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Paul Cézanne – Wikipedia

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Paul Cézanne

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Biografie

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Paris ✓ Gallery ✓ Literatur ✓ Diogenes ✓ Schriftsteller ✓ Künstler ✓ Сезан ✓ Sammlung ✓ National ✓ Galerie ✓ Maria ✓ Gemälde

Zusammenfassung:    

Am fünf September eintausendneunhundertsechs schrieb er an seinen Sohn Paul:,,Schliesslich will ich Dir sagen, dass ich als Maler vor der Natur hellsichtiger werde, doch dass bei mir die Realisierung meiner Empfindungen immer sehr muhselig ist. Er verzichtete auf die linearperspektivische Wiedergabe der Motive und stellte sie stattdessen in den fur ihn kompositorisch sinnvollen Dimensionen dar; so kann beispielsweise eine Birne uberdimensional gross sein, um das innerbildliche Gleichgewicht und eine spannungsreiche Komposition zu erreichen. In den letzten sieben Jahren schuf er drei grossformatige Fassungen von Die Grossen Badenden (Les Grandes Baigneuses), wobei das in Philadelphia ausgestellte das grosste ist mit einem Format von zweihundertacht x zweihundertneunundvierzig cm.

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Paul Cézanne – Wikipedia
Bildquelle: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/a/a3/Portrait_de_l%27artiste_au_fond_rose%2C_par_Paul_C%C3%A9zanne.jpg/1200px-Portrait_de_l%27artiste_au_fond_rose%2C_par_Paul_C%C3%A9zanne.jpg    

Von Ende eintausendachthundertzweiundsiebzig bis eintausendachthundertvierundsiebzig lebte Cezanne mit Frau und Kind in Auvers-sur-Oise, wo er den Arzt und Kunstfreund Paul Gachet kennenlernte, den spateren Arzt des Malers Vincent van Gogh. Gachet war ausserdem ein ambitionierter Freizeitmaler und stellte Cezanne sein Atelier zur Verfugung. Cezanne folgte eintausendachthundertzweiundsiebzig einer Einladung des Freundes Pissarro zur Zusammenarbeit nach Pontoise im Tal der Oise. Pissarro als einfuhlsamer Kunstler wurde fur den menschenscheuen, reizbaren Cezanne zum Mentor; er konnte ihn zur Abkehr von den dunklen Farben auf seiner Farbpalette bewegen und gab ihm den Rat:,,Malen Sie immer nur mit den drei Grundfarben (Rot, Gelb, Blau) und ihren unmittelbaren Abweichungen. " Ausserdem solle er auf lineare Konturierung verzichten, die Gestalt der Dinge ergebe sich durch die Abstufung der farblichen Tonwerte. Cezanne spurte, dass ihn die impressionistische Technik seinem Ziel naher brachte, und folgte dem Rat des Freundes. Sie malten oft gemeinsam vor dem Motiv. Spater berichtete Pissarro:,,Wir waren standig zusammen, aber trotzdem bewahrte sich jeder von uns das, was allein zahlt: die eigene Empfindung."[13] Ein deutliches Beispiel ist in den links gezeigten Gemalden zu sehen: Das spatere Werk Blick auf Auvers zeigt im Gegensatz zu den dunklen Farben und den starken Konturen der Schneeschmelze die von Pissarro erlernte Technik, verbunden mit Cezannes genauer Beobachtung der Landschaft. Die jungen Maler in Paris sahen im Salon de Paris keine Forderung ihrer Werke und griffen daher Claude Monets bereits im Jahr eintausendachthundertsiebenundsechzig gefassten Plan einer eigenen Ausstellung auf. Vom fünfzehn April bis zum fünfzehn Mai eintausendachthundertvierundsiebzig fand die erste Gruppenausstellung der Societe anonyme des artistes, peintres, sculpteurs, graveurs statt, der spater so genannten Impressionisten. Dieser Name geht auf den Titel des ausgestellten Gemaldes Impression soleil levant von Monet zuruck. Der Kritiker Louis Leroy bezeichnete in der satirischen Zeitschrift Le Charivari die Gruppe als,,Impressionisten" und schuf damit den Begriff dieser neuen Kunstrichtung. Ausstellungsort war das Atelier des Fotografen Nadar am Boulevard des Capucines. Pissarro setzte Cezannes Teilnahme gegen die Bedenken einiger Mitglieder durch, die befurchteten, Cezannes kuhne Bilder konnten der Ausstellung schaden. Neben Cezanne stellten unter anderem Renoir, Monet, Alfred Sisley, Berthe Morisot, Edgar Degas und Pissarro aus. Manet lehnte eine Beteiligung ab, fur ihn war Cezanne,,ein Maurer, der mit der Kelle malt".[14] Besonders Cezanne erregte mit seinen Gemalden wie der Landschaft bei Auvers und der Modernen Olympia grosses Aufsehen, Entrustung und Hohngelachter bei den Kritikern.[15] In Eine moderne Olympia, geschaffen als Bildzitat von Manets 1863 entstandenem, vielfach geschmahtem Gemalde Olympia, suchte Cezanne eine noch drastischere Darstellung und zeigte neben Prostituierter und Dienerin auch den Freier, in dessen Gestalt Cezanne personlich vermutet wird.