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Vegetarismus – Wikipedia

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Vegetarisch

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Vegetarismus ✓ Ernährung ✓ Vegetarier

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Die Autoren weisen in ihrer Studie allerdings auf erwartbar vergleichbare Leistungssteigerungen genauso bei allen Nichtvegetariern hin, welche weniger als zwei kg Fleisch pro Tag aufnehmen und zusatzlich Kreatin supplementieren. [149] Im Winter 1850/51 las Hahn Jean-Jacques Rousseaus Erziehungsroman Emile ou De l'education und stiess dort auf ein Zitat des griechischen Philosophen Plutarch, in dem dieser den,,Mord" des Menschen am Tier zwecks Fleischgewinnung als grausam und widernaturlich geisselt. [174] Hitler, dessen laktovegetabile und Genussmittel vermeidende Diat dem Konzept von Theodor Hahn[175][176] entsprach, und andere nationalsozialistische Sympathisanten des Vegetarismus waren dabei auch von Wagners Schrift Religion und Kunst beeinflusst, in der Fleischkonsum und Kochen als semitisches, nichtarisches Erbe kritisiert wurden.

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Vegetarismus – Wikipedia
Bildquelle: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/38/The_Romance_of_Isabel%2C_Lady_Burton_-_Burton_in_1869.jpg    

Seit den Anfangen der modernen vegetarischen Bewegung argumentieren manche Vegetarier, die vegetarische Ernahrung sei naturgemass.[49] Unter anderem wird angefuhrt, der Mensch sei nach der Beschaffenheit seines Gebisses und der Lange seines Darms nicht als Raubtier anzusehen, sondern fur pflanzliche Kost eingerichtet.[50] Bis weit in das zwanzig Jahrhundert hinein war man der Ansicht, dass der Mensch der einzige omnivor lebende Primat sei.[51] Dies ist inzwischen widerlegt. Einige Affenarten verzehren auch Fleisch, jedoch selten und in wesentlich geringeren Mengen als Menschen.[51][52][53] Heute spielen von Seiten der Vegetarier Argumentationsmuster der,,Naturlichkeit" eine untergeordnete Rolle. Ausserhalb der auf den antiken griechischen Kulturraum zuruckgehenden Traditionslinie finden sich Formen des Vegetarismus in Religionen indischen Ursprungs. Strengen Vegetarismus praktizieren alle Anhanger des Jainismus, der Bishnoi und einzelner Richtungen des Hinduismus sowie manche Buddhisten. Die Motivation ist ubereinstimmend der Glaube an die Seelenwanderung. Aus der Idee, dass alle Lebewesen beseelt seien, resultiert auch das Ahimsa (Gebot der Gewaltlosigkeit), welches das Verletzen und Toten von Tieren untersagt und daher verbietet, davon auf irgendeine Weise zu profitieren.[54] Im Prinzip gilt Ahimsa fur alle Lebewesen (sarva-bhuta), da nach hinduistischer Auffassung auch zwischen Tieren und Pflanzen kein prinzipieller Wesensunterschied besteht. Dennoch wird z. B. im hinduistischen Schrifttum der Schonung von Pflanzen wenig Beachtung geschenkt. Immerhin untersagt die Manusmriti (11.145) die willkurliche, unnotige Zerstorung von Wild- und Nutzpflanzen. Asketische Einsiedler (Sannyasins) ernahren sich ihren Regeln zufolge nur frutarisch, d. h. von pflanzlichen Produkten wie Fruchten, deren Gewinnung ohne Zerstorung der Pflanze moglich ist.[55 ] Ein Verstoss wird als Anlass zur Entstehung von schlechtem Karma aufgefasst. Milch und Milchprodukte sind in allen diesen asiatischen Traditionen erlaubt.[56] Aus religiosen Grunden durfen vegetarische Hindus und Buddhisten Fische essen, die durch Fischotter oder durch Kormoranfischerei getotet wurden.[57] Hinduismus Im Hinduismus war ursprunglich Fleischnahrung (einschliesslich Rindfleisch) unter bestimmten Voraussetzungen zulassig. Das Gesetzbuch des Manu, das grundlegende Gesetzeswerk des Hinduismus, erlaubt den Fleisch- und Fischverzehr und legt die Bedingungen fest, an die er geknupft ist. Im Lauf der Zeit setzte sich der Lakto-Vegetarismus besonders in streng religiosen Kreisen durch. In der Kolonialzeit wurde er von der Oberschicht weitgehend befolgt, wahrend die armen, im Kastensystem niedrig eingestuften Menschen fur gewohnlich das assen, was sie bekommen konnten.[58] Strikt lakto-vegetarisch leben die Yoga-Praktizierenden und die Vaishnavas (Verehrer Vishnus).[59] Sie schreiben dem Fleisch unerwunschte Auswirkungen auf Bewusstseinszustand und Charakter des Essenden zu. Nach ihren Lehren sind Fleischspeisen der Guna Tamas zugeordnet, dem Eigenschaftstypus der Tragheit und Verwirrung. Daher und wegen des schlechten Karmas gilt die Fleischnahrung als Hindernis auf dem Weg zur Reinigung und Erlosung. Aktuell ernahren sich dreiundvierzig Prozent der indischen Hindus, die taglich beten, vegetarisch; bei den nicht praktizierenden Hindus sind es 28 Prozent.[60] Buddhismus Auch im Buddhismus ergibt sich aus der Lehre von Ursache und Wirkung (Karma) der Grundsatz der Gewaltlosigkeit. Daher gilt generell, dass Buddhisten weder ein Schlachttier toten noch bei einer Schlachtung anwesend sein sollen. Sie sollen kein Fleisch von Tieren essen, die eigens ihretwegen geschlachtet wurden.[61] Gelubde fur Monche, Nonnen und Laien enthalten entsprechende Selbstverpflichtungen. Es gibt jedoch keine allgemeine Regel, die Fleisch- und Fischnahrung grundsatzlich ausschliesst. Daher hat sich der Vegetarismus in der buddhistischen Bevolkerung der ostasiatischen Lander und in den Klostern nicht auf breiter Basis durchgesetzt. Er wird vielfach gelobt und als moralisch hoherwertig betrachtet, jedoch nehmen buddhistische Bettelmonche Fleisch als Almosen an und verzehren es.