geschichte der Homosexuellen-Emanzipation. Der Beginn der organisierten homosexuellen Emanzipationsbewegung wird im Allgemeinen mit der Grundung des Wissenschaftlich-humanitaren Komitees (WhK) durch den Berliner Arzt Magnus Hirschfeld im Jahr eintausendachthundertsiebenundneunzig angesetzt. Es handelte sich dabei jedoch um eine Honoratiorenvereinigung, die nur ca. fünfhundert Mitglieder umfasste und nach aussen hin nicht als homosexuelle Bewegung in Erscheinung trat. Stattdessen warb sie ausschliesslich mit wissenschaftlichen Argumenten fur eine Streichung des SS 175. Zahlenmassig weit bedeutsamer waren die nach eintausendneunhundertneunzehn gegrundeten Freundschaftsbunde. Ihr Schwerpunkt lag in der Planung von Geselligkeitsveranstaltungen, umfasste jedoch auch politische und publizistische Aktivitaten sowie die Gewahrleistung von Rechtsschutz fur jene Mitglieder, die vom SS einhundertfünfundsiebzig betroffen waren. Als Dachgruppen konkurrierten der im August eintausendneunhundertzwanzig gegrundete Deutsche Freundschafts-Verband (DFB) und der im Mai eintausendneunhundertzweiundzwanzig entstandene Bund fur Menschenrechte (BfM). Letzterer erwies sich in seiner Grossenentwicklung als das bei weitem erfolgreichere Modell. Bereits eintausendneunhundertvierundzwanzig zahlte er uber zwölf Mitglieder; 1929, gegen Ende der Weimarer Republik, waren es sogar mehr als 48.000. Auslandische angegliederte Gruppen soll es laut Angaben des Vereins in der Schweiz, in Osterreich, in der Tschechoslowakei, in New York City, Argentinien und Brasilien gegeben haben. Allerdings ist uber die meisten dieser Gruppen kaum etwas bekannt. Eine Ausnahme bildet eine Schweizer Gruppe um Karl Meier mit ihrer Zeitschrift Der Kreis, die als einzige in Europa nicht durch die Nationalsozialisten zerschlagen werden konnte. Dadurch wurde sie nach dem Zweiten Weltkrieg Vorbild fur viele neu entstehende Gruppen. Ein neuer Schwerpunkt der Homosexuellenbewegung bildete sich in den Vereinigten Staaten. Im Fruhjahr eintausendneunhunderteinundfünfzig grundete Harry Hay, Mitglied der CPUSA, zusammen mit Bob Hull, Chuck Rowland, Dale Jennings und Rudi Gernreich die Mattachine Society. eintausendneunhundertfünfundfünfzig entstand unter Fuhrung von Del Martin und Phyllis Lyon die Lesbenorganisation Daughters of Bilitis. Beide Gruppen bezeichneten sich als homophil, um sich der Reduzierung von Homosexualitat auf den Akt des Beischlafs zu entziehen. Unter dem Druck der McCarthy-Ara entpolitisierten sich diese Organisationen und wurden zu Debattierclubs, die in der Offentlichkeit nicht in Erscheinung traten. Erst Mitte der 1960er Jahre fand mit Dick Leitsch (New York) und Frank Kameny (Washington) eine Neuorientierung an den Protestformen der schwarzen Burgerrechtsbewegung statt. Am achtundzwanzig Juni eintausendneunhundertneunundsechzig kam es anlasslich einer Polizeirazzia in der New Yorker Schwulenbar Stonewall zu einem Aufstand in der Christopher Street, der drei Tage andauerte. Dieses Ereignis fuhrte zu einer Radikalisierung zahlreicher Lesben und Schwuler. In Anlehnung an linke Bewegungen der damaligen Zeit grundeten sich gemischte Gruppen wie die Gay Liberation Front und die Gay Activists Alliance. Am eins Mai eintausendneunhundertsiebzig machte schliesslich die Gruppe Radicalesbians auf sich aufmerksam, indem sie in New York den Zweiten Jahreskongress zur Vereinigung der Frauen mit einem geplanten Happening unterbrach. Das dort verteilte Manifest