[16] Die Ausstellung erwies sich als finanzieller Misserfolg; bei der Schlussabrechnung ergab sich ein Defizit von uber einhundertachtzig Francs fur jeden der teilnehmenden Kunstler. Cezannes Werk Das Haus des Gehangten gehorte zu den Bildern, die trotz der Verrisse verkauft werden konnten. Der Sammler Graf Doria erwarb es fur dreihundert Francs.[17] Im Jahr eintausendachthundertfünfundsiebzig traf Cezanne den Zollinspektor und Kunstsammler Victor Chocquet, der, vermittelt durch Renoir, drei seiner Arbeiten kaufte und sein treuester Sammler wurde. An der zweiten Ausstellung der Gruppe nahm Cezanne nicht teil, prasentierte dafur im Jahr 1877, in der dritten Ausstellung, gleich sechzehn seiner Werke, die sich wiederum erhebliche Kritik zuzogen. Es war das letzte Mal, dass er gemeinsam mit den Impressionisten ausstellte.[18] Ein weiterer Forderer war der Farbenhandler Julien,,Pere" Tanguy, der die jungen Maler unterstutzte, indem er ihnen Farben und Leinwand lieferte und dafur Gemalde erhielt. Im Marz eintausendachthundertachtundsiebzig erfuhr Cezannes Vater durch eine unbedachte briefliche Ausserung Victor Chocquets von der lange verborgen gehaltenen Beziehung zu Hortense und dem gemeinsamen unehelichen Sohn Paul. Er kurzte darauf den monatlichen Wechsel um die Halfte, und fur Cezanne begann eine finanziell angespannte Zeit, in der er Zola um Hilfe bitten musste.[19] eintausendachthunderteinundachtzig arbeitete Cezanne in Pontoise mit Paul Gauguin und Pissarro zusammen; Cezanne kehrte am Ende des Jahres nach Aix zuruck. Er warf Gauguin spater vor, dass er ihm seine,,kleine Empfindung" gestohlen habe und dieser andererseits jedoch nur Chinoiserien male.[20] Mit Antoine Guillemet wurde eintausendachthundertzweiundachtzig ein Freund Cezannes Mitglied der Jury des Salons. Da jedes Jurymitglied das Privileg hatte, ein Bild eines seiner Schuler zu zeigen, gab er Cezanne als seinen Schuler aus und erreichte dessen erste Teilnahme beim Salon. Das Werk, es war ein Portrat seines Vaters aus den sechziger Jahren, wurde an eine schlecht belichtete Stelle eines abgelegenen Saals in die oberste Reihe gehangt und erfuhr keinerlei Beachtung. Cezanne arbeitete im Fruhjahr eintausendachthundertzweiundachtzig mit Renoir in Aix und - erstmals - in L'Estaque zusammen, einem kleinen Fischort bei Marseille, den er auch eintausendachthundertdreiundachtzig und eintausendachthundertachtundachtzig aufsuchte. Bei einem der ersten beiden Aufenthalte entstand Die Bucht von Marseille, von L'Estaque aus gesehen.[21] Im Herbst 1885 und in den folgenden Monaten hielt sich Cezanne in Gardanne auf, einer kleinen, auf einem Hugel gelegenen Stadt in der Nahe von Aix-en-Provence, wo er mehrere Gemalde schuf, deren facettierte Formen bereits den Malstil des Kubismus antizipieren. Die lange freundschaftliche Beziehung zu Emile Zola war distanzierter geworden. Der weltgewandte, erfolgreiche Schriftsteller hatte sich eintausendachthundertachtundsiebzig ein luxurioses Sommerhaus in Medan in der Nahe von Auvers eingerichtet, wo ihn Cezanne in den Jahren eintausendachthundertneunundsiebzig bis eintausendachthundertzweiundachtzig sowie eintausendachthundertfünfundachtzig wiederholt besucht hatte; doch der aufwandige Lebensstil des Freundes hatte ihm, der ein anspruchsloses Leben fuhrte, seine eigene Unzulanglichkeit vor Augen gefuhrt und veranlasste ihn zum Selbstzweifel.[22] Zola, der den Jugendfreund inzwischen als einen Gescheiterten betrachtete, veroffentlichte im Marz eintausendachthundertsechsundachtzig seinen SchlusselromanL'OEuvre aus dem Romanzyklus der Rougon-Macquart, dessen Protagonist, der Maler Claude Lantier, die Verwirklichung seiner Ziele nicht erreicht und Selbstmord begeht. Um die Parallelen zwischen Fiktion und Biografie noch zu steigern, stellte Zola in seinem Werk dem Maler Lantier den erfolgreichen Schriftsteller Sandoz zur Seite. Monet und Edmond de Goncourt sahen in der Romanfigur des Malers eher Edouard Manet beschrieben, doch Cezanne fand sich als Person in vielen Einzelheiten widergespiegelt. Er bedankte sich formlich fur die Zusendung des vermeintlich auf ihn bezogenen Werks. Der Kontakt der beiden Jugendfreunde brach daraufhin fur immer ab.