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Queerfeminismus: Der Anfang vom Ende der Meinungsdiktatur – Die Störenfriedas

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feminismus

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Was sich allerdings DIE ZEIT als Reaktion auf das EMMA-Dossier dann uberlegte, zeigt einmal mehr, wie sehr die Medien bereit sind, den Queerfeminismus als Feigenblatt fur ihre eigenen patriarchalen Strukturen (die meisten Chefredakteure sind noch immer mannlich) zu benutzen. Die Nazis und spater auch die DDR (und auch die BRD, die Kontinuitat wurde nie durchbrochen, Hartz IV Empfanger sind bei uns auch gerne mal "asozial") beschrieben mit diesem Begriff Menschen, die von der von ihnen verfolgten gesellschaftlichen Norm abwichen. Immer wieder Wir haben bereits mehrfach die Erfahrung gemacht, dass Positionen des Queerfeminismus gerade von den grossen Medien vollig unkritisch ubernommen werden und man es mit der Wahrheit nicht mehr nur nicht so genau nimmt, sondern erwiesene Unwahrheiten schreibt.

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    Queerfeminismus: Der Anfang vom Ende der Meinungsdiktatur – Die Störenfriedas
    Bildquelle: https://farm5.static.flickr.com/4009/4688972873_1d84fa3e2c_b.jpg    

    Wer sich an der Uni nicht dem Queerfeminismus konform verhalt, kann ernsthafte Schwierigkeiten bekommen. Klatschkonzerte bei unliebsamen Themen sind da noch die leichteren Formen. Autoritare Unterdruckung von Kritik In den vergangenen Jahren zeigte die queerfeministische Hegemonie immer wieder ihre Unfahigkeit zur Selbstreflektion und Weiterentwicklung und die Kritik nahm zu, auch hier in Deutschland. Jungst erschien das Buch "Beissreflexe", das eine heftige Debatte ausloste und auch die EMMA griff das Thema endlich auf und benannte in einem eigenen Dossier den Queerterror. Gegenwehr war zu erwarten, griff die EMMA doch tatsachlich mit Judith Butler eine der Ikonen des Queerfeminismus an. Wir sind dankbar fur diese Debatte und hoffen, dass sie noch lange weitergefuhrt wird. Was sich allerdings DIE ZEIT als Reaktion auf das EMMA-Dossier dann uberlegte, zeigt einmal mehr, wie sehr die Medien bereit sind, den Queerfeminismus als Feigenblatt fur ihre eigenen patriarchalen Strukturen (die meisten Chefredakteure sind noch immer mannlich) zu benutzen. Der dreiseitige Artikel zeigt erstmal ein Foto, auf dem Manner zu sehen sind. Das ist sicher kein Zufall, denn Queerfeminismus schliesst Manner ausdrucklich mit ein. Die Autorinnen, Sabine Hark und Judith Butler selbst, machen im Text dann etwas, das fur den Queerfeminismus sehr typisch ist. Sie raumen ein, dass Kritik an der Meinungsdiktatur innerhalb des Queerfeminismus ja an einigen Stellen ja berechtigt sein mag, aber dann bitte nicht so, wie es das Buch und die EMMA tun. Auch das haben wir schon sehr oft erlebt. Kritik darf nur in der vom Queerfeminismus erlaubten Form vorgebracht werden - namlich gar nicht. Und wer es dennoch tut, ist wahlweise rechts oder Trump oder dumm oder gewalttatig. Aus dem Artikel spricht die ganze Arroganz des Queerfeminismus, der sich hinter ausserhalb der Szene unverstandlichen Begriffen verbirgt, der sich abschottet gegen jede Reform und zugleich fur sich in Anspruch nimmt, so hip und lustig zu sein, wie man es