der frauenidentifizierten Frau begrundete das sich fur die Frauenbewegung als einflussreich erweisende Konzept des politischen Lesbianismus: Lesbischsein wurde nicht als eine sexuelle Orientierung, sondern als die einzig mogliche Strategie des Widerstands gegen patriarchale Bevormundung und Unterdruckung aufgefasst. Diese politischen Strategien und Konzepte wurden in den 1970er Jahren ausnahmslos nach Europa getragen. Ahnlich wie in den USA trennten sich Lesben in der Bundesrepublik schon sehr fruh von den mannlich dominierten Schwulengruppen und engagierten sich stattdessen in der Frauenbewegung, wo gleichgeschlechtliche Liebe oft nicht nur anerkannt, sondern sogar praferiert wurde. In den 1980er und 1990er Jahren kam es zu einer breiten Ausfacherung, aber auch zu einer fortschreitenden Entpolitisierung der homosexuellen Emanzipationsbewegung. Gleichzeitig fand eine Wiederannaherung von Lesben und Schwulen statt. Seit etwa Mitte der 1980er Jahre veranstalten sie gemeinsam in fast samtlichen europaischen und amerikanischen Metropolen alljahrliche Demonstrationen zur Erinnerung an den Stonewall-Aufstand. In den 1990er Jahren wurden daraus gewaltige Umzuge, die unter der Bezeichnung Christopher Street Day bzw. Gay Pride Parade in den Tagen zwischen Juni und Juli weltweit mehrere Millionen Menschen auf die Strasse ziehen. Jedoch verbinden die Teilnehmer mit ihrer Anwesenheit nur noch selten eine konkrete politische Aussage. Entsprechende Gegenentwurfe zur Repolitisierung des CSD in Deutschland sind der Transgeniale CSD in Berlin-Kreuzberg und die Queerrr Street Days in Hamburg. Eine neue Erscheinung bildet der Wunsch nach territorialer Abgrenzung von der Hetero-Welt, der haufig als Gay Nationalism bezeichnet wird. So wurde von einer Gruppe australischer Aktivisten am vierzehn Juni zweitausendvier eine winzige Koralleninsel namens Cato besetzt und das Gay & Lesbian Kingdom of the Coral Sea Islands ausgerufen. Der neue Staat stellte sich ziemlich rasch als eine Mikronation unter vielen heraus, denn weder der Imperator Dale Parker Anderson noch sonst jemand war bereit, sich auf Cato niederzulassen. Die Unstimmigkeiten innerhalb der Fuhrungsriege fuhrten zur Zersplitterung der Bewegung in mehrere Gruppen. AIDS Zur Emanzipation der Schwulen trug - neben der Offentlichkeitsarbeit - auch die HIV-Pandemie zu Beginn der 1980er Jahre in erheblichem Masse bei. Dies klingt zunachst widerspruchlich, da sich AIDS in den westlichen Landern, vermutlich aufgrund der hoheren Promiskuitat und der hohen Ansteckungsgefahr insbesondere bei Analverkehr, zunachst stark in schwulen Kreisen verbreitete. Durch die von den AIDS-Hilfen und der deutschen Bundesregierung angestossenen Aufklarungskampagnen ruckte das Tabuthema Homosexualitat aber starker ins Blickfeld der Offentlichkeit. Dadurch wurde nicht nur Aufklarung uber das HI-Virus und das dadurch ausgeloste Krankheitsbild AIDS erreicht, sondern auch fur sicherere Sexualpraktiken (Safer Sex) als Vorsichtsmassnahme geworben. Dabei konnten viele Fehlmeinungen und Vorurteile im gesellschaftlichen Bewusstsein uber Schwule und Lesben korrigiert werden. Es lasst sich eine stetig steigende Toleranz in der Bevolkerung gegenuber Homosexualitat feststellen. Die moralischen Gesellschaftswerte haben sich verschoben, auch wenn manche Menschen Homosexualitat verurteilen oder homosexuelle Menschen abwerten. Viele Menschen bringen schwule Sexualitat automatisch mit HIV bzw. AIDS in Verbindung. Schwule