[23] Am achtundzwanzig April eintausendachthundertsechsundachtzig heirateten Paul Cezanne und Hortense Fiquet in Anwesenheit seiner Eltern in Aix. Die Verbindung zu Hortense wurde nicht aus Liebe legalisiert, da ihre Beziehung schon seit langerem zerruttet war. Cezanne hatte eine Scheu vor Frauen und eine panische Angst vor Beruhrungen, ein Trauma, das aus seiner Kindheit stammte, als ihm nach eigener Aussage auf der Treppe ein Mitschuler hinterrucks einen Fusstritt von hinten versetzt hatte.[24] Durch die Heirat sollte vielmehr der inzwischen vierzehnjahrige Sohn Paul, den Cezanne sehr liebte, als ehelicher Sohn in seinen Rechten gesichert werden. Trotz der belasteten Beziehung war Hortense die Person, die Cezanne am haufigsten portratierte. Vom Beginn der siebziger bis zu den fruhen neunziger Jahren sind sechsundzwanzig Gemalde von Hortense bekannt. Sie liess die anstrengenden Sitzungen bewegungslos und geduldig uber sich ergehen. Das gezeigte Bild entstand um eintausendachthundertneunzig in der Wohnung auf der Ile Saint-Louis in Paris am Quai d'Anjou 15.[25] Im Oktober 1886, nach dem Tod des Vaters, erbten Cezanne, seine Mutter und Schwestern dessen Vermogen, zu dem auch das Landgut Jas de Bouffan gehorte, sodass Cezannes finanzielle Lage wesentlich entspannter wurde.,,Mein Vater war ein genialer Mann", sagte er ruckblickend,,,er hinterliess mir ein Einkommen von fünfundzwanzig Francs."[26] Cezanne lebte in Paris und zunehmend in Aix ohne seine Familie. Renoir besuchte ihn dort im Januar 1888, und sie arbeiteten gemeinsam im Atelier des Jas de Bouffan. Im Jahr eintausendachthundertneunzig erkrankte Cezanne an Diabetes; durch die Krankheit wurde er noch schwieriger im Umgang mit seinen Mitmenschen. In der Hoffnung, die gestorte Beziehung zu Hortense konne sich stabilisieren, verbrachte Cezanne mit ihr und seinem Sohn Paul einige Monate in der Schweiz. Der Versuch missgluckte, daher kehrte er in die Provence zuruck, Hortense und Paul nach Paris. Im Mai eintausendachthundertfünfundneunzig besuchte er zusammen mit Pissarro die Ausstellung Monets in der Galerie Durand-Ruel. Er war begeistert, nannte aber spater bezeichnenderweise das Jahr eintausendachthundertachtundsechzig als Monets starkste Zeit, als dieser noch mehr unter dem Einfluss Courbets stand. Mit seinem Studienkameraden aus der Academie Suisse, Achille Emperaire, begab sich Cezanne in das Gebiet um den Ort Le Tholonet, wo er im,,Chateau Noir" wohnte, das am Sainte-Victoire-Gebirge liegt. Besonders das Gebirge nahm er in seinen Gemalden oft zum Thema. Er mietete sich am nah gelegenen Steinbruch Bibemus eine Hutte; Bibemus wurde ein weiteres Motiv fur seine Gemalde. Ambroise Vollard, ein aufstrebender Galerist, eroffnete im November eintausendachthundertfünfundneunzig Cezannes erste Einzelausstellung. Er zeigte in seiner Galerie eine Auswahl von fünfzig aus etwa einhundertfünfzig Werken, die ihm Cezanne als Paket zugeschickt hatte. Uber die Ausstellung eines Manet-Konvoluts in seinem kleinen Laden hatte Vollard eintausendachthundertvierundneunzig Degas und Renoir kennengelernt, die bei ihm Manet-Arbeiten gegen eigene Werke eintauschten. Vollard knupfte ebenfalls Beziehungen zu Pierre Bonnard und Edouard Vuillard, und als im selben Jahr der bekannte Farbenhandler Pere Tanguy starb, konnte Vollard aus dessen Nachlass sehr gunstig Arbeiten von drei damals noch Unbekannten kaufen: Cezanne, Gauguin und van Gogh. Der erste Kaufer eines Cezanne-Gemaldes war Monet, es folgten Kollegen wie Degas, Renoir, Pissarro und spater dann Kunstsammler. Die Preise fur Werke Cezannes stiegen um das Hundertfache, und Vollard profitierte wie stets von seinen Lagerbestanden.[27] Im Jahr eintausendachthundertsiebenundneunzig wurde zum ersten Mal ein Cezanne-Gemalde von einem Museum angekauft. Hugo von Tschudi erwarb Cezannes Landschaftsmalerei Die Muhle an der Couleuvre bei Pontoise in der Galerie Durand-Ruel fur die Berliner Nationalgalerie. Cezannes Mutter starb am 25. Oktober 1897. Im November eintausendachthundertneunundneunzig verkaufte er auf Drangen seiner Schwester das nun praktisch verwaiste Anwesen,,Jas de Bouffan" und bezog eine kleine Stadtwohnung in der 23, Rue Boulegon in Aix-en-Provence; der geplante Kauf des Anwesens,,Chateau Noir" hatte sich nicht realisieren lassen. Er stellte eine Haushalterin ein, Mme Bremond, die ihn bis zu seinem Tod betreuen sollte. Der Kunstmarkt reagierte inzwischen weiterhin positiv auf Cezannes Werke; so schrieb Pissarro im Juni eintausendachthundertneunundneunzig aus Paris von der Versteigerung der Sammlung Chocquets aus dessen Nachlass:,,Dazu gehoren zweiunddreissig Cezannes ersten Ranges []. Die Cezannes werden sehr hohe Preise bringen und sind bereits mit vier- bis funftausend Francs angesetzt. " In dieser Auktion wurden erstmals marktgerechte Preise fur Bilder Cezannes erzielt, sie lagen jedoch noch,,weit unter denen fur Gemalde Manets, Monets oder Renoirs."