zweitausendsiebzehn nur sein kann. Queerfeministinnen wahnen sich im Besitz der einzigen Wahrheit, sie agieren aus dem Bewusstsein vollkommener moralischer Uberlegenheit heraus und reagieren auf Anregungen zum Perspektivenwechsel mit Spott, Lugen und Hetzkampagnen. Normalerweise spielt sich das in den sozialen Medien ab, wo es die Queerfeministinnen, ahnlich wie in den traditionellen Medien, uber Jahre hinweg auch zu einer gewissen Vormachtsstellung gebracht haben. Nun funktionieren soziale Medien aber anders. Jeder kann sich einen Twitteraccount oder einen Blog basteln und drauf losschreiben und wenn sich genugend Leute dafur interessieren, eine ganz unabhangige Reichweite aufbauen. Diese Reichweite wiederum kann der Dominanz des Queerfeminismus erhebliche Risse verpassen, gegenteilige Meinungen anbieten, Kritik uben. Und wieder zeigt sich, wie Queerfeminismus agiert. Statt in den Diskurs zu gehen, wird lieber mit Abmahnungen und Unterlassungserklarungen gearbeitet und - das ist der neueste Tiefpunkt - im Zeitartikel sogar von "asozialen Medien" gesprochen. Nazisprache im Queerfeminismus Der Begriff "asozial" hat eine ganz eindeutige Konnotation. Die Nazis und spater auch die DDR (und auch die BRD, die Kontinuitat wurde nie durchbrochen, Hartz IV Empfanger sind bei uns auch gerne mal "asozial") beschrieben mit diesem Begriff Menschen, die von der von ihnen verfolgten gesellschaftlichen Norm abwichen. "Asoziale" wurden eingesperrt und in den Konzentrationslagern des drei Reichs umgebracht. Jemand, der diesen Begriff benutzt, benutzt Nazisprache, um abweichendes bis unerwunschtes Verhalten an den Pranger zu stellen. Das ist schon ein starkes Stuck, das umso drastischer erscheint, als die Autorinnen dann nicht davor zuruckschrecken, am Ende ihres Artikels auch noch Adorno zu zitieren: Das "wahre Unrecht", wusste schon Theodor W. Adorno, sitzt "eigentlich immer genau an der Stelle, an der man sich selber blind ins Rechte und das andere ins Unrecht setzt". Adorno kritisierte mit diesem Zitat autoritare Systeme, wie der Queerfeminismus eines ist, doch es ist typisch fur den Queerfeminismus, sich solche Zitate anzueignen, sie auszuhohlen und fur die Zementierung der eigenen Weltanschauung zu benutzen. So wurde die Pornodarstellerin Linda Lovelace, die in ihrer Biografie beschrieb, dass der Film " Deep Throat" das Dokument einer Vergewaltigung ist, kurzerhand zur "Akteurin des Blowjobs ". Das Zynische daran ist, dass sie damit genau das beschreiben, was EMMA und auch das Buch Beissreflexe dem Queerfeminismus vorwerfen: Die Arroganz, uber jeder Kritik zu stehen und Andersdenkende nicht nur mit Spott, sondern auch noch mit Nazijargon zu von der Gesellschaft Ausgeschlossenen zu machen. Adorno wurde sich wohl im Grabe umdrehen, wenn er wusste, dass er in einem Atemzug mit der Nazisprache benutzt wurde und als Mittel dient, Andersdenkende mundtot zu machen. Sogar vor dem Begriff "Denunzierung" wird nicht zuruckgeschreckt. Die Medien versagen. Immer wieder Wir haben bereits mehrfach die Erfahrung gemacht, dass Positionen des Queerfeminismus gerade von den grossen Medien vollig unkritisch ubernommen werden und man es mit der Wahrheit nicht mehr nur nicht so genau nimmt, sondern erwiesene Unwahrheiten schreibt. Wir konnen nur vermuten, dass das aus der Angst heraus geschieht, dass