sind jedoch nach herrschender medizinischer Ansicht nur dann dieser besonderen Risikogruppe zuzurechnen, wenn sie haufig ungeschutzten Analverkehr bzw. Verkehr mit wechselnden Sexualpartnern haben, da die Verletzungs- bzw. Infektionsgefahr bei analer Penetration drastisch hoher ist als bei vaginaler Penetration und Promiskuitat allgemein dem Risikoverhalten fur sexuell ubertragbare Krankheiten zuzurechnen ist. Bisher (Stand: 08/2011) ist es deutschen und osterreichischen[64] Mannern, die sexuelle Kontakte mit anderen Mannern haben, untersagt, Blut oder Organe zu spenden, da diese generalisiert der,,HIV-Risikogruppe" zugeordnet werden, ungeachtet dessen, dass sich jeder gesunde Mensch, unabhangig von seiner sexuellen Orientierung, mit dem HI-Virus infizieren kann.[65][66] Psychologie Die psychiatrische Pathologisierung der Homosexualitat begann Mitte des neunzehn Jahrhunderts. Homosexualitat wurde in der Regel als Symptom einer inneren Verkehrung des Geschlechtsempfindens (,,kontrare Sexualempfindung",,,Inversion") aufgefasst. Eine besondere und zugleich ambivalente Rolle spielte dabei - seit ca. 1900 - die Psychoanalyse. Sigmund Freud bezeichnete Homosexualitat,,als Abweichung der sexuellen Funktionen, hervorgerufen durch eine gewisse Stockung der sexuellen Entwicklung"[67] Als psychischen,,Normalfall" sah Freud die Bisexualitat an; auch die Heterosexualitat beruhe,,auf einer Einschrankung der Objektwahl".[68] Mehrfach bezog er offentlich Stellung gegen Kriminalisierung und Pathologisierung der Homosexualitat. eintausendneunhundertdrei betonte er in der Zeitschrift Die Zeit, dass,,Homosexuelle nicht als Kranke behandelt werden sollen". eintausendneunhundertfünf stellte er fest:,,Die psychoanalytische Forschung widersetzt sich mit aller Entschiedenheit dem Versuch, die Homosexuellen als eine besonders geartete Gruppe von den anderen abzutrennen."[69] eintausendneunhunderteinundzwanzig widerspricht er Ernest Jones, der einen homosexuellen Arzt nicht zur analytischen Ausbildung zulassen wollte.[70] eintausendneunhundertdreißig unterzeichnete er einen Appell an den Nationalrat zur Abschaffung der Strafbarkeit. Und eintausendneunhundertfünfunddreißig schrieb er in einem Brief an eine Mutter, dass auch Homosexuelle - durch eine Analyse - zu,,Harmonie, Seelenfrieden und volle[ r] Leistungsfahigkeit"[67] gelangen konnen. Seine Ansichten zum Thema resumiert er in dem Aufsatz,,Uber die Psychogenese eines Falles von weiblicher Homosexualitat" aus dem Jahr eintausendneunhundertzwanzig Darin wendet er sich gegen die Vorstellung,,,vollentwickelte" Homosexualitat - mit dem Ziel der Wiederherstellung der,,vollen bisexuellen Funktion" - psychoanalytisch behandeln zu konnen. Dies sei,,nicht viel aussichtsreicher als das umgekehrte" - die Heilung von,,vollentwickelter" Heterosexualitat -,,,nur dass man dies letztere aus gut praktischen Grunden niemals versucht".[71] Entsprechende Therapieanstrengungen scheiterten zudem sehr haufig daran, dass homosexuelle Patienten nicht aus Unzufriedenheit mit ihrer Situation, sondern auf ausseren gesellschaftlichen Druck hin eine Therapie begannen: ,,In der Regel vermag der Homosexuelle sein Lustobjekt nicht aufzugeben; es gelingt nicht, ihn zu uberzeugen, dass er die Lust, auf die er hier verzichtet, im Falle der Umwandlung am anderen Objekt wiederfinden wurde. Wenn er sich uberhaupt in Behandlung begibt, so haben ihn zumeist aussere Motive dazu gedrangt, die sozialen Nachteile und