[62] Manche Lehrschriften des Mahayana empfehlen den Vegetarismus, wenige schreiben ihn sogar vor, wobei auch die Askese eine Rolle spielt. Das Lankavatara-Sutra befurwortet ihn nachdrucklich, und manche heutige buddhistische Lehrer aussern sich in diesem Sinne.[63] Jainismus Die Anhanger des Jainismus, vor allem die Monche, sind ausserst konsequent bei der Umsetzung der allgemeinen Gewaltlosigkeit im Alltag. Sie vermeiden jegliche Nutzung von Produkten, deren Gewinnung mit der Verletzung von Lebewesen einhergehen.[64] Weiterhin kehren sie beim Gehen mit einem Besen moglichst behutsam kleine Lebewesen wie Kafer und Mikroorganismen aus dem Weg, um sie nicht zu zertreten. Christentum Historische Illustration der Grossen Kette des Seins (1579) durch Didacus Valades in der Rhetorica Christiana. Die Illustration stellt die Welt in mehreren gottgegebenen Hierarchieebenen dar, an deren Spitze Gott selbst mit den Menschen und an deren Sockel die Pflanzen und nichtmenschliche Tiere stehen. Biblisch argumentierende christliche Vegetarier betrachten den Vegetarismus als von Gott gewollt und begrunden dies unter anderem mit der Stelle Jesaja 11,6-9 ELB, die ein friedfertiges Leben anpreist.[65] Sie verweisen auf das biblische Buch Genesis 1,29 ELB. Dort spricht Gott zu Adam und Eva und weist den Menschen alle Pflanzen und Fruchte als Nahrung zu; Tiere erwahnt er dabei nicht. In Genesis 9,2-3 ELB hingegen, wo Gott sich nach der Sintflut an Noah wendet, gibt er ausdrucklich die Tiere ebenso wie die Pflanzen dem Menschen zur Nahrung. Daraus hat schon der Kirchenvater Hieronymus gefolgert, die Fleischnahrung sei bis zur Sintflut unbekannt gewesen und daher als minderwertig zu betrachten.[66] Fur die Zeit seit Noah zeigen die Ernahrungsregeln des Alten Testaments jedoch keinerlei grundsatzlichen Vorbehalt gegen den Fleischverzehr als solchen.[67] Das Neue Testament kennt keine Verbote bestimmter Nahrungsmittel ausser dem Blutverbot (Apostelgeschichte 15,28-29 ELB). Nach Matthaus 15,11 sagt Jesus:,,Nicht das, was durch den Mund in den Menschen hineinkommt, macht ihn unrein, sondern was aus dem Mund des Menschen herauskommt, das macht ihn unrein" (ebenso Mk 7,15 ELB). Das wird im Christentum gewohnlich als Aufhebung aller Speisevorschriften gedeutet.[68] Dennoch haben moderne christliche Vegetarier, darunter Ellen G. White, die Mitbegrunderin der Siebenten-Tags-Adventisten, das Argument der vegetarischen Ernahrung im Paradies aufgegriffen. In der Lehre der Siebenten-Tags-Adventisten wird Vegetarismus empfohlen.[69] Die Auswertung zweier Studien zeigte im Jahre 2002, dass britische Vegetarier eine niedrigere Mortalitat bzw. hohere Lebenserwartung als die Gesamtbevolkerung haben. Die Sterberaten (Mortalitat) in dieser Auswertung waren allerdings ahnlich denen vergleichbarer Nichtvegetarier. Die Autoren vermuten deshalb, dass sich der Vorteil der britischen Vegetarier gegenuber der Gesamtbevolkerung hauptsachlich in ihrem abweichenden soziookonomischen Status, im gesunderen Lebensstil sowie in Ernahrungsaspekten begrundet, die nichts mit der prinzipiellen Vermeidung von Fleisch und Fisch zu tun haben.[70 ] Die Auswertung von EPIC-Daten im Jahre zweitausendneun bestatigte die im Vergleich zum nationalen Durchschnitt niedrigere Sterblichkeit britischer Vegetarier. Bereinigt um die Einflusse Alter, Geschlecht, Rauchen und Alkoholkonsum ergaben sich jedoch auch hier keine signifikanten Vorteile bei der Sterblichkeit wegen Kreislauferkrankungen oder der Kombination aller Todesursachen gegenuber,,Fleischessern".[71] Eine prospektiveKohortenstudie mit Siebenten-Tags-Adventisten aus zweitausenddreizehn ergab eine gegenuber den Nichtvegetariern geringere Sterblichkeit in der Gruppe der Vegetarier, zeigte jedoch auch, dass diese Gruppe alter, besser gebildet, korperlich aktiver und dunner waren und zudem auf Genussmittel wie Alkohol und Nikotin eher verzichteten. Manner der untersuchten Gruppe wurden demnach 9,5 Jahre und Frauen 6,1 Jahre langer leben als die ubrige kalifornische Bevolkerung. Eine empirische Kausalitat zwischen der niedrigeren Sterblichkeit und dem Verzicht auf Fleisch konnte nicht bestatigt werden.[72][73] Eine Metaanalyse der Daten von funf unterschiedlichen prospektiven Vergleichsstudien in drei westlichen Landern fand im Jahre eintausendneunhundertneunundneunzig heraus, dass die Mortalitat durch koronare Herzerkrankung bei Vegetariern im Vergleich zu Nichtvegetariern - bereinigt um die Einflusse von Alter, Geschlecht, Rauchen, Alkohol, Bildung, korperliche Betatigung und Body-Mass-Index - um vierundzwanzig Prozent reduziert ist. Die Autoren vermuten, dass dies auf den niedrigeren Cholesterinspiegel der Vegetarier, eine reduzierte Oxidation des LDL-Cholesterins oder Anderungen der Gerinnungsfaktoren des Blutes zuruckzufuhren ist. Die Mortalitat durch zerebrovaskulare Krankheiten, Magenkrebs, Darmkrebs, Lungenkrebs, Brustkrebs, Prostatakrebs oder die Kombination aller anderen Todesursachen unterschied sich nicht signifikant zwischen Vegetariern und Nichtvegetariern.