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Jade – Wikipedia

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Jade

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Daraus konnte sich durchaus eine immer starker magisch orientierte geomantische Nutzung solcher Scheiben entwickelt haben, wenn etwa wie in Chinas Feng Shui heute noch ublich, die optimalen Orte fur Gebaude, Graber usw. bestimmt wurden. Zudem gilt hier wieder das Prinzip, dass Jadekunst nur dort autochthon entstehen konnte, wo eine ungestort Entwicklung des Jadehandwerks einigermassen moglich war, also nicht im ethnisch wie religios heterogenen (Buddhismus, Hinduismus, Islam, Christentum), von sich uberschneidenden indisch-chinesisch-malaiischen Machteinflussen gepragten Hinterindien mit seinen bis heute andauernden kriegerischen Konvulsionen etwa durch die Khmer, Thai oder die Bergvolker. [2] Fur das byzantinische Reich zwischen dreihundertfünfundneunzig und eintausendvierhundertdreiundfünfzig ist Jade nicht ausdrucklich belegt, konnte aber gelegentlich verwendet worden sein, da es wie andere ostasiatischen Kostbarkeiten, etwa Seide, Edelholzer, Tee, Bronze, Gold, Perlen usw., uber die Seidenstrasse hierher kam, deren westliche Auslaufer in Konstantinopel, Palastina und Kairo endeten.

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Jade – Wikipedia
Bildquelle: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/e/ea/Shaoxing_Cityscape.jpg/1200px-Shaoxing_Cityscape.jpg    

Ahnlich ist die Situation in Nordamerika. Allenfalls in dem nordlich an den mesoamerikanischen Kulturraum angrenzende Gebiet der Pueblo-Indianer finden sich moglicherweise Spuren. Doch auch hier bevorzugte man vor allem Turkis als offenbar gut verfugbaren und wesentlich einfacher zu bearbeitenden Schmuckstein.[22] Am wichtigsten war Jade in der chinesischen Kultur, wo er nicht nur kunstlerisch als Werkstoff von Bedeutung war, sondern auch ideell als Symbol in Religion, Philosophie, Literatur und selbst in der Staatskunst. Und sogar noch heute glaubt man in China von dem Jade, er habe eine heilende Kraft, wie das so ahnlich auch in den westlichen Kulturen Europas und Amerikas der Fall ist, etwa im Rahmen der modernen Esoterik, die sich wiederum unter anderem auf ostliche, vor allem chinesische Traditionen beruft. Es ist daher praktisch unmoglich, insbesondere in China aus einer Darstellung der Jadekunst den Aspekt der Philosophie und Religion auszuklammern. Mit dem Beginn der durch den legendaren Jadekaiser Yu Di begrundeten Xia-Dynastie um zweitausendzweihundert v. Chr. erreichte die Herstellung von Jadegeraten durch die Verwendung von Bronzegeraten zu ihrer Bearbeitung ein neues technisches Niveau. In der nachfolgenden Shang-Dynastie ab eintausendsiebenhundert v. Chr. begann sich die Ahnenverehrung vor allem bei den fuhrenden Schichten stark auszuweiten, und der Kult des obersten Gottes Huangdi gewann an Bedeutung. Der Gebrauch von Jadegegenstanden, vor allem Opferplattchen und Schnitzereien, fur die Opferrituale weitete sich nunmehr stark aus, denn Jade galt als unzerstorbar, und man glaubte, er bewahre die Lebenskraft. Das gilt jetzt selbst fur die Graber des einfachen Volkes. Dabei wurden offensichtlich bereits bestimmte Rituale im Zusammenhang mit Jade eingehalten. In der Shang-Dynastie (16.-11. Jh. v. Chr.) und der Westlichen Zhou-Zeit (11. Jh.- 771 v. Chr.) war dieses Ritualsystem bereits voll ausgebildet. Den grossten Anteil aus dieser Zeit machen nun nicht mehr die Schmuckjaden, sondern die Ritualjaden aus. Allerdings gingen diese in der Ostlichen Zhou-Dynastie (720-256 v. Chr.) wieder massiv zuruck. Doch war die Jadeschnitzerei in der Shang-Zeit im Rahmen der damaligen technischen Moglichkeiten bereits hoch entwickelt. Neben Ritualgeraten wie Himmels- und Erdsymbolen (in der Mitte durchbohrte Jadescheiben: bi) sowie Zepter fur die verschiedenen Adelsgrade fand sich auch ornamentale Jade, also figurliche Plastiken (Tiger, Bar, Hase, Hirsch u. a.); sogar Musikinstrumente (Klangsteinspiel). Gebrauchsgegenstande wie Gurtelschliessen, Kleiderverzierungen usw. wurden nun ebenfalls aus Jade hergestellt. Insbesondere die Bi-Scheiben schienen auch astronomischen Zwecken, vor allem zur Bestimmung des Nordens gedient zu haben, da die zirkumpolaren Sterne beim Hindurchblicken entlang des Scheibenrandes einen perfekten Kreis bildeten und so den damals in China nicht gut sichtbaren Polarstern zur Richtungsbestimmung ersetzen konnten. Daraus konnte sich durchaus eine immer starker magisch orientierte geomantische Nutzung solcher Scheiben entwickelt haben, wenn etwa wie in Chinas Feng Shui heute noch ublich, die optimalen Orte fur Gebaude, Graber usw. bestimmt wurden. Der Schritt zur Magie und Heiligkeit von Jade und