Gefahren seiner Objektwahl, und solche Komponenten des Selbsterhaltungstriebes erweisen sich als zu schwach im Kampfe gegen die Sexualstrebungen. Man kann dann bald seinen geheimen Plan aufdecken, sich durch den eklatanten Misserfolg dieses Versuches die Beruhigung zu schaffen, dass er das Moglichste gegen seine Sonderartung getan habe und sich ihr nun mit gutem Gewissen uberlassen konne. " Dennoch wurde Homosexualitat erst eintausendneunhundertdreiundsiebzig von der American Psychiatric Association (APA) aus ihrem Krankheitenkatalog (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders, kurz: DSM, damalige Auflage DSM-II) gestrichen - nicht zuletzt aufgrund der Forschungsergebnisse von Evelyn Hooker. Zuvor galt Homosexualitat als psychische Storung. Allerdings existierte von da an im DSM-II die,,sexuelle Orientierungsstorung", spater im DSM-III,,ich-dystone Homosexualitat" genannt, mit der ein Zustand anhaltenden Leidens an der eigenen Homosexualitat diagnostiziert werden konnte. Im neuen, aktuellen DSM-IV-TR befindet sich eine Diagnosekategorie,,nicht naher bezeichnete sexuelle Storung", die auch ein,,andauerndes und ausgepragtes Leiden an der sexuellen Orientierung" (302.9) beinhaltet. Die Streichung erfolgte eintausendneunhundertdreiundsiebzig gegen den Widerstand der American Psychoanalytic Association (APsaA), die dadurch erheblich an Renommee und Einfluss verlor, dann nach einem Generationswechsel neue Position bezog und sich eintausendneunhunderteinundneunzig entschuldigte: ,,Die American Psychoanalytic Association lehnt jede offentliche oder private Diskriminierung gleichgeschlechtlich orientierter Frauen und Manner ab und bedauert sie. Es ist die Position der American Psychoanalytic Association, dass die mit uns verbundenen Ausbildungsinstitute ihre Kandidaten aufgrund ihres Interesses fur die Psychoanalyse aussuchen, wegen ihres Talents, ihrer Vorbildung, ihrer Integritat, ihrer Bereitschaft zu Selbstanalyse und Ausbildung, und nicht aufgrund sexueller Orientierung. " Aus der von der Weltgesundheitsorganisation herausgegebenen International Classification of Diseases (ICD) wurde die Homosexualitat erst mit der eintausendneunhundertzweiundneunzig veroffentlichten ICD-10 entfernt. Dafur wurde dort das Storungsbild der ich-dystonen Sexualorientierung (F66.1) im Bereich der Personlichkeits- und Verhaltensstorungen aufgenommen. In der ICD-8 wurde Homosexualitat bereits 1968 als umstrittenes Krankheitsbild dargestellt. In Psychoanalyse und Psychotherapie gibt es nach wie vor kontroverse Meinungen. Anhanger der Gay Affirmative Psychotherapy, die die internationale Mehrheitsmeinung vertreten, versuchen, den Umgang mit Homosexualitat moglichst in das Menschsein zu integrieren. Im deutschen Sprachraum ausserten sich zweitausend zwei Standardwerke klar und deutlich: Im Mertens/Waldvogel konstatierte Udo Rauchfleisch, dass Diskriminierung und Pathologisierung wissenschaftlich nicht vereinbar seien.[72] Im Stumm/Pritz verlangte Wolfgang Till von der Psychotherapie,,eine nichtpathologisierende, vorurteilsfreie Haltung zur Homosexualitat".[73]Johannes Cremerius nannte (schon 1992) die Pathologisierung der Homosexualitat und die Weigerung, Homosexuelle zur analytischen Ausbildung zuzulassen, als einen der wesentlichen Grunde fur die Krise der Psychoanalyse.