da jemand wirklich mit aller Kraft an uberkommenen patriarchalen Strukturen rutteln konnte. Fast taglich erreichen uns Kommentare, E-Mails und andere Zuschriften, in denen Menschen, Frauen wie Manner, uns von ihren Erfahrungen mit der Queerszene erzahlen. Manche von ihnen, besonders Frauen, beschreiben es fast wie einen Ausstieg aus einer Sekte. Eigenes Denken ist nicht erwunscht, was zu denken ist, wird von einer kleinen, aber gerade medial sehr prasenten Meinungselite vorgegeben, die anderen sind Fussvolk, die sich in den Kommentarspalten oder auf Twitter austoben durfen, wenn irgendwo Abweichler entdeckt werden. Dabei dreht sich der Queerfeminismus ausschliesslich um sich selbst - und das sind vor allem weisse Frauen aus der Mittelschicht, mit guter Bildung und guten Jobs. Mutter, Behinderte, Benachteiligte, Prostituierte, Kranke kommen bei ihnen ebenso wenig vor wie deren Probleme, denn dazu musste man die eigene Nabelschau ja aufgeben. Solidaritat gibt es nicht, im Gegenteil, wenn man sich argumentativ gar nicht mehr zu helfen weiss, wird einfach behauptet, der Gegner sei rechts. Der Anfang vom Ende des Queerfeminismus? Nun. Wer Nazijargon in einem Artikel benutzt, um Andersdenkende und ihre Meinungen zu diskreditieren, hat gezeigt, dass er nicht diskursfahig ist. Die kritischen Stimmen gegen den Queerfeminismus mehren sich und einmal mehr haben seine Gallionsfiguren bewiesen, dass sie zu Reflektion und Weiterentwicklung nicht bereit sind, zu wichtig sind ihnen ihre Privilegien in Form von Medienprasenz, Meinungshegemonie und auch ganz klar ihre Pfrunde (Professorenstellen, Stipendien, Buchvertrage, Vortrage, Fernsehauftritte, Zeitungskolummnen und -artikel). Wir sehen es positiv: Immer mehr Menschen, auch ausserhalb des Feminismus, horen und sehen hin, was da passiert. Die Hegemonie des Queerfeminismus brockelt. Zu ungenugend, zu widerspruchlich sind seine analytischen Mittel, zu abgeschlossen ist er gegen jede Weiterentwicklung und determiniert damit sein Ende selbst. Die Zeiten, in denen Queerfeministinnen unwidersprochen anderen Frauen vorschreiben konnten, was sie zu tun und zu denken haben, sind vorbei - auch dank der sozialen Medien. Kein Wunder, dass die Queerfeministen sie so furchten. Jedes autoritare System furchtet Freiheit und Widerspruch. Es ist naheliegend, dass dann eben auch dem radikalen Feminismus vorgeworfen wird, ein solches autoritares System zu sein, immerhin gibt es hier auch bestimmte Ausgangsanalysen, uber die sich alle einig sind. Das stimmt allerdings so nicht. Im radikalen Feminismus wird heftig gestritten, aktuell uber das Verhaltnis zum Islam und zu den Rechten. Wie gehen wir mit dem Kopftuch um? Ist es nun Zeichen der Unterdruckung, oder ist die Sachlage komplexer? Manchmal gelingt es uns nicht, das Inhaltliche vom Personlichen zu trennen. In der grossen Debatte aber zeigt sich, dass der radikale Feminismus sehr viel diverser und kritikfahiger ist, als der Queerfeminismus. Wir Storenfriedas haben beispielsweise Standpunkte der EMMA gerade zu Islam, Kopftuch und Fluchtlingen laut intern und auch offentlich kritisiert. Die EMMA wiederum findet nicht alles, was wir so machen, gut. Das ist auch richtig so. Wir sind nicht die EMMA und andersherum. Alice Schwarzer wird immer vorgeworfen, sie sei autoritar und liesse