[28] Im Jahr eintausendneunhunderteins stellte Maurice Denis sein eintausendneunhundert entstandenes grosses Gemalde Hommage a Cezanne in Paris und Brussel aus. Das Bildthema ist die Galerie von Ambroise Vollard, in der ein Bild - Cezannes Gemalde Stillleben mit Obstschale - prasentiert wird, das fruher im Besitz von Paul Gauguin war. Der Schriftsteller Andre Gide erwarb Hommage a Cezanne und gab es eintausendneunhundertachtundzwanzig an das Musee du Luxembourg. Gegenwartig ist es im Bestand des Musee d'Orsay, Paris. Zu den portratierten Personen: Odilon Redon steht links im Vordergrund, er hort Paul Serusier zu, der sich ihm gegenuber befindet. Von links nach rechts sind weiterhin Edouard Vuillard, der Kritiker Andre Mellerio mit Zylinder, Vollard hinter der Staffelei, Maurice Denis, Paul Ranson, Ker-Xavier Roussel, Pierre Bonnard mit Pfeife, und ganz rechts Marthe Denis, die Ehefrau des Malers, abgebildet.[29] eintausendneunhunderteins erwarb Cezanne ein Grundstuck nordlich der Stadt Aix-en-Provence, wo er nach seinen Bedurfnissen eintausendneunhundertzwei das Atelier am Chemin des Lauves bauen liess. Fur grossformatige Gemalde wie Die Grossen Badenden, die im Atelier Les Lauves entstanden, liess er an der Aussenwand einen langen schmalen Mauerspalt errichten, durch den naturliches Licht fliessen konnte. In diesem Jahr starb Zola, was Cezanne trotz der Entfremdung in Trauer versetzte. Paul Cezanne in seinem Atelier Les Lauves, eintausendneunhundertvier Foto von Emile Bernard Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich mit zunehmendem Alter; zu seiner Zuckerkrankheit kamen Altersdepressionen hinzu, die sich in wachsendem Misstrauen gegenuber seinen Mitmenschen bis hin zum Verfolgungswahn ausserten. Allerdings machten es ihm die Aixer Mitburger und Teile der Presse nicht leicht. Trotz der zunehmenden Anerkennung des Kunstlers erschienen gehassige Pressetexte, und er erhielt zahlreiche Drohbriefe.[30],,Ich verstehe die Welt nicht, und die Welt versteht mich nicht, darum habe ich mich von der Welt zuruckgezogen", so ausserte sich der alte Cezanne gegenuber seinem Kutscher.[31] Drei Schadel auf einem Teppich, um 1904, Privatbesitz Als Cezanne im September eintausendneunhundertzwei sein Testament bei einem Notar hinterlegte, schloss er seine Frau Hortense vom Erbe aus und erklarte darin seinen Sohn Paul zum Alleinerben.[32] Im Jahr eintausendneunhundertdrei stellte er zum ersten Mal im neu gegrundeten Salon d'Automne (Pariser Herbstsalon) aus. Der Maler und Kunsttheoretiker Emile Bernard besuchte ihn erstmals im Februar eintausendneunhundertvier fur einen Monat und veroffentlichte im Juli einen Artikel uber den Maler in der Zeitschrift L'Occident. Cezanne arbeitete damals an einem Vanitas-Stillleben mit drei Schadeln auf einem orientalischen Teppich. Bernard berichtete, dass wahrend seines Aufenthalts dieses Gemalde jeden Tag seine Farbe und Form wechselte, obgleich es vom ersten Tag an als vollendet erschien. Er sah dieses Werk spater als Cezannes Vermachtnis an und resumierte:,,Wahrlich, seine Art zu arbeiten war ein Nachdenken mit dem Pinsel in der Hand."[33] In den mehrfach geschaffenen Memento-mori-Stillleben zeigte sich Cezannes zunehmende Altersdepression, die in seinen Briefen seit eintausendachthundertsechsundneunzig mit Bemerkungen wie,,das Leben beginnt fur mich von einer todlichen Monotonie zu sein"[33] anklang. Mit Bernard entspann sich ein Briefwechsel bis zu Cezannes Tod; er veroffentlichte seine Erinnerungen Souvenirs sur Paul Cezanne erstmals eintausendneunhundertsieben im Mercure de France, und eintausendneunhundertzwölf erschienen sie in Buchform.[34] Vom fünfzehn Oktober bis zum fünfzehn November 1904 war ein ganzer Raum des Salon d'Automne mit den Werken Cezannes ausgestattet. eintausendneunhundertfünf fand eine Ausstellung in London statt, in der auch seine Arbeiten gezeigt wurden; die Galerie Vollard stellte im Juni seine Werke aus, und der Salon d'Automne schloss sich wiederum vom 19. Oktober bis zum 25. November mit 10 Gemalden an. Bildnis des Gartners Vallier, 1906, Museum Berggruen, Berlin. An diesem Gemalde arbeitete Cezanne kurz vor seinem Tod. Der Kunsthistoriker und MazenKarl Ernst Osthaus, der eintausendneunhundertzwei das Museum Folkwang gegrundet hatte, besuchte Cezanne am dreizehn April des Jahres 1906, in der Hoffnung, ein Gemalde des Kunstlers erwerben zu konnen. Seine Frau Gertrud machte die vermutlich letzte fotografische Aufnahme Cezannes.