[74] Die fur die Auswertungen herangezogene Oxford Vegetarian Study zeigte, dass Veganer den niedrigsten Cholesterinspiegel hatten. Vegetarier und Pescetarier lagen im Mittelfeld, die hochsten Werte hatten Fleischesser. Die Mortalitat wegen koronarer Herzerkrankung stand im Zusammenhang mit der gemessenen Aufnahme an tierischem Fett insgesamt, gesattigtem tierischen Fett und Nahrungscholesterin.[75] In der Berliner Vegetarierstudie aus den 1980er Jahren konnte beim Vergleich von Vegetariern und Nichtvegetariern nachgewiesen werden, dass ernahrungsbedingte Veranderungen im Phytosteringehalt[76] und in der Qualitat der Serumtriglyceride[77][78] vorliegen. Starke Unterschiede fanden sich auch im Fettsaurespektrum der Serumlipide. So waren die hochungesattigten Fettsauren Linol- und a-Linolensaure in den Serumlipiden von Vegetariern deutlich starker vertreten, als in denen von Nichtvegetariern. Die Anteile der Omega-3-FettsaurenEicosapentaensaure (EPA) und Docosahexaensaure (DHA), die bevorzugt in Fetten marinen Ursprungs vorkommen, waren in den Serumlipiden der Vegetarier jedoch deutlich geringer vertreten.[79] Eine Studie (1994) kommt jedoch zu dem Schluss, dass eine a-Linolensaure-reiche (ALA) und Linolsaure-arme (LA) Ernahrung (z. B. mit Leinol) die Eicosapentaensaure-Werte im Gewebe vergleichbar ansteigen lasst, wie die Supplementierung mit Fischol.[80] Weiterhin kann der Korper ausreichend Docosahexaensaure bilden, wenn genug a-Linolensaure pro Tag aufgenommen wird.[81] Die meisten positiven Effekte stellen sich jedoch erst ab 1 g EPA pro Tag und mehr ein.[82][83][84 ] Durch den ALA-Gehalt von etwa sechsundvierzig g pro einhundert ml handelsublichem Leinol[85] und der geringen Konversionsrate von maximal fünf bis zehn Prozent ALA zu EPA[86][87][88] ergibt sich, dass mindestens 25 bis 50 ml Leinol pro Tag konsumiert werden mussten. Da diese Menge jedoch regelmassig zu Magenbeschwerden und Ubelkeit fuhren wurde, stellt Leinol keine praktikable Quelle fur eine ausreichende Versorgung mit EPA und DHA dar. Es existieren jedoch vegane Nahrungserganzungsmittel mit EPA und DHA Fettsauren, die in ahnlichen Verhaltnissen vorliegen wie bei Fischol.[89] Diese basieren auf Extrakten von Meeresalgen. Vegetarier weisen, im Gegensatz zu Fleischessern, im Blutplasma sowie in der Korpermasse einen signifikant niedrigeren Kreatin-Gehalt auf.[90][91][92][93] Kreatin wird vom menschlichen Korper in Mengen von eins bis zwei g pro Tag gebildet und zusatzlich uber Fleisch und Fisch aufgenommen.[94] Es wird vor allem fur die Muskelkontraktion,[95] aber auch fur Hirn- und Nervenfunktion[96] in Form von Kreatinphosphat benotigt.[97] Kreatin ist hauptsachlich in Fleisch und Fisch in Mengen von etwa 2 bis 7 g pro kg Nahrung enthalten; Milchprodukte, Obst und Gemuse enthalten nur Spuren davon.[98] Eine Placebo-kontrollierte, doppelblinde Studie (2003) stellte fest, dass eine Gruppe von fünfundvierzig Vegetariern und Veganern, die fünf g Kreatin pro Tag fur sechs Wochen supplementierten, eine signifikante Verbesserung der kognitiven Fahigkeiten (Ravens Progressive Matrizen, Fluide-Intelligenz-Tests) zeigten. Die Behandlungsgruppe konnte langere Sequenzen von Zahlen aus dem Gedachtnis wiederholen (WAIS) und hatte hohere Gesamt-IQ-Werte als die Kontrollgruppe. Die Autoren weisen in ihrer Studie allerdings auf erwartbar vergleichbare Leistungssteigerungen genauso bei allen Nichtvegetariern hin, welche weniger als zwei kg Fleisch pro Tag aufnehmen und zusatzlich Kreatin supplementieren.[99] Signifikante Leistungssteigerungen bei zusatzlicher Aufnahme von Kreatin wurde in zahlreichen Studien ebenfalls bei Nicht-Vegetariern nachgewiesen, sowohl kognitiv als auch korperlich.[91][93][100][101][102][103] Die Deutsche Gesellschaft fur Ernahrung (DGE) vertritt die Position, dass (ovo-)lacto-vegetarische Ernahrung als Dauerernahrung geeignet sein konne, betont dabei aber die Notwendigkeit einer sorgfaltigen Lebensmittelauswahl, besonders fur die Ernahrung von Kindern.[104] Nach vorliegenden und von der DGE ausgewerteten Studienergebnissen konne Stand April zweitausendsechzehn nicht von einem gesundheitlichen Vorteil der Vegetarier gegenuber sich vergleichbar ernahrenden Mischkostlern mit einem geringen Fleischanteil in der Ernahrung ausgegangen werden. Allerdings konne angenommen werden, dass eine pflanzenbetonte Ernahrungsform - mit oder ohne einen geringen Fleischanteil - gegenuber der derzeitig in Deutschland ublichen Ernahrung mit einer Risikosenkung fur ernahrungsmitbedingte Krankheiten verbunden ist.[105] Laut der Okotrophologin Ulrike Becker vom Verband fur Unabhangige Gesundheitsberatung (UGB) kommen Vegetarier im Durchschnitt dem von der DGE empfohlenen Nahrstoffverhaltnis von Kohlenhydraten, Fett und Eiweiss (50 bis sechzig Prozent, fünfundzwanzig bis dreißig Prozent, 10 bis 15 Prozent) naher als Nichtvegetarier, da sie mehr Kohlenhydrate, oft weniger Fett und weniger Eiweiss zu sich nehmen. Zudem sei die Fettzusammensetzung der vegetarischen Kost gunstig, da sie relativ viele ungesattigte und relativ wenige gesattigte Fettsauren und wenig Cholesterin enthalte. Die Versorgung mit Vitamin B1, B6, Vitamin C, Magnesium, Ballaststoffen und sekundaren Pflanzenstoffen sei bei Vegetariern besser als im Bevolkerungsdurchschnitt. Die meisten Ovo-Lacto-Vegetarier setzten eine Ernahrungsweise um, die weitgehend den Empfehlungen der Vollwert-Ernahrung entspreche: Sie assen reichlich pflanzliche Lebensmittel, bevorzugten Vollkornprodukte, verzehrten weniger Fett, tranken weniger Kaffee und Alkohol und vermieden stark verarbeitete Fertigprodukte. So genannte Puddingvegetarier, die lediglich Fleisch wegliessen und ebenso viel Fettiges und Susses wie durchschnittliche Mischkostler assen, hatten dagegen aus gesundheitlicher Sicht nichts gewonnen.