keine anderen Meinungen zu. Es entbehrt deshalb nicht einer gewissen Komik, dass sowohl die altehrwurdige EMMA als auch die jungen, wilden Storenfriedas zum einen diese inhaltlichen Debatten fuhren konnen, bei denen auch mal scharf geschossen wird, sich zum anderen aber in der Solidaritat unter Frauen und mit Frauen aber einig sind. So lauft das eben in einer freien und offenen Gesellschaft und Kultur. Es ist Teil der Grossartigkeit des Feminismus, dass jede Art weiblichen Erlebens und Denkens ihren Platz darin hat, wenn man ihn nicht zu einer konservativen Ideologie verstummelt, wie es der Queerfeminismus tut. Es ist eine der gegenwartig vielleicht drangendsten Aufgaben unserer Welt, Moglichkeiten zu finden, mit anderen zusammenzuleben und eine Welt zu teilen, ohne die Andersheit der Anderen auszuloschen, aber auch, ohne die unzweifelhaft existierenden Dilemmata zu leugnen, die auf diesem Weg auftreten werden. heisst es im Zeitartikel. Liebe Queerfeministen, nehmt euch doch eure eigenen Mahnspruche mal zu Herzen. Falls wir euch zeigen sollen, wie das geht - wir laden euch gerne ein. Es ist ein Merkmal der sogenannten "Asozialen", dass sie von einem respektvollen Miteinander meist mehr verstehen als jene, die ihnen ihre Asozialitat vorwerfen. Danke fur diese ausserst genaue und saubere Darstellung und Ausdifferenzierung der heutigen Situation. Ja, es war ja eigentlich zu erwarten, dass das Patriarchat auch den Feminismus okkupiert, verwassert und ins Gegenteil verdreht. Genaus dort stehen wir jetzt heute, wo die Queer-Schrei-Hupf-Wortklauberinnen und Verdrehererinnen den Feminismus fur sich deklarieren und so dem Patriarchat blind und doof in die Hande spielt. Da konnen doch alle rechten und linken Mannen getrost zurucklehnen und "den Krieg" den neuen Feministinnen uberlassen. Wie bequem fur sie. Naturlich verstecken sie sich (lachelnd) hinter dieser sog. feministische und "gegenderten" Fassade und lachen sich einen ab. Phuuu, Schulterklopf, Schulterklopf, nochmals gut gegangen.. Die wirkliche Veranerung, eben aus der Wurzel heraus konnte so nochmals verhindert werden. Den wahren Feminismus hat es fur Jahre zuruckgedreht und wieder auf den "Nebenschauplatz, res. das Abstellgleis gestellt. Irgend wie scheint es Frauen besonders schwer zu fallen, von ihrem eigenen kleinen Ego einmal Abstand zu nehmen, ihre personliche Meinung zuruck zu stellen und WIRKLICH ganzheitlich und fur die Sache ALLER FRAUEN zu denken, ohne sich standig aufspalten zu lassen. Sie sind reihenweise wieder auf das patriarchale "Teile und Herrsche" reingefallen, lassen sich genau fur das vereinnahmen und nehmen den Herren so den "Vernichtungskrieg" an den Schwestern ab, ohne es zu merken. Immer wieder endet jede Diskussion mit dem Satz: Also "mein " Mann, (Freund, Bruder,Vater, etc.) ist NICHT so" .. Ja, geschenkt, aber um das geht es ja gar nicht .. Es ist einfach nur zermurbend und traurig dem zuschauen zu mussen. Spaltpilze, wohin man schaut. Vielen Dank fur die klaren Worte. Allerdings mochte ich eine Sache korrigieren: Der radikale Feminismus hat seine Wurzeln bereits im neunzehn Jh. Ihre wohl bekannteste Vertreterin ist Hedwig Dohm, Sie war eine der ersten, die das uneingeschrankte Wahlrecht fur Frauen eingefordert hat. Sie war Radikalfeministin, Publizistin, Romanautorin und