[74] Dazu entgegengesetzt gibt es eine immer kleiner werdende Minderheit von Medizinern bzw. Psychoanalytikern, die Homosexualitat im Gegensatz zum DSM-IV und zur ICD-10 als,,krankhafte und behandlungsbedurftige Storung" sehen (Charles Socarides[75] und Joseph Nicolosi). Der Psychotherapeut Douglas Haldeman, der ehemalige Vorsitzende der American Psychological Association, ist der Meinung, Lesben und Schwule hatten zwar ein Recht auf Veranderung ihrer sexuellen Orientierung, sofern sie mit ihren sexuellen Orientierungen unzufrieden seien. Bisher ist jedoch keine funktionierende,,Therapie" bekannt, mit der langfristig die sexuelle Orientierung verandert werden konnte. Die sogenannte reparative Therapie bezeichnet Haldeman als,,Pseudowissenschaft". Die sexuellen Neigungen als solche bestimmen noch nicht die psychologische Identitat eines Menschen, da dazu wesentlich die freie Stellungnahme gehort.[76] Im Sommer zweitausendacht erklarte die deutsche Bundesregierung im Bundestag, dass die reparative Therapie in der Fachwelt weitestgehend abgelehnt werde. Die deutsche Bundesregierung vertritt weder die Auffassung, dass Homosexualitat einer Therapie bedarf, noch dass Homosexualitat einer Therapie zuganglich ist.[77] Auch Haldeman ist der Meinung, die sogenannte,,reparative Therapie" passe nicht in die moderne,,mental health profession" hinein, und sei,,seit Jahren diskreditiert."[78] Ursachen der Ausbildung der sexuellen Orientierung Welche Faktoren beim Einzelnen zur Ausbildung einer bestimmten sexuellen Orientierung fuhren, ist ungeklart. Grundsatzlich konnen bei der Entstehung der sexuellen Orientierung zwei Hauptthesen unterschieden werden: Die sexuelle Orientierung ist schon vor der Geburt festgelegt. Die sexuelle Orientierung wird erst durch gewisse Identifikationsprozesse in der fruhen Kindheit oder auch besondere Ablaufe in der Pubertatsphase ausgepragt. Ausserdem werden Theorien vertreten, die eine Kombination dieser beiden Thesen darstellen. Unter biologischen, evolutionaren oder psychologischen Aspekten werden deshalb folgende Themen diskutiert: Faktoren, die zu Homosexualitat beim Menschen fuhrenIst Homosexualitat durch angeborene Faktoren bedingt oder beeinflussen diese die Ausbildung der Homosexualitat? Ist Homosexualitat auch oder teilweise eine Willensentscheidung? Obwohl sich der weit uberwiegende Teil der Wissenschaft darin einig ist, dass Homosexualitat keine Krankheit oder Paraphilie ist, wird diese immer noch vereinzelt, haufig von religios orientierten Gruppierungen, als abnorm oder krankhaft eingestuft und eine,,Heilung" fur sinnvoll und moglich gehalten;,,Therapien" werden diskutiert und auch ausprobiert. Zu nennen ist dabei vor allem die hochumstrittene, im Umfeld evangelikaler Christen in den USA entstandene Ex-Gay-Bewegung, die so genannte Konversionstherapien zur,,Umpolung" von Homosexuellen zu Heterosexuellen propagiert und anbietet. Diese Therapien werden von der medizinischen, psychologischen und psychiatrischen Fachwelt praktisch einhellig abgelehnt und als potenziell schadlich fur die Betroffenen angesehen (siehe auch unten bei Beratungsstellen).[79][80] Im US-Bundesstaat Kalifornien sind solche Therapien bei Minderjahrigen seit September 2012 wegen ihres Schadpotenzials gesetzlich verboten.