[107] Besonders thematisiert wird die ausreichende Versorgung mit dem Vitamin B12. Es ist ausschliesslich in Lebensmitteln tierischer Herkunft enthalten. Bei einer starken Reduzierung oder volligen Vermeidung tierischer Nahrung (Veganismus) kann ein Mangel auftreten.[108] Eine vegetarische Ernahrung mit einem ausreichenden Anteil an Milchprodukten, Eiern oder entsprechend angereicherten Lebensmitteln ist in der Lage, die Versorgung sicherzustellen. Auch kann das Vitamin gezielt supplementiert werden.[109 ] Die US-amerikanische Academy of Nutrition and Dietetics (A.N.D.) , vormals bekannt unter dem Namen American Dietetic Association (ADA), und der Verband kanadischer Ernahrungsberater (Dietitians of Canada) sprechen sich in einem gemeinsamen Positionspapier aus dem Jahr zweitausenddrei fur eine vegetarische Ernahrungsweise aus. Eine solche habe einen gesundheitlichen Nutzen fur die Pravention und Behandlung bestimmter Erkrankungen. Die Todesrate fur ischamische Herzerkrankungen sei geringer, Vegetarier hatten niedrigere Cholesterin-Blutwerte, wurden seltener an Bluthochdruck, Diabetes Typ zwei sowie Prostata- und Darmkrebs leiden. Eine vegetarische Ernahrung wurde den Korper ausreichend mit allen Nahrstoffen versorgen und sei fur alle Phasen des Lebenszyklus geeignet, einschliesslich Schwangerschaft, Stillzeit, Kindheit und Adoleszenz. Eine Neuauflage des Positionspapiers ist im Jahr 2009 erschienen.[111][112] In Australien empfiehlt die National Health and Medical Research Council des Gesundheitsministeriums ebenfalls seit zweitausenddreizehn die vegetarische Ernahrung. Eine vollwertige vegetarische Ernahrungsform sei gesund und fur alle Phasen des Lebenszyklus geeignet. Wer sich streng vegan ernahre, solle jedoch ein Vitamin B12-Praparat zu sich nehmen.[113 ] Der Vegetarismus entstand in Indien und unabhangig davon im antiken griechischen Kulturkreis (ostlicher Mittelmeerraum, Suditalien). In beiden Regionen war er von Anfang an ein Bestandteil religios-philosophischer Bestrebungen. Weltweit konnte bisher bei keinem Naturvolk oder indigenen Volk konsequenter Vegetarismus als kollektive prinzipielle Haltung nachgewiesen werden. Aktuelle Untersuchungen an agyptischen Mumien aus der Zeit von dreitausendfünfhundert v. Chr. bis sechshundert n. Chr. lassen auf eine fleischarme Ernahrung schliessen. Trotz reichlich vorhandenem Vieh und Fisch am Nil ernahrten sich die Menschen uber viele Jahrtausende uberwiegend von Getreide und Gemuse.[114] In der Antike wurde der Verzicht auf Fleisch als Enthaltung vom Beseelten (altgriechischapokhe empsukhonapoche empsychon) bezeichnet.[115] Er blieb stets auf eine relativ kleine Zahl von Anhangern beschrankt, die der gebildeten, philosophisch interessierten Oberschicht angehorten. Die grosse Masse der Bevolkerung ernahrte sich notgedrungen fleischarm, da sie sich Fleisch nur gelegentlich leisten konnte; Fisch hingegen war ein beliebtes Volksnahrungsmittel.[116] Mythos Erstmals taucht die Idee einer rein pflanzlichen Ernahrung des Menschen im Mythos auf, wobei von ganzen Volkern die Rede ist. Homer (Odyssee 9, 82-104) erzahlt von den Lotophagen (,,Lotosessern"), einem marchenhaften, friedfertigen Naturvolk, das sich von der sussen Frucht der Vergessen schenkenden Zauberpflanze Lotos ernahrt habe. Allerdings behauptet erst Herodot (4, 177) ausdrucklich, der Lotos sei die einzige Nahrung der Lotophagen gewesen. Diodor (3, 23-24) beschreibt Volker in Athiopien, die,,Wurzelesser",,,Samenesser" und,,Holzesser", deren Kost auf bestimmte Pflanzen beschrankt gewesen sei. Diese Berichte, von denen es in der Antike noch weitere gab,[117] tragen sagenhafte Zuge und gelten daher nicht als glaubhaft; teilweise ist der Marchencharakter offenkundig. Meist werden den angeblich ohne Fleischnahrung lebenden Volkern in den Quellen positiv bewertete Eigenschaften wie Frommigkeit, Gerechtigkeit und Friedlichkeit zugeschrieben. Verbreitet war in der Antike die Ansicht, in einem vergangenen Goldenen Zeitalter habe es noch keine Fleischkost gegeben und die Erde habe von sich aus alle benotigte Nahrung hervorgebracht. Dieser Mythos findet sich bei Hesiod (Werke und Tage einhundertneun ff.), Platon (Staatsmann 271-2), Ovid (Metamorphosen 1,89 ff. ; 15,96 ff .) und anderen . Historische Entwicklung Als historisches Phanomen ist der Verzicht auf Fleisch in Europa erstmals im 6. Jahrhundert v. Chr. bezeugt. Vegetarier waren die Orphiker, eine religiose Bewegung, die sich damals in Griechenland verbreitete, sowie Pythagoras und zumindest der engere Kreis der Pythagoreer. In beiden Traditionen wurde auf Eier und auf die damals allgemein ublichen rituellen Tieropfer verzichtet.[118] Die Motivation der Orphiker und der Pythagoreer war religios; die Seelenwanderungslehre, die sie vertraten, fuhrte zu einer hoheren Einschatzung des Werts tierischen Lebens. Im 5. Jahrhundert v. Chr. trat Empedokles als radikaler Vertreter des Vegetarismus und einer allgemeinen Verschonung der Tiere hervor.