[35] Osthaus schilderte seinen Besuch in seiner im selben Jahr veroffentlichten Schrift Ein Besuch bei Cezanne. Trotz der spaten Erfolge konnte Cezanne sich seinen Zielvorstellungen immer nur annahern. Am fünf September eintausendneunhundertsechs schrieb er an seinen Sohn Paul:,,Schliesslich will ich Dir sagen, dass ich als Maler vor der Natur hellsichtiger werde, doch dass bei mir die Realisierung meiner Empfindungen immer sehr muhselig ist. Ich kann nicht die Intensitat erreichen, die sich vor meinen Sinnen entwickelt, ich besitze nicht jenen wundervollen Farbenreichtum, der die Natur belebt."[36] Am fünfzehn Oktober geriet Cezanne beim Malen vor dem Motiv in ein Unwetter; er verlor die Besinnung, wurde von den Kutschern eines Waschekarrens aufgelesen und nach Hause gebracht. Aufgrund der Unterkuhlung zog er sich eine schwere Lungenentzundung zu. Am nachsten Tag ging Cezanne noch in den Garten, um an seinem letzten Gemalde, dem Bildnis des Gartners Vallier, zu arbeiten, und schrieb einen ungehaltenen Brief an seinen Farbenhandler, in dem er die Verzogerung der Farbenlieferung beklagte. Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich jedoch zusehends. Seine Frau Hortense und Sohn Paul wurden telegrafisch von der Haushalterin informiert, doch sie kamen zu spat. Am 22. Oktober 1906 starb Cezanne in Aix-en-Provence.[37] Cezannes fruhe,,dunkle " Periode war beeinflusst von den Werken der franzosischen Romantik und des beginnenden Realismus; Vorbilder waren Eugene Delacroix und Gustave Courbet. Seine Gemalde sind gekennzeichnet durch einen dicken Farbauftrag, kontrastreiche, dunkle Tone mit ausgepragten Schatten, die Verwendung von reinem Schwarz und anderen mit Schwarz vermischten Farbtonen, braun, grau sowie preussisch-blau; gelegentlich kommen einige weisse Tupfen oder grune und rote Pinselstriche zum Aufhellen hinzu, welche die monochrome Eintonigkeit beleben.[38] Themen seiner Bilder aus dieser Zeit sind Portrats der Familienmitglieder oder damonisch-erotischen Inhalts, in denen eigene traumatische Erlebnisse anklingen. Beispiele sind Die Entfuhrung und Der Mord. In seiner zweiten - der impressionistischen - Periode orientierte er sich an Werken von Camille Pissarro und Edouard Manet, gab seine dunkle Malweise auf und benutzte nun eine rein auf den Grundtonen, Gelb, Rot und Blau, basierende Farbpalette. Dadurch loste er sich von seiner Technik des schweren, oft uberladen wirkenden Farbauftrags und ubernahm die lockere, aus nebeneinander gesetzten Pinselstrichen bestehende Maltechnik seiner Vorbilder. Portrats und figurliche Kompositionen traten in diesen Jahren zuruck. Cezanne schuf in Folge Landschaftsgemalde, in denen der illusionistische Tiefenraum immer deutlicher aufgehoben wurde. Die,,Gegenstande" werden weiterhin als Volumina aufgefasst und auf ihre geometrischen Grundformen zuruckgefuhrt. Diese Gestaltungsmethode wird auf die gesamte Bildflache ubertragen. Der malerische Gestus behandelt die,,Ferne" nun in ahnlicher Weise wie die,,Gegenstande" selbst, sodass sich der Eindruck einer Fernwirkung einstellt. Auf diese Weise verliess Cezanne einerseits den traditionellen Bildraum, arbeitete andererseits jedoch dem zerfliessenden Eindruck impressionistischer Bildwerke entgegen. Unter anderem entstanden Gemalde mit Motiven vom Jas de Bouffan und von L'Estaque. Es folgte die,,Periode der Synthese", in der sich Cezanne nun ganzlich von der impressionistischen Malweise loste. Er verfestigte die Formen durch flachig-diagonalen Farbauftrag, hob die perspektische Darstellung zur Erzeugung der Bildtiefe auf und richtete sein Augenmerk auf die Ausgewogenheit der Komposition. In dieser Periode schuf er vermehrt Landschafts- und Figurenbilder. In einem Brief an seinen Freund Joachim Gasquet schrieb er:,,Die farbigen Flachen, immer die Flachen! Der farbige Ort, wo die Seele der Flachen bebt, die prismatische Warme, die Begegnung der Flachen im Sonnenlicht. Ich entwerfe meine Flachen mit meinen Farbabstufungen auf der Palette, verstehen Sie mich! [] Die Flachen mussen deutlich in Erscheinung treten. Deutlich [] aber sie mussen richtig verteilt sein, ineinander ubergehen. Alles muss zusammenspielen und doch wieder Kontraste bilden. Auf die Volumen allein kommt es an!"