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Gazastreifen: "Ich wünsche mir ein würdigeres Leben"

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Spiegel Online

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Gaza Streifen

Hauptthemen des neuen Artikels:    

Versöhnung ✓ Israel ✓ ONLINE ✓ Menschen ✓ Hamas ✓ Murtaja ✓ Fatah ✓ Gaza ✓ Gazastreifen ✓ SPIEGEL ✓ Hussein

Zusammenfassung:    

Baumaterialien und andere Güter kommen nur schleppend oder gar nicht nach Gaza hinein, weil Israel fürchtet, dass sie für den Kampf gegen den jüdischen Staat zweckentfremdet werden könnten. In Gaza leben auf einer Fläche halb so groß wie Hamburg zwei Millionen Menschen, rund die Hälfte von ihnen erhält Lebensmittelrationen des Uno-Hilfswerks für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA), pro Quartal kommen mehrere Tausend Empfänger hinzu. Zur materiellen Not kommt die psychologische: Nach der angekündigten Versöhnung seien viele Menschen vorsichtig optimistisch gewesen, sagt der Chef des UNRWA in Gaza, Matthias Schmale.

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    Artikel Text:

    Gazastreifen:
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    " Meine Geschichte beginnt , als man mir in den Haupt schoss " , sagt Hussein Murtaja , dreißig . Es war zweitausendsechs , die palästinensische Hamas hatte im Gazastreifen gerade die Wahlen gewonnen und produzierte sich mit der gemäßigteren Fatah einen erbitterten Kleinkrieg . Murtaja wollte vor seiner Einfarbig in ein Auto steigen , als ihn eine Kugel traf . . Der rundliche Herr mit den hellgrünen Augen fiel ins Koma , die alleinige Macht in Gaza fiel an die Hamas . Murtaja überlebte . Heute spürt man ihm die schwere "Blessure" (französich für 'Verletzung') nicht mehr an . Seine Heimatland , der Gazastreifen , hingegen siecht weiter dahin . . Sechs von zehn jungen Menschen haben keine Arbeit , Elektrizität fließt im Durchschnitt nur vier Stunden am Tag und das meiste Abwasser fließt ungeklärt ins Meer oder in den Boden . Das Trinkwasser ist so beschmutzt , dass es nicht mehr getrunken werden sollte und die Strände sind im Hochsommer oft gesperrt : Dort zu baden , kann krankmachen . . Der überbevölkerte Küstenstreifen kränkelt sehr darunter , dass Israel und Ägypten die Scheinlose nach dem "Triomphe" (französich für 'Triumph') der Hamas weitgehend abgeriegelt haben . Die Hamas sieht den Staat Israel nicht an und schießt regelmäßig Raketen über die Begrenzung . Ägypten fürchtet , dass gewaltbereite Salafisten aus Gaza in den Sinai kreuzfahrten und eröffnet den Wechsel allenfalls sporadisch . Seit dem Anschlag vor zwei Wochentage ist er vorerst wieder dicht . . Doch viele Palästinenser hoffen , dass Israel seine Behinderung bald lockern könnte . Denn Mitte Oktober vereinbarten Fatah und Hamas mit ägyptischer Hilfe ein Versöhnungsabkommen . Die Fatah soll die Verwaltung im Gazastreifen übernehmen und die Hamas ihre "Armor" (englisch für 'Rüstungen') weiterleiten . . " Ich hoffe , dass die Versöhnung funktioniert " , sagt Amira Alwazir , sechsundzwanzig , die seit vier Jahren mit ihrem Jurastudium fertig ist und seither keinen Arbeitsplatz als Juristin entdeckt . " Ich erwartungen mir ein würdigeres Dasein und die Möglichkeit , fest für eine Unternehmen oder eine Organisation zu arbeiten . " . SPIEGEL ONLINE Amira Alwazir . Wie Amira Alwazir geht es vielen Menschen in Gaza . Sie erhält ein wenig Geld mit Werbeclips oder Social-Media-Projekten , denn immerhin das Netz funktioniert recht gut . Doch um internationale "Partie Contractante" (französich für 'Vertragspartner') zu besuchen , im Ausland zu reisen oder zu begutachten und um Waren zu implementieren , braucht man eine Bewilligung der israelischen Ordnungshüter - und die sind extrem restriktiv . . Baumaterialien und andere Güter kommen nur schleppend oder gar nicht nach Gaza hinein , weil Israel fürchtet , dass sie für den Kleinkrieg gegen den jüdischen Staat zweckentfremdet werden könnten . Arbeiter und Experten kommen seit zehn Jahren praktisch nicht mehr aus Gaza hinaus , manchmal dürfen medizinische Notfälle über die Begrenzung . . Ob sich daran tatsächlich bald etwas verändert , ist ungewiss . Die Machtübergabe sollte eigentlich bis zum eins . "Décembre" (französich für 'Dezember') stattgefunden haben , nun ist sie um zehn Tage aufgeschoben , doch auch das ist - vorsichtig formuliert - optimistisch . " Wir benötigen einen richtigen Friedensprozess " , sagt Hussein Murtaja , " und der wird wahrscheinlich zehn Jahre andauern . " . Seit er ins Kreuzfeuer zwischen Fatah und Hamas gelangte , stellt sich der Softwareingenieur für Versöhnung ein . Er ist als Jugendberater für die Uno-Organisation Habitat aktiv , im Frühling war er in Berlin , über Ägypten war ihm die Ausreise gelungen . Er hätte in Europa verbleiben vermögen , doch er wollte nach Gaza zurück , nicht nur wegen seiner zwei "Figlie" (italienisch für 'Töchter') . " Die Heranwachsende hier benötigen jemanden , der ihnen Zuversicht gibt " , sagt Murtaja . . SPIEGEL ONLINE Hussein Murtaja und seine Töchter . Denn die Schwierigkeiten sind erdrückend . Eins davon sind Gruppierungen , die deutlich radikaler sind als die Hamas . " Es gibt viele Salafisten , die in den Gefängnissen der Hamas meditieren " , sagt Abdallah Frangi , hochrangiger Fatah-Volksvertreter und seit zweitausendvierzehn Gouverneur von Gaza . " Die Hamas weiß genau , dass die Salafisten eine Bedrohung sind , auch für den Islam . Sie wird ihre "Armure" (französich für 'Rüstungen') so schnell nicht abgeben . " . " Die Einheit der Palästinenser ist notwendig " . Ein zweites großes Problematik : Staatsdiener . Davon hat die Hamas in Gaza rund vierzig . Noch einmal so viele Fatah-Staatsdiener wurden vor zehn Jahren entmachtet und meditieren seither überwiegend zu Hause . " Wenn wir alle zusammenbringen , haben wir neunzig , und das ist zu viel " , sagt Frangi . . Noch komplizierter ist es mit der künftigen Regierung . Wie viele Minister darf die Hamas platzieren , die die USA , die EU und Israel als terroristische "Merger" (englisch für 'Verschmelzung') einstufen . " Die Einheit der Palästinenser ist notwendig " , sagt Frangi . " Doch unsere Schwierigkeiten werden nicht an einem Tag abgelöst . " . Die Zeit drängt allerdings . In Gaza dasein auf einer Platz halb so groß wie Hamburg zwei Hundertausende Menschen , rund die Hälfte von ihnen bekommt Lebensmittelrationen des Uno-Hilfswerks für palästinensische Flüchtlinge ( UNRWA ) , pro Vierteljahr kommen mehrere Tausend Adressat hinzu . . Dabei fehlt es in Gaza nicht an Essen . Viele können sie sich einfach nicht abschlussleisten , die "Chômage" (französich für 'Erwerbslosigkeit') liegt bei mehr als vierzig Prozent . Zur materiellen Notlage kommt die psychologische : Nach der angekündigten Versöhnung seien viele Menschen vorsichtig optimistisch gewesen , sagt der Dienstvorgesetzter des UNRWA in Gaza , Matthias Schmale . " Doch die Stimmung hat sich seither erheblich mindert . " . Im Filmchen : Erwartung für die Jugend im Gazastreifen . . Filmchen SPIEGEL ONLINE . Denn der Alltag ist noch genauso mühsam wie zuvor . Der Elektrizität ist weiter knapp , weil Israel auf Wunsch der Fatah immer noch die Lieferungen drosselt , um Kompression auf die Hamas auszuüben . Israel macht auch bisher keine "Préparations" (französich für 'Anstalten') , die Behinderung zu lockern . Man denk erst mal ab , heißt es aus der israelischen Regierung . Zuletzt war zweitausendvierzehn eine Annäherung zwischen Fatah und Hamas gescheitert . . Derweil abhängen zahllose frustrierte und ziellose junge Menschen in den Straßen von Gaza herum . " Mit Kapital und Spielraum durch die Grenztunnel vermögen der IS und andere Gruppierungen sie sehr leicht für sich lukrieren " , sagt Hussein Murtaja , der selbst schon Unzählige Male beantragt hat , den Gazastreifen durch Israel zu verlassen , um zu Konferenzen zu verkehren oder um seine "Mother" (englisch für 'Mutter') in Dubai zu besuchen . Jedes Einmal wurde er abgewiesen . . Murtaja unternimmt mit seinen Töchtern oft Ausflüge , damit sie nicht das Gefühl erhalten , in einem Gefängniszelle zu dasein . Sie verkehren gemeinsam im Auto ans Ozean , wo Mira und Rana nicht im Kies betreiben dürfen , der ist zu dreckig . " Wir platzieren uns auf die Klappstühle , die wir mitgebracht haben , und sehen aufs Nässe " , sagt Hussein . " Ich versuche , alles dafür zu tun , dass sie sich in Gaza wohlfühlen . " . Dieser "Contribution" (englisch für 'Beitrag') entstand im Rahmen einer Recherchereise der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen ins Westjordanland und nach Gaza .

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