[119] Die antiken Vegetarier betrachteten Fleischnahrung als nachteilig fur ihre asketischen und philosophischen Bestrebungen. Grossenteils waren sie ethisch motiviert, verwarfen Tieropfer und betonten die Gemeinsamkeiten zwischen Mensch und Tier (wahrend ihre Gegner die Unterschiede hervorhoben). Die Frage, ob es ethische Pflichten gegenuber den Tieren gibt, wurde kontrovers diskutiert.[120] Oft war der Vegetarismus mit religiosen Uberzeugungen verbunden.[121] Unter den Platonikern war der Anteil der Vegetarier und Tierfreunde relativ hoch, in den anderen Philosophenschulen (Peripatetiker, Stoiker, Epikureer) sehr klein oder nicht vorhanden. Die Stoiker waren fast alle entschieden antivegetarisch. Wegen der Vernunftlosigkeit der Tiere waren sie der Uberzeugung, dass der Mensch gegenuber der Tierwelt keinerlei ethische Pflichten habe.[122] Die extreme Anspruchslosigkeit der Kyniker bewog sie zu weitgehend fleischloser Ernahrung, jedoch machten sie daraus kein Prinzip.[123] In der Platonischen Akademie traten die ScholarchenXenokrates und (wahrscheinlich) Polemon fur den Vegetarismus ein,[124] unter den Peripatetikern Theophrastos.[125] Ein Teil der prominenten kaiserzeitlichen Platoniker und Neuplatoniker lebte vegetarisch, darunter Plutarch (mutmasslich nur zeitweilig), Apollonios von Tyana, Plotin und Porphyrios.[126] Porphyrios verfasste eine umfangreiche Schrift Uber die Enthaltung vom Beseelten[127] zur Begrundung des Vegetarismus. Da er darin auf Einwande eingeht, sind durch ihn auch Argumente aus nicht erhaltenen gegnerischen Schriften uberliefert. Ein Wortfuhrer der Gegner des Vegetarismus war Clodius von Neapel. Er verfasste im eins Jahrhundert v. Chr. eine Schrift Gegen die Verachter der Fleischkost, die nicht erhalten ist. Einige seiner Argumente sind jedoch uberliefert. Clodius verwies unter anderem darauf, dass manche tierische Nahrungsmittel auch fur Heilzwecke benotigt wurden. Ein anderes, moglicherweise von Clodius angefuhrtes Argument der Gegner war, dass zwischen Menschen und Tieren ein naturgegebener und gerechter Krieg herrsche, da manche Tiere Menschen angreifen oder die Ernte zerstoren; daher sei es legitim, die Feinde zu toten. Ferner wurde von gegnerischer Seite vorgebracht, fur den menschlichen Korper sei Fleischnahrung vorteilhaft, was man daran erkenne, dass sie von Athleten bevorzugt und von Arzten fur die Rekonvaleszenz empfohlen werde.[128] Bei den Manichaern waren die Electi (Auserwahlte) ethisch motivierte Vegetarier, die auch keine Eier assen und grundsatzlich nicht toteten; fur den breiteren Kreis der Auditores (Horer) galten weniger strenge Regeln.[129] Im Urchristentum der apostolischen Zeit gab es Befurchtungen, das Fleischessen konne zu einer kultischen Verunreinigung fuhren. Der Apostel Paulus wandte sich nachdrucklich gegen diese Auffassung (Rom 14,2-21; vgl. eins Kor 8,8-9, Kol 2,20-22).[130] Unter den spatantiken Christen und in der mittelalterlichen Kirche verzichteten viele Monche und Einsiedler im Rahmen der Askese auf Fleischverzehr (z. B. Onophrius).[131] Zu ihnen gehorte der Kirchenvater Hieronymus (+ 419), auf den sie sich meist beriefen.[132] Den Benediktinern gestattete ihre Ordensregel das Fleisch vierfussiger Tiere nur im Krankheitsfall; Fisch und Geflugel waren ihnen jedoch erlaubt.[133] Viele andere Ordensregeln enthielten ahnliche Fleischverbote und dehnten sie zum Teil auf Geflugel aus, jedoch niemals auf Fisch. Dabei ging es den Monchen und Nonnen um bescheidene Lebensweise, freiwillige Entbehrung und Abtotung der Begierden.[134] Fur einen ethisch motivierten Vegetarismus aus Rucksichtnahme auf die Tiere gibt es im kirchlichen Christentum der Antike und des Mittelalters keine Belege. Mitunter wird der heilige Franziskus wegen der Einbeziehung der Tiere in seine religiose Gedankenwelt irrtumlich zu den Vegetariern gezahlt; er hat aber in Wirklichkeit Vegetarismus weder praktiziert noch propagiert.[135] Erst in der fruhen Neuzeit traten wieder prominente Personlichkeiten fur einen ethisch begrundeten Vegetarismus ein. Zu ihnen zahlten Leonardo da Vinci (1452-1519)[138] und Pierre Gassendi (1592-1655).[139] Der fuhrende Theoretiker des Vegetarismus im 17. Jahrhundert war der Englander Thomas Tryon (1634-1703).[140] Andererseits vertraten einflussreiche Philosophen wie Rene Descartes[141] und Immanuel Kant[142] die Auffassung, dass es keine ethischen Pflichten gegenuber der Tierwelt geben konne. Im angelsachsischen Raum war die Bereitschaft zur praktischen Umsetzung und Verbreitung der vegetarischen Idee am grossten. Schon im achtzehn Jahrhundert traten in England und Nordamerika kleine christliche Gemeinschaften aus asketischen und ethischen Motiven fur einen Verzicht auf die als,,unnaturlich" kritisierte Fleischkost ein.[143] eintausendachthunderteins wurde in London der erste Vegetarierverein gegrundet, dem bald ahnliche Vereinigungen in anderen englischen Stadten folgten. Im fruhen neunzehn Jahrhundert war der prominenteste Wortfuhrer des ethisch motivierten Vegetarismus der Dichter Shelley.[144] eintausendachthundertsiebenundvierzig kam es zur Grundung der Vegetarian Society. Ein typischer Reprasentant des in der Offentlichkeit aktiven englischen Vegetarismus war George Bernard Shaw.