Pazifistin. Ihre grossartigen Schriften wie "Die Antifeministen" oder "Was die Pastoren von den Frauen denken". Hedwig Dohm hat sich mit den intellektuellen Grossen ihrer Zeit angelegt. Die Art, wie sie deren Argumentation auseinandergenommen hat - mit viel Ironie und beissender Satire - ist heute noch ein Lesegenuss und leider sehr aktuell. Mein Lieblingszitat: "Glaube nicht, es muss so sein, weil es so ist und immer so war. Unmoglichkeiten sind Ausfluchte steriler Gehirne. Schaffe Moglichkeiten. " Was mir jedoch fehlt ist die Verquickung mit dem Intersektionellen Feminismus. Diesen erlebe ich in US-amerikanischen Foren und naturlich auch auf Twitter. Eine Ikone hierfur ist Linda Sarsour, die von der amerikanischen Linken und den Vertreterinnen des intersectional feminism gefeiert und hofiert wird. Frei nach ihr wird gesagt " Hat Dein Feminismus keinen Hijab, ist es kein Feminismus". Slogans dieser Machart finden sich aktuell naturlich auch hinsichtlich Rassismus und Transphobie etc. Der Queer-Feminismus lasst sich in den USA nicht mehr vom Intersektionellem trennen. Ich sehe hier durchaus eine Weiterentwicklung des Queer-Feminismus, in dem er sich anderen marginalisierten Gruppen (Behinderte, Islamisten etc.) geoffnet hat und eine Hierarchie der Unterdruckung einfuhrte, in der die an der Spitze stehen soll, die am meisten Unterdruckung in vielen Feldern erfahrt. Als "weisse Frau" (White Feminism TM) die weniger verdient als Manner, ab und zu Sexismus im Alltag erfahrt und vielleicht mal sexuelle Gewalt erfahren hat, hast Du nicht die besten Karten gegenuber einer Frau, die zudem aufgrund ihrer Hautfarbe diskriminiert wird und dann vielleicht auch noch einen Trans-Background hat und auch noch behindert ist. All das klingt zynisch und ist es irgendwo auch, denn wenn nur noch die personlich erfahrene Unterdruckung zahlt und das naturlich abzuglich der Privilegien, dann ist eine gemeinsame Bewegung kaum noch moglich. Ein Beispiel hierfur ist ja der bekannte Pussyhat. Da er so heisst und zudem i.d.R. noch Pink ist, wurden alle Frauen, die ihn u.a. zum Women's March anlasslich Trumps Vereidigung trugen, bestenfalls als Ignorantinnen bezeichnet, da er transfeindlich ist und zudem rassistisch. Das die gestrickte Mutze so hiess, weil man hiermit Trump's "grab by the pussy" Zitat aufgriff, spielte keine Rolle. Und Pink? Hatte frau auch jede andere Farbe nehmen konnen. Dies war nicht nur Madonna mit ihrer schwarzen Version vorbehalten. Aber halt, Madonna ist ja weiss und somit kam zugleich der Vorwurf der kulturellen Aneignung (cultural appropriation). All dies gehort mit in diesen Kontext und ist um so erschreckender, weil es hier tatsachlich noch eine Steigerung dessen gibt, was im oberen Artikel beschrieben wurde. Ich mochte euch das Buch "Uberbitten" von Deborah Feldman empfehlen. Es ist das zweite Buch nach ihrem "Unorthodox", in dem sie ihre Flucht aus dem Ghetto des orthodoxen Judentums in New York beschreibt. Das zweite Buch ist eine Fortsetzung, sehr gut geschrieben. In einer Szene beschreibt sie ein College-Seminar, sie ist ganz begeistert von einem Buch, in dem Diskriminierungserfahrungen beschrieben sind, in denen sie sich wiedererkennt. Eine Kommilitonin, farbig und freiwillig zum Islam ubergetreten, schneidet ihr daraufhin das Wort ab und meint, sie