[38 ] Der Knabe mit der roten Weste, 1888-1890, Stiftung Sammlung E. G. Buhrle, Zurich. Von Februar 2008 bis April 2012 war das Bild infolge eines Kunstraubs verschollen. Die Stillleben, die Cezanne schon ab den spaten 1880er Jahren malte, sind ein weiterer Schwerpunkt seines Werks. Er verzichtete auf die linearperspektivische Wiedergabe der Motive und stellte sie stattdessen in den fur ihn kompositorisch sinnvollen Dimensionen dar; so kann beispielsweise eine Birne uberdimensional gross sein, um das innerbildliche Gleichgewicht und eine spannungsreiche Komposition zu erreichen. Er baute seine Arrangements im Atelier auf. Neben den Fruchten sind es Kruge, Topfe und Teller, gelegentlich ein Putto, oft umgeben von einem weissen, gebauschten Tischtuch, das dem Sujet barocke Fulle verleiht. Nicht die Gegenstande sollen Aufmerksamkeit erregen, sondern die Anordnung der Formen und Farben auf der Flache. Cezanne entwickelte die Komposition aus einzelnen, uber die Leinwand verteilten Farbtupfen, aus denen sich allmahlich Form und Volumen des Gegenstands aufbauen. Die Erreichung des Gleichgewichts dieser Farbflecken auf der Leinwand erfordert eine langsame Arbeitsweise, sodass Cezanne an einem Gemalde oft lange Zeit arbeitete.[39] Nachdem Cezanne zunachst nur Familienmitglieder oder Freunde portratiert hatte, gestattete es ihm seine bessere Finanzlage, fur das 1888-1890 geschaffene Portrat Der Knabe mit der roten Weste, das zu seinen bekanntesten Gemalden gehort, ein Berufsmodell zu verpflichten, einen jungen Italiener namens Michelangelo di Rosa. Er wurde insgesamt auf vier Gemalden und zwei Aquarellen dargestellt.[40] Fur Die Kartenspieler, von denen es funf Motive gibt, standen ihm Bauern und Tagelohner Modell, die auf den Feldern beim Jas de Bouffan arbeiteten. Es sind keine Genrebilder, auch wenn sie Szenen aus dem Alltagsleben zeigen; das Motiv ist nach strengen Farb- und Formgesetzen aufgebaut. Eine Hinwendung zu frei erfundenen Figuren in der Landschaft bestimmt viele Werke des Spatwerks, der sogenannten,,lyrischen Periode", wie etwa der Zyklus der Badenden; Cezanne schuf etwa einhundertvierzig Gemalde und Skizzen zum Thema der Badeszenen. Hier findet sich seine Verehrung fur die klassische Malerei wieder, die in arkadischen Idyllen Mensch und Natur in Harmonie zu vereinigen sucht. In den letzten sieben Jahren schuf er drei grossformatige Fassungen von Die Grossen Badenden (Les Grandes Baigneuses), wobei das in Philadelphia ausgestellte das grosste ist mit einem Format von zweihundertacht x zweihundertneunundvierzig cm. Cezanne ging es um die Komposition und das Zusammenspiel von Formen und Farben, von Natur und Figuren. Fur seine Gemalde in dieser Zeit benutzte er als Vorlage Skizzen und Fotografien, da ihm die Gegenwart nackter Modelle nicht behagte.[41] Die Gegend um das Gebirge Montagne Sainte-Victoire zahlte zu einem der wichtigsten Themenkreise der spaten Jahre. Von einem Aussichtspunkt oberhalb seines Ateliers aus, spater Terrain des Paintres genannt, malte er mehrere Ansichten des Berges. Eine genaue Naturbeobachtung war Voraussetzung fur Cezannes Malerei:,,Um eine Landschaft richtig zu malen, muss ich auch zuerst die geologische Schichtung erkennen."[42] Insgesamt malte er mehr als 30 Olbilder sowie 45 Aquarelle des Gebirges, und er war stets darauf bedacht,,,Konstruktionen und Harmonien parallel zur Natur" zu finden. Cezanne befasste sich vor allem in seinem Spatwerk mit der Aquarellmalerei, da ihm klar geworden war, dass die spezifische Anwendung seiner Mittel in diesem Medium besonders offenkundig dargelegt werden konnte. Die spaten Aquarelle wirkten auch auf seine Olmalerei zuruck, beispielsweise bei der Studie mit Badenden (1902-1906), in der eine Darstellung voller farbig flankierter,,Leerstellen" als vollendet erscheint.[43] So betonte auch der Maler und Kunstkritiker Roger Fry in seiner grundlegenden Cezanne-Publikation Cezanne: A Study of His Development aus dem Jahr 1927, dass nach eintausendachthundertfünfundachtzig die Technik des Aquarells stark auf seine Malerei mit Olfarben eingewirkt habe. Einem grosseren Interessentenkreis sind die Aquarelle in Vollards Cezanne-Monographie 1914 und in Julius Meier-Graefes 1918 edierter Bildmappe mit zehn Faksimiles nach den Aquarellen bekannt geworden.