[145] Im neunzehn und fruhen zwanzig Jahrhundert handelte es sich in der Regel um Ovo-lacto-Vegetarismus; nur vereinzelt traten Anhanger einer vollig tierproduktfreien Ernahrung auf.[146] Der deutsche Apotheker und Heilpraktiker Theodor Hahn (1824-1883), Schuler von dem sich in seiner letzten, von Hahn federfuhrend herausgegebenen Schrift zum Vegetarismus in seiner fleischlosen, durch das kirchliche Halbfasten vorgepragten Form bekennenden[148]Heinrich Friedrich Francke (= J. H. Rausse), liess sich durch das Studium von Christoph Wilhelm HufelandsMakrobiotik erstmals uber die schadlichen Folgen des Fleischessens belehren und zur Idee der,,Naturheilkrafte" leiten.[149] Im Winter 1850/51 las Hahn Jean-Jacques Rousseaus Erziehungsroman Emile ou De l'education und stiess dort auf ein Zitat des griechischen Philosophen Plutarch, in dem dieser den,,Mord" des Menschen am Tier zwecks Fleischgewinnung als grausam und widernaturlich geisselt. Der Text liess Hahn die Frage des Fleischgenusses,,auch von der sittlichen Seite betrachten".[150] eintausendachthundertzweiundfünfzig begann Hahn konsequent fleischlos zu leben und von da an zeitlebens aktiv fur den Vegetarismus zu werben. Fur ihn konnte nun nur noch eine vegetarische Ernahrungsweise,,Heilkost" sowie Dauernahrung zur Erhaltung eines leistungsfahigen Lebens sein.[149] Wenig spater stiess Hahn auf das,,vortreffliche Werk" Der Weg zum Paradies. Eine Beleuchtung der Hauptursachen des physisch-moralischen Verfalls der Culturvolker, so wie naturgemasse Vorschlage, diesen Verfall zu suhnen. des Jenaer Lehrers und Vegetariers Johann Wilhelm Zimmermann und machte sich viele der dort entwickelten Ideen zu Eigen.[150] In Die naturgemasse Diat, die Diat der Zukunft begrundete Hahn eintausendachthundertneunundfünfzig ausfuhrlich mit historischen, vergleichend-anatomischen und physiologischen Argumenten, warum seiner Meinung nach nur die vegetarische Diat die einzig wahre Naturkost sei. Dieses Buch ist (zumindest in den ersten vier Kapiteln) eine uberarbeitete Ubersetzung des eintausendachthundertachtunddreißig veroffentlichten Werkes Vegetable Diet von William Andrus Alcott, der wie der Munchner Militararzt Lorenz Gleich (1798-1865) mit vegetarischer Diat bzw. Ernahrung experimentiert hatte.[151] Hahn war der erste deutsche Heilpraktiker, der seine Patienten primar mit einer pflanzlichen Diat behandelte. eintausendachthundertfünfundsechzig erschien erstmals Das Praktische Handbuch der naturgemassen Heilweise, in dem er sein Konzept der Diattherapie erlautert.[149] Hahns Bekenntnis zum Vegetarismus wurde von anderen Anhangern der fruhen Naturheilkunde fast ausnahmslos als Grundsatz der naturgemassen Lebensweise ubernommen.[150] eintausendachthundertachtundsechzig stellte Rudolf Virchow fest: ,,In den letzten Jahren hat sich unter dem Namen Vegetarianer eine, wenn auch unzusammenhangende und wenig zahlreiche, so doch recht thathige Sekte erhoben, welche mit allen Hulfsmitteln der Wissenschaft und mit allem Ernste eines tief sittlichen Strebens das Fleischessen als eine der schlimmsten und widernaturlichsten Verirrungen des Menschengeschlechtes bekampft und durch ein eigenes Beispiel den Beweis zu liefern bestrebt ist, dass die Pflanzennahrung genugt, um dem menschlichen Korper Gesundheit und Kraft zu erhalten. " Stark vom Werk Hahns beeinflusst kam eintausendachthundertsechsundsechzig der freireligiose Pfarrer Eduard Baltzer (1814-1887) zur vegetarischen Lebensweise.[153] Bereits eintausendachthundertsiebenundsechzig grundete dieser in Nordhausen einen,,Verein fur naturliche Lebensweise", der rasch wuchs.[154] Auf der Vereinssitzung vom neun Juli eintausendachthundertachtundsechzig wurde die Umbenennung in,,Deutscher Verein fur naturliche Lebensweise" beschlossen,[155] ab dem neunzehn Mai eintausendachthundertneunundsechzig nannte man sich,,Deutscher Verein fur naturgemasse Lebensweise".[156] In den Jahren 1867-1872 verfasste Baltzer unter dem Titel Die naturliche Lebensweise ein vierbandiges Werk,[153] in dem er den Vegetarismus religios, moralisch, politisch, volkswirtschaftlich und gesundheitlich zu begrunden versucht. Baltzer entwarf die Utopie der Entstehung eines neuen und hoheren Menschengeschlechts, das sich durch die Vermeidung des Verzehrs von Fleisch und eine naturgemasse Lebensweise,,zum Wahren, Richtigen und Guten" entwickelt, um sich schliesslich,,Gott zu nahern". Auch sah er in der vermeintlich billigeren vegetarischen Kost die Moglichkeit, die armere Bevolkerungsschicht besser zu ernahren[157] und bei vegetarischer Ernahrung sogar die Moglichkeit,,,Militar uberflussig"[158 ] zu machen. Baltzer war Herausgeber des ab Juni eintausendachthundertachtundsechzig erscheinenden Vereinsblattes fur Freunde der naturlichen Lebensweise (Vegetarianer). Nach seinem Tod erhielt diese erste Zeitschrift der vegetarischen Bewegung in Deutschland den Namen Thalysia, in Anknupfung an das 1872 erschienene Buch Thalysia oder Das Heil der Menschheit, die deutsche Fassung eines 1840-1842 veroffentlichten Werks des fuhrenden franzosischen Vegetariers Jean-Antoine Gleizes. Als weiterer wichtiger Begrunder der vegetarischen Bewegung in Deutschland gilt der badische Jurist und revolutionare Republikaner Gustav Struve (1805-1870).[159][160] Nach eigenen Angaben erfolgte seine Hinwendung zur fleischfreien Ernahrung bereits am drei Mai 1832, nachdem er in Rousseaus Emile ou De l'education Plutarchs Schilderung der Lehre des Pythagoras gelesen hatte.