habe kein Recht uber Diskriminierung zu sprechen, da sie als Vertreterin des Judentums "weiss" sei, da die Weissen die Juden mit in ihr Unterdruckungsboot geholt hatten. Daraufhin versteht Deborah, die sich bis dahin immer nur heimlich zum Studium aus ihrem Stetl schleicht, warum die anderen Studentinnen nie mitdiskutieren wollen und immer schweigen, bis sie die Meinung der betreffenden Studentin gehort haben Diese Art Ideologie ist ohne Worte, traurig. Auf der einen Seite subjektivierend, auf der anderen Seite werden Menschen nach ihrer Herkunft in "Klassen" geteilt. Deborah Feldman wendet sich in ihrem Buch klar gegen den Liberalfeminismus, der nur dann Frauenrechte vorsieht, wenn die Religion dem nicht entgegensteht. "du bist halt eine Ausnahme", sagt die betreffende Kommilitonin, als Deborah fragt, warum die Amerikanerinnen es zulassen, dass es mitten in New York judische Paralleluniversen gibt, in denen Frauen unterdruckt werden. " Die anderen haben das so gewahlt. " JEDE Frau muss einfach irgend wann entscheiden, ob sie fur die Sache der Frau, (aller und allen Frauen) ist, oder fur den REST! Ja, es gibt immer Grunde fur den Rest zu sein. Individuelle Grunde, Erfahrungen, Politik, Glaubenssatze, Brainwash, etc. ABER: Es gibt NUR eine Entscheidung: Fur Frauen, (alle Frauen) oder fur alles andere ausser Frauen. Frausein verbindet ALLE Klassen und Rassen, Prostituierte und Hausfrauen, Karrierefrauen und Politikerinnen, Alleinstehende und Verheiratete, Mutter oder Kinderlose; denn die Erfahrung ist dieselbe, ob Frauen das jetzt sehen wollen oder eben nicht, spielt diesbezuglich keine Rolle. Die UR-Sunde ist die Ausgrenzung, Unterdruckung, Lacherlichmachung und Marginalisierung der Frau. Punkt. Danke fur den Artikel, auch wenn ich nicht alle der allgemeinen Aussagen uber die Akteurinnen des Queerfeminismus teile, so stimmt es in der Tendenz sehr mit meinen eigenen Erfahrungen und Eindrucken uberein. Fur mich zentral ist aber der Punkt mit der Perspektive: Queerfeminismus wird gepragt von besonders privilegierten Frauen, die sich ihrer Privilegien - ahnlich wie Manner - kaum wirklich bewusst sind. Fast alle kommen aus mindestens Mittelschicht-Hausern. Die meisten aus dem sog. Bildungsburgertum. Sie entsprechenden in Erfahrungswelt und Habitus der Journalisten- und Professoren-Elite und damit etablierten Strukturen, die vor allem durch mannliche Sozialisation gepragt sind und somit bestens zu Transaktivisten passen. So schliesst sich der Kreis der tief unbewusst von Geldmacht, gesellschaftlichem Ansehen und Einfluss gepragten Strukturen. Feminismus wie ich ihn verstehe vertritt besonders auch armere Frauen mit, weil Armut vielfach weiblich ist: Ob als Alleinerziehende oder als prakare Care-Arbeiterin, als Rentnerin oder als - und das ist das volle Paket Patriarchat - Prostituierte. Da wird Prostitution bei diesen Frauen doch genauso als "Chance" fur verarmte Osteuropaerinnen verkauft wie prakare Tagelohner-Baustellenjobs fur die mannlichen Pendants dieser Frauen, von ihren privilegierten mannlichen Kollegen in machtigen Positionen aus der gleichen Schicht. Nur mit dem Privileg nicht derart gewaltsam als Stuck Fleisch mit Korperoffnungen zum Benutztwerden gehandelt zu werden, was wiederum die allgemeine Privilegiertheit von Mannern bis in die armsten Schichten