[44] Nur leicht mit Farbe versehene Bleistiftstudien, die vereinzelt in Skizzenalben vorkamen, stehen neben sorgfaltig ausgemalten Werken. Viele Aquarelle sind den Realisationen auf der Leinwand ebenburtig und bilden eine autonome Werkgruppe. In der Themenstellung dominieren die Landschaftsaquarelle, gefolgt von Figurenbildern und Stillleben, wahrend Portrats im Gegensatz zu den Gemalden und Zeichnungen seltener sind.[45] Wie fur die Antike und die alten Meister ist fur Cezanne die Grundlage der Malerei das Zeichnen, die Voraussetzung aller Arbeit aber die Unterordnung unter den Gegenstand, beziehungsweise das Auge oder das reine Schauen:,,Das ganze Wollen des Malers muss schweigen. Er soll in sich verstummen lassen alle Stimmen der Voreingenommenheit. Vergessen ! Vergessen! Stille schaffen! Ein vollkommenes Echo sein. [] Die Landschaft spiegelt sich, vermenschlicht sich, denkt sich in mir. [] Ich steige mit ihr zu den Wurzeln der Welt. Wir keimen. Eine zartliche Erregung ergreift mich und aus den Wurzeln dieser Erregung steigt dann der Saft, die Farbe. Ich bin der wirklichen Welt geboren. Ich sehe! [] Um das zu malen muss dann das Handwerk einsetzen, aber ein demutiges Handwerk, das gehorcht und bereit ist, unbewusst zu ubertragen."[46] Cezanne als Methodiker der Farbe hat neben Olbildern und Aquarellen ein umfangreiches Werk von mehr als eintausendzweihundert Zeichnungen hinterlassen, das, zu Lebzeiten in den Schranken und Mappen des Ateliers verborgen, erst in den 1930er Jahren die Sammler zu interessieren begann. Sie bilden das Arbeitsmaterial fur seine Werke und zeigen Detailskizzen, Beobachtungsnotizen und Nachzeichnungen auf Cezannes teilweise nur schwer entzifferbaren Stationen auf dem Weg zur Bildrealisation. Ihre an den Entstehungsprozess des jeweiligen Werkes gebundene Aufgabe bestand darin, die Gesamtstruktur und die Objektbezeichnungen innerhalb des Bildorganismus zu geben. Noch im hohen Alter entstanden Portrat- und Figurenzeichnungen nach Vorbildern antiker Bildwerke und Barockgemalde aus dem Louvre, die ihm uber die Vereinzelung plastischer Erscheinungen Klarheit verschafften. Daher bildete das Schwarzweiss der Zeichnungen eine wesentliche Voraussetzung fur Cezannes Gestaltungen aus der Farbe.[47] Paul Cezanne war der erste Kunstler, der damit begann, Objekte in einfache geometrische Formen zu zerlegen. Er schrieb in seinem haufig zitierten Brief vom fünfzehn April eintausendneunhundertvier an den Maler und Kunsttheoretiker Emile Bernard, der Cezanne in dessen letzten Jahren kennengelernt hatte:,,Man behandle die Natur gemass Zylinder, Kugel und Kegel und bringe das Ganze in die richtige Perspektive, so dass jede Seite eines Objektes, einer Flache nach einem zentralen Punkt fuhrt [ ] " [ 48] In den Werkgruppen Montagne Sainte-Victoire und den Stillleben verwirklichte Cezanne seine Ideen der Malerei. So wird in seiner Bildauffassung selbst ein Berg als eine Ubereinanderschichtung von Formen, Raumen und Strukturen aufgefasst, die sich uber dem Boden erheben.[38] Emile Bernard schrieb uber Cezannes ungewohnliche Arbeitsweise:,,Er begann mit den Schattenteilen und mit einem Fleck, auf den er einen zweiten, grosseren setzte, dann einen dritten, bis alle diese Farbtone, einander deckend, mit ihrem Kolorit den Gegenstand modellierten. Da begriff ich, dass ein Harmoniegesetz seine Arbeit leitete und dass diese Modulationen eine im voraus in seinem Verstand festgesetzte Richtung hatten."[49] In dieser vorherbestimmten Richtung liegt fur Cezanne das eigentliche Geheimnis der Malerei im Zusammenhang von Harmonie und der Illusion der Tiefe. Gegenuber dem Sammler Karl Ernst Osthaus betonte Cezanne am dreizehn April eintausendneunhundertsechs bei dessen Besuch in Aix, dass die Hauptsache in einem Bild das Treffen der Distanz sei. Die Farbe musse jeden Sprung ins Tiefe ausdrucken. Daran ist das Konnen des Malers zu erkennen.[50] Cezanne verwendete vorzugsweise diese Begriffe, wenn er sein malerisches Verfahren beschrieb. Da ist zunachst das,,Motiv", mit dem er nicht nur den gegenstandlichen Begriff des Bildes meinte, sondern ebenfalls die Motivation fur seine unermudliche Arbeit des Beobachtens und Malens. Aller sur le motif, wie er seinen Gang zur Arbeit nannte, bedeutete demnach, in eine Beziehung zu einem ausseren Objekt zu treten, das den Kunstler innerlich bewegt und das es bildnerisch umzusetzen gilt. Sensation (Empfindung) ist ein weiterer Schlusselbegriff in Cezannes Vokabular. Zunachst meinte er die visuelle Wahrnehmung im Sinne der,,Impression", also einen vom Objekt ausgehenden optischen Sinnesreiz. Zugleich umfasst er die Emotion als psychische Reaktion auf das