[81][82] Der wissenschaftliche Streit uber die Ursachen homosexuellen Verhaltens ist sehr alt. Solange jedes homosexuelle Verhalten strafbar war, waren die Argumentationen in diesem Streit oft von dem Bestreben geleitet, entweder die,,Unausweichlichkeit" homosexuellen Verhaltens zu belegen und damit die Forderung nach dessen Straflosigkeit zu begrunden oder aber es als freie Entscheidung fur,,moralischenVerfall" zu kennzeichnen, dem mit Bestrafung entgegengewirkt werden musse. Auch heutige Untersuchungen zeigen, dass Menschen, die von einer angeborenen sexuellen Orientierung ausgehen, eine tolerantere Haltung gegenuber Homosexuellen haben als jene, die es als personliche Entscheidung sehen.[83] Teile der Lesben- und Schwulenbewegung distanzieren sich von Ursachenforschung. Die Erfahrung der letzten einhundertfünfzig Jahre zeigt, dass Wissenschaftler, Mediziner, Psychologen und andere sich fur die Ursachen der Entwicklung sexueller Orientierungen, primar der homosexuellen Orientierung, interessiert haben. Als Teil dieser Studien haben viele versucht, Homosexuelle zu erkennen und sie zu,,heilen", wobei das behauptete Ergebnis nicht zwingend Heterosexualitat sein musste. Viele homosexuelle Menschen befurchten deshalb, dass Ursachenforschung letztlich gegen sie eingesetzt werden soll, um Homosexualitat als unnaturlich, abnormal oder krankhaft, beziehungsweise als Symptom einer Krankheit anzusehen. Vor allem bei Menschen bzw. Gruppierungen, die Homosexualitat aus ideologischer, religioser oder aus personlicher Abneigung nicht tolerieren wollen, konnen solche Forschungen den Drang wecken, diese einzusetzen, um Homosexualitat zu beseitigen oder zumindest Homosexuelle zu erkennen und zu isolieren. Solche Befurchtungen stutzen sich u. a. auf Erfahrungen, die homosexuelle Manner in der Zeit des Nationalsozialismus machen mussten, in welchem man Homosexuelle mittels psychologischer Experimente erkennen und mit grausamen medizinischen Menschenversuchen,,zu heilen" beabsichtigte. Selbst Menschen, denen Schwule und Lesben sympathisch sind, und aktiv unterstutzende Eltern homosexueller Kinder wollen meist heterosexuelle Kinder, und sei es nur aus Angst vor den potentiell negativen Folgen von Heterosexismus und Homophobie in der Gesellschaft. Zu beachten ist auch, dass Untersuchungsergebnisse nicht in der westlichen Welt verbleiben, sondern global verfugbar sind. An einer Universitat in Singapur, wo damals gleichgeschlechtliche Akte mit lebenslanger Haft bestraft werden konnten, standen die Psychiater vor der Frage, ob ein prasymptomatischer Test ohne die Moglichkeit einer Behandlung angeboten werden durfe. Wahrend zu Zeiten Karl Heinrich Ulrichs (1825-1895) eine angeborene biologische Ursache als gegeben hingenommen werden musste, ware heutzutage sogar ein,,homosexuelles Gen" potentiell per Pranataldiagnostik erkennbar und man konnte darauf mit selektiver Abtreibung oder Gentherapie reagieren.[84][85][86][87] Befurworter eines Rechtes der Eltern auf Selektion sind beispielsweise Aaron S. Greenberg und J. Michael Bailey.[88][89] Kulturell wurde das Thema im 1993 uraufgefuhrten Stuck The Twilight of the Golds/Der letzte Gold von Jonathan Tolins behandelt, welches 1997 mit alternativem Ende verfilmt wurde. Bisweilen wird kritisiert, dass die Erforschung der sexuellen Orientierung zu stark auf die Erforschung von Homosexualitat ausgerichtet sei. Gelegentlich wird auch die Ursachenforschung zur Homosexualitat an sich kritisiert. Hierin wird von diesen Kritikern eine Wertung oder Pathologisierung gesehen, die auf einen heteronormativen Blickwinkel zuruckzufuhren sei, der als soziokulturelles Konstrukt angesehen wird. Eine wertneutrale Forschung in diesem Bereich musse das gesamte Spektrum der sexuellen Orientierungen im Blick haben. Biologische Ursachenforschung, die sich im Wesentlichen auf die gleichgeschlechtliche sexuelle Orientierung konzentriere, wurde einen Rechtfertigungszwang fur bestimmte Verhaltensweisen einschliessen und Moralvorstellungen von,,richtiger " oder,,falscher " Sexualitat transportieren.