[161][162] eintausendachthundertachtundsechzig grundete Struve mit Gesinnungsgenossen aus Stuttgart und Umgebung einen vegetarischen Verein, der noch heute besteht. eintausendachthundertneunundsechzig - zehn Jahre nach Hahns Die naturgemasse Diat, die Diat der Zukunft - erschien sein Werk Pflanzenkost, die Grundlage einer neuen Weltanschauung, das die vegetarische Bewegung nachhaltig beeinflusste. Hierin begrundet Struve seinen Verzicht auf Fleisch ethisch und mit einer gesundheitlichen Selbsterfahrung im Winter 1831/32.[163] Auch in seinem belletristischen Werk Mandaras' Wanderungen empfahl er ab eintausendachthundertdreiundvierzig den,,dekadenten Europaern" eine vegane Ernahrung im Zusammenhang mit der indischen Reinkarnationslehre.[164] Die Begrundungen fur eine fleischlose Lebensweise waren unterschiedlich, teils sogar gegensatzlich. Einerseits sollte das Tier vor dem Menschen geschutzt werden, andererseits der Mensch vor dem Verzehr von Tieren.[167] Der,,hygienische " Vegetarismus fuhrte vor allem physiologisch-anatomische Argumente ins Feld und behauptete, dass der Fleischkonsum fur eine Vielzahl von Krankheiten verantwortlich sei. Andere Vegetarier begrundeten den Verzicht auf Fleischkonsum soziookonomisch. Oft waren ihre Konzepte mit einer scharfen Zivilisationskritik verbunden und trugen stark romantische oder gar utopische Zuge.[168] Eine dritte Richtung, die im Kaiserreich von einer Vielzahl von Initiativen und Gruppen vertreten wurde, betonte die Aspekte des Tierschutzes und einer fur moglich gehaltenen Veredelung der Menschheit durch Verzicht auf Fleischgenuss. Ein prominenter Vorreiter dieser Stromung war - unter dem Einfluss von Gleizes - Richard Wagner.[169] Er forderte eine allgemeine Abkehr vom Fleischverzehr sowie von Tierversuchen, ernahrte sich selbst aber erst in seinen letzten Lebensjahren vegetarisch.[170] Bei manchen Vertretern dieser Richtung spielten antisemitische[171] und volkische Konnotationen eine wichtige Rolle. Nachdem sich bereits im neunzehn Jahrhundert mehrere nationale Vegetarierverbande gebildet hatten, entstand im Jahr eintausendneunhundertacht die Internationale Vegetarier-Union als Dachverband. In Deutschland war die Mitgliederzahl des Vegetarierbunds bis zum Jahr eintausendneunhundertfünf auf eintausendfünfhundertfünfzig angestiegen,[173] doch zur Zeit der Weimarer Republik war sie stark rucklaufig. eintausendneunhundertfünfunddreißig loste sich der Bund auf, um seiner geplanten Gleichschaltung durch die Nationalsozialisten zuvorzukommen. Die Genossenschaft Eden hingegen, die sich schon zur Zeit des Ersten Weltkriegsvolkischem und rassistischem Gedankengut geoffnet hatte, konnte weiterbestehen. Adolf Hitler wurde von der NS-Propaganda als asketisch lebender Nichtraucher, Vegetarier und Tierfreund dargestellt. Er ernahrte sich stark fleischreduziert, wenn auch nicht vollstandig fleischlos.[174] Hitler, dessen laktovegetabile und Genussmittel vermeidende Diat dem Konzept von Theodor Hahn[175][176] entsprach, und andere nationalsozialistische Sympathisanten des Vegetarismus waren dabei auch von Wagners Schrift Religion und Kunst beeinflusst, in der Fleischkonsum und Kochen als semitisches, nichtarisches Erbe kritisiert wurden.[177 ] In der Schweiz war es der Arzt Maximilian Oskar Bircher-Benner (1867-1939), der eine vegetarische Vollwertkost als Heilmethode vertrat. Das von ihm entwickelte laktovegetabile Birchermuesli hat nicht nur bei Vegetariern internationale Verbreitung gefunden. eintausendneunhundertsechsundvierzig wurde die Vegetarier-Union Deutschlands gegrundet, die zeitweilig (1974-1985) den Namen Bund fur Lebenserneuerung trug und nach eintausendneunhundertfünfundachtzig Vegetarier-Bund Deutschlands hiess. Seit Marz 2008 tragt der Verein den Namen Vegetarierbund Deutschland. Albert Schweitzer setzte sich seit seiner Jugend intensiv mit der ethischen Problematik der Anwendung todlicher Gewalt gegen Tiere auseinander. Das von ihm entwickelte Prinzip der,,Ehrfurcht vor dem Leben" spielt noch heute in einschlagigen Diskussionen eine Rolle.[178] Er selber ging jedoch erst kurz vor seinem Tod zur vegetarischen Ernahrung uber.[179] Die Formulierung,,Ehrfurcht vor dem Leben" geht auf den Tierrechtler Magnus Schwantje zuruck, einen Schuler von Diefenbach. Ein weiterer prominenter Befurworter des Vegetarismus war Gandhi.[180 ] Manche Fertigprodukte und verarbeitete Nahrungsmittel enthalten nichtvegetarische Bestandteile wie Gelatine und Lab. Zur Kennzeichnung vegetarischer Produkte werden unterschiedliche Erkennungssymbole verwendet. Neben zahlreichen internationalen und nationalen Kennzeichnungskonzepten hat auch die Europaische Vegetarier-Union ein Label eingefuhrt, das V-Label,[183] mit dem fur Vegetarier geeignete Produkte und Dienstleistungen gekennzeichnet werden konnen. Im November zweitausendachtzehn hat die EU-Kommission entschieden, die Burgerinitiative,,Verpflichtende Kennzeichnung von Lebensmitteln als nicht-vegetarisch/vegetarisch/vegan" zu registrieren. Ab dem zwölf November zweitausendachtzehn haben die Organisatoren der Initiative ein Jahr Zeit um die erforderlichen Unterschriften zu sammeln.