Wahrgenommene. Ausdrucklich stellte Cezanne nicht das darzustellende Objekt, sondern die sensation in den Mittelpunkt seiner malerischen Bemuhungen:,,Nach der Natur malen bedeutet nicht den Gegenstand kopieren, es bedeutet seine Empfindungen zu realisieren. " Das Medium, das zwischen den Dingen und den Empfindungen vermittelte, war die Farbe, wobei Cezanne offenliess, wieweit sie den Dingen entspringt oder aber eine Abstraktion seines Sehens ist. Mit dem dritten Begriff realisation bezeichnete Cezanne die eigentliche malerische Aktivitat, vor dessen Scheitern er sich bis zuletzt furchtete. Zu,,realisieren " galt es Mehreres zugleich: zunachst das Motiv in seiner Vielfalt, des Weiteren die Empfindungen, die das Motiv in ihm ausloste, und schliesslich das Gemalde selbst, dessen Verwirklichung die anderen,,Realisierungen" ans Licht bringen konnte.,,Malen" hiess demnach, jene gegenlaufigen Bewegungen des Aufnehmens und Abgebens, der,,Impression" und der,,Expression" in einer einzigen Geste ineinander aufgehen zu lassen.[51] Die,,Realisierung in der Kunst" wurde zu einem Schlusselbegriff in Cezannes Denken und Handeln. ,,Stellen Sie sich Poussin ganz und gar aus der Natur wiedergewonnen vor", hatte sich Cezanne gegenuber Joachim Gasquet geaussert,,,das ist die Klassik, die ich anstrebe."[52] Der Kunsthistoriker Ernst Gombrich deutet dieses Zitat anlasslich Cezannes einhundert Todestages im Jahr 2006:,,Er sah seine Aufgabe darin, nach der Natur zu malen, das heisst sich der Entdeckungen der Impressionisten zu bedienen und dennoch gleichzeitig die innere Gesetzmassigkeit und Notwendigkeit wiederzugewinnen, die die Kunst Poussins ausgezeichnet hatte."[53] Die teils langeren Zeitangaben zur Entstehung in den OEuvrekatalogen deuten nicht immer darauf hin, dass die Datierung nicht genau zu klaren ist, auch wenn Cezanne seine Bilder kaum datierte, zumal er an manchen Bildern monate- wenn nicht jahrelang arbeitete, bis er mit dem Ergebnis zufrieden war.[54] Der Kunstler selbst hat viele seiner Bilder als unvollendet betrachtet, denn Malen war fur ihn ein unaufhorlicher Prozess. Die Katalogisierung von Cezannes Werken gestaltete sich zu einer schwierigen Aufgabe. Lionello Venturi gab eintausendneunhundertsechsunddreißig den ersten Katalog heraus. Cezannes Werke wurden mit seinem Namen katalogisiert, so ist beispielsweise das letzte von Cezanne bearbeitete Gemalde des Gartners Vallier mit,,Venturi 718" versehen. John Rewald setzte nach Venturis Tod dessen Arbeit fort. Rewald bildete eine Arbeitsgemeinschaft, in der beschlossen wurde, den von Venturi geschaffenen Werkkatalog zu trennen; Rewald ubernahm die Kataloge fur Olgemalde und Aquarelle, der Historiker Adrien Chappuis widmete sich Cezannes Zeichnungen. Dessen Katalog The Drawings of Paul Cezanne - A Catalogue Raisonne erschien eintausendneunhundertdreiundsiebzig bei Thames and Hudson in London. Rewalds Paul Cezanne - The Watercolours: A Catalog Raisonne wurde bei Thames and Hudson, London mit 645 Abbildungen im Jahr 1983 veroffentlicht. Die fehlende Datierung der Gemalde (Rewald fand insgesamt nur eine) und unprazise Formulierungen des Bildmotivs wie Paysage oder Quelques pommes stifteten Verwirrung. In seiner fruhen Bearbeitung des Venturi fertigte Rewald eine Liste an, auf der alle Werke aufgenommen wurden, deren Datierung ohne stilistische Analyse vorgenommen werden konnte, denn eine solche Analyse lehnte Rewald als unwissenschaftlich ab. Er setzte seine Liste fort, indem er den verschiedenen Aufenthaltsorten Cezannes folgte, die durch Dokumente nachgewiesen werden konnten. Ein anderes Schema seiner Vorgehensweise war es, auf die Erinnerungen portratierter Personen zu vertrauen, besonders, wenn diese Cezannes Zeitgenossen waren. Aufgrund eigener Interviews nahm er zeitliche Zuordnungen vor. Unter den Werken, die mit Sicherheit datiert werden konnten, waren Cezannes Gemalde Portrat des Kritikers Gustave Geffroy, das der Portratierte mit dem Jahr 1895 bestatigte, und Der See von Annecy, den der Kunstler nur einmal, namlich im Jahr 1896, besucht hatte. Rewald starb 1994, sein Werk konnte er nicht vollstandig abschliessen. Gab es irgendwelche Zweifel, war es Rewalds Tendenz, eher ein- als auszuschliessen. Diese Methode wurde von seinen engsten Mitarbeitern Walter Feilchenfeldt jr., Sohn des Kunsthandlers Walter Feilchenfeldt, und Jayne Warman ubernommen, die den Katalog vollendeten und ihn mit Einleitungen versahen.

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