hinein reprasentiert. Kurz: Wessen Problem vor allem sexistische Werbung und Ehegatten-Splitting ist, hat von der wahren Brutalitat der Unterdruckung von Frauen einfach keinen Schimmer. Dann sollen sie sich mal nicht unterdruckt "fuhlen" und weiter die Augen fest zumachen um sich ja nicht mit dem Establishment anzulegen und am Ende noch Privilegien zu riskieren. Bitte. Sollen sie doch. Wir sind viele und wir bleiben laut und machen uns sicht- und horbar. Egal, wie sehr die das runterdrucken wollen. Im Gegenteil: Je mehr sie uns bekampfen, desto mehr Kraft ziehe ich daraus und lese nur eins: Wir treffen empfindlich ins Schwarze. Zusammen mit Halt in der strukturellen Analyse, ausgehend von Frausein und weiblicher vs. mannlicher Sozialisation. Das ist der Halt, der uber alle Differenzen hinweg UNSEREN Zusammenhalt ausmacht. Ich bin einfach nur froh, dass es euch alle gibt :). Die baumen sich bei unseren Analysen genauso auf, wie das Patriarchat und seine Vertreter. Das heisst fur mich : Wir sollten nicht nachlassen. Ganz im Gegenteil. Lg, Susanna Ich fuhre ja sogar Diskussionen mit euch, als eine der so sehr kritisierten Queerfeministinnen. Und auch wir sind uns intern lange nicht uber alle Themen einig und streiten daruber teils heftig. Da eine Dichtomie aufzumachen zwischen euch und uns, kommt mir quatschig vor: was fur euch ein Konflikt uber das Kopftuch ist, ist bei uns vielleicht einer uber cultural appropriation. Kriegt ihr nur vielleicht nicht so sehr mit. Und wo ich + die linken QueerFems meiner naheren Bubble einig mit euch sind: "asozial" ist ein Nazibegriff und es ist nicht okay, ihn zu verwenden. Selbst uber diesen 2.-3.-Welle-Graben hinweg gibt es viel Einigkeit: uber reproduktive Rechte beispielsweise. Uber den grundsatzlichen Kampf gegen das Patriarchat. Und so viel mehr. Ubrigens bin ich gespannt, ob ihr diesen Kommentar uberhaupt veroffentlichen werdet. Tut ihr ja regelmassig mit (vollig freundlich-unbedenklichen, aber eben widersprechenden) Kommentaren nicht. Was schon euer klares Recht ist, nech aber ihr musst euch dann auch die Kritik gefallen lassen, selbst den kritischen Diskurs zu unterbinden. Ich sehe das von eurer Seite deutlich mehr als von Queerfeminist*innen. Beispielsweise erklart ihr in diesem Artikel, dass man nun (wegen den Aussagen einzelner QueerFems) pauschal nicht mehr mit uns reden konne, oder dass ein signifikanter Teil von uns euch als "Asoziale" sieht. Dem mochte ich klar widersprechen. Mit Verallgemeinerungen uber den Gegner kommt dieser gerade immer weiter aufschaumende Konflikt aber nicht weiter. Ich lade euch herzlich ein, den Diskurs weiter zu suchen und mit denen zu fuhren, die dies (noch) wollen. Meine Mailadresse habt ihr ebenso, wie ihr mein Blog oder meinen Twitteraccount finden konnt. Die Tur zu einem respektvollen Diskurs ist von meiner Seite offen. Es liegt an euch, ob ihr derartige Moglichkeiten wahrnehmt - wenn ihr es nicht wollt, bitte, aber dann stilisiert euch nicht als diejenigen, die ja heldenhaft fur diesen Diskurs kampfen! Vielen Dank fur die klaren Worte, ihr sprecht mir aus dem Herzen. Ich selbst unterliege einer Art Hexenverfolgung, weil ich die Gender Toiletten kritisiert habe und damit Kinder (Madchen und Jungen!) beschutzen wollte.

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