[90][91][92][93][94] Eine fundierte Zusammenfassung und Kritik der aktuelleren Ansatze und Untersuchungen zur mannlichen Homosexualitat lieferte etwa Robert Allen Brookey zweitausendzwei mit seinem Band Reinventing the Male Homosexual. The Power and Rhetorics of the Gay Gene. Nach einem Schlaganfall kann es zu Personlichkeitsveranderungen kommen. Neben ublichen, teilweise temporaren Veranderungen, die als Defizit wahrgenommen werden, wie beispielsweise Depressionen, Apathie, Angstlichkeit, Labilitat und Impulsivitat[95] kann seltener vermeintlich ein fremder Akzent angenommen werden, sich der Kunststil andern[96] oder uberhaupt erst sich ein kunstlerisches Talent zeigen.[97] Noch seltener soll es zu einer Veranderung der sexuellen Orientierung kommen konnen - in beide Richtungen: Ein Mann war sich seit seiner Jugend seiner gleichgeschlechtlichen Anziehung bewusst, hatte gleichgeschlechtliche Erlebnisse und auch langere Zeit einen gleichgeschlechtlichen Partner. Mit dreiundfünfzig Jahren hatte er einen Schlaganfall; sechs Monate danach beklagte er erstmals eine Veranderung seiner Personlichkeit, Interesse, Stimmungsschwankungen und heterosexuelle Bedurfnisse. Der Patient bezeichnet sich heute als bisexuell. Die Autoren der Fallstudie halten eine Anderung ausschliesslich aufgrund des psychologischen Effektes der Erkrankung fur unwahrscheinlich, da er im unmittelbaren sozialen Umfeld und der Familie trotz seiner homosexuellen Orientierung akzeptiert gewesen sei, berichten jedoch gleichzeitig von Alkoholproblemen und Depressionen des Patienten.[98] Der ehemalige Bankangestellte und Rugby-Spieler, mit nach der Selbstauskunft und Aussenwahrnehmung, durchwegs heterosexueller Orientierung, berichtet von ersten Veranderungen nach einem Schlaganfall. Er habe plotzlich andere Interessen entwickelt und interessiere sich nicht mehr fur Rugby. Sein Freundeskreis und Lebensstil anderte sich; seine Arbeit empfand er als langweilig und erlernte den Beruf des Friseurs. Er entdeckte seine gleichgeschlechtlichen Gefuhle und interessierte sich nach eigenem Bekunden fortan nicht mehr fur Frauen. Sein Problem sei, dass ihm sein Freundes- und Bekanntenkreis nicht abnehmen wurden, dass die Veranderungen durch den Schlaganfall verursacht seien.[99][100][101] Genetik Der ZwillingsforscherFranz Josef Kallmann befragte in den 1950er Jahren mannliche Zwillingspaare. Bei dieser Stichprobe ermittelte er, dass von vierzig eineiigen und fünfundvierzig zweieiigen mannlichen Zwillingspaaren, von denen mindestens ein Bruder sich selbst als schwul bezeichnete, bei einhundert Prozent der eineiigen Zwillinge der andere Bruder sich ebenfalls als schwul definierte und dass bei den zweieiigen Zwillingen diese in diesem Punkt der allgemeinen mannlichen Bevolkerung glichen.[102] Andere wie Willhart S. Schlegel fanden ahnliche genetische Komponenten der sexuellen Orientierung. Spatere Forschungsarbeiten der 1960er Jahre kamen zu verschiedenen Ergebnissen: Einige konnten einen Zusammenhang zur Zygozitat finden, wahrend andere keinen Unterschied zwischen eineiigen Zwillingen, zweieiigen Zwillingen und Adoptivgeschwistern feststellten.[103][104]

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