[184] V-Label : Kennzeichnung vegetarischer und veganer Lebensmittel in Europa Kennzeichnung veganer Lebensmittel und Produkte weltweit mit Schwerpunkt Europa Pflichtkennzeichnung in Indien, links fur vegetarische, rechts fur nichtvegetarische Produkte Folgende Teile dieses Abschnitts scheinen seit zweitausendsiebzehn nicht mehr aktuell zu sein: Daten zum Anteil der Vegetarier an der Gesamtbevolkerung zum Teil extrem veraltet, z. B. Grossbritannien, Indien,Bitte hilf mit, die fehlenden Informationen zu recherchieren und einzufugen. Bei soziologischen Untersuchungen stellen die verschiedenen konkurrierenden Begriffe von Vegetarismus eine Schwierigkeit dar. Forscher stehen vor der Wahl, entweder mit selbst gesetzten Definitionen zu arbeiten und in ihren Kategorisierungen den Selbstbezeichnungen der Befragten zu widersprechen, oder aber mit den Selbstbezeichnungen der Befragten zu arbeiten und dafur eine relativ grosse Varianz der Begriffe bis hin zu offenen Widerspruchen in Kauf zu nehmen.[185 ] Hinzu kommt die Schwierigkeit einer relativ sparlichen Datenlage[185][186] und die These mancher Soziologen, dass grosse Teile der Geisteswissenschaften einen anthropozentrischen Begriff von,,Gesellschaft" haben[187 ] und sich daher schwer tun, die Motivationskomplexe des Vegetarismus nachzuvollziehen und in ihren Forschungen abzubilden.[186] Zusammenfassend lasst sich sagen, dass einerseits der Pro-Kopf-Konsum von Tierprodukten und insbesondere Fleisch uberall auf der Welt in den letzten fünfzig Jahren gestiegen ist und den Prognosen nach weiter steigen wird,[188] sich andererseits westliche Einstellungen zu,,Fleisch", insbesondere rotem Fleisch, in demselben Zeitraum gewandelt haben.[185][189][190][191] Der Anteil der westlichen Vegetarier an der Gesamtbevolkerung liegt dabei, abhangig von der gewahlten Definition, im einstelligen Prozentbereich und steigt seit etwa den 1970er Jahren langsam und stetig.[185] Wesentlich starker als die Anzahl der Vegetarier sind in diesem Zeitraum ihre,,Sichtbarkeit" und ihr Organisationsgrad gewachsen.[185 ] Unter den Vegetariern sind etwa doppelt so viele Frauen wie Manner. Im englischsprachigen Raum waren traditionell eher Arbeiter und Angehorige des Mittelstandes Vegetarier; diese Tendenz konnte aber seit etwa der Jahrtausendwende nicht mehr nachgewiesen werden und der Vegetarismus war in allen sozialen Schichten vergleichbar verbreitet.[192] In diesem Artikel oder Abschnitt fehlen noch folgende wichtige Informationen: Nach der Nationalen Verzehrsstudie von zweitausendsieben mit zwanzig Teilnehmern ernahren sich in Deutschland 1,6 % der erwachsenen Bevolkerung (Manner eins %, Frauen 2,2 %) fleischlos (entweder vegetarisch oder mit Einbeziehung von Fisch). 0,1 % der Studienteilnehmer bezeichneten sich als vegan.[193] Eine Studie des Marktforschungsinstituts Produkt + Markt ermittelte im Jahr zweitausendsechs die Zahl der Personen in Deutschland, welche sich zumindest teilweise nach vegetarischen Ernahrungsgrundsatzen ernahren. Die Ergebnisse werden unterschiedlich interpretiert. Die Europaische Vegetarier-Union geht aufgrund dieser Studie davon aus, dass 9 % der deutschen Bevolkerung, etwa 7,4 Millionen, vegetarisch leben.[194] Die Tierschutzorganisation PETA nennt 6 Millionen Vegetarier in Deutschland als Ergebnis dieser Studie.[195] Die im Juli zweitausenddreizehn veroffentlichte Onlinebefragung der Universitaten Gottingen und Hohenheim ermittelte fur Deutschland einen Vegetarieranteil von 3,7 %, Veganer eingeschlossen. Hierfur wurden 1.174 Teilnehmer reprasentativ in Hinblick auf die Kriterien Alter, Geschlecht, Einkommen und Wohnregion ausgewahlt.[196] Im August zweitausenddreizehn veroffentlichte das Meinungsforschungsinstitut YouGov eine fur Deutschland reprasentative Umfrage im Auftrag der Wochenzeitung Die Zeit, wonach sechs % der Teilnehmer angaben, in einer,,normalen Woche" kein Fleisch zu essen. Zwischen den Geschlechtern gab es demnach kaum Unterschiede, bei Mannern waren es fünf %, bei den Frauen sieben %. Den grossten Anteil an Vegetariern und Veganern gab es in der Altersgruppe der 18- bis 24-Jahrigen mit neun %. Den grossten Anteil gemessen an der Berufsgruppe gab es bei Schulern und Berufsschulern mit 13 %.[197] Der Vegetarierbund Deutschland (VEBU) geht seit zweitausendfünfzehn davon aus, dass rund zehn % der Bevolkerung in Deutschland Vegetarier sind. Diese Schatzung basiert auf Umfrageergebnissen des Instituts fur Demoskopie Allensbach (IfD) und von YouGov.[198] Hierbei wurden allerdings auch die sogenannten Flexi-Vegetarier (,,Flexi-Vegetarier essen zumindest selten Fleisch") mitgezahlt. Konsequent vegetarisch ernahrten sich in der 2014 veroffentlichten YouGov-Umfrage 4,3 % der Teilnehmer.[199] Nach einer Studie des Robert Koch-Instituts (RKI) ernahren sich vier % der Deutschen vegetarisch. Unter Frauen betragt der Anteil 6,1 Prozent, bei den Mannern sind es lediglich 2,5 Prozent. Ausgewertet wurden Daten von 6933 Menschen, deren Essverhalten zwischen 2008 und 2011 analysiert worden war.[200] In einer vom VGT beauftragten[201] Befragung des Wiener Instituts fur empirische Sozialforschung (IFES) aus dem Jahr zweitausenddreizehn bezeichneten sich neun % der Osterreicher als Vegetarier oder Veganer, also circa siebenhundertfünfundsechzig Menschen. In der Gruppe der unter 40-Jahrigen wurde gar ein Prozentsatz von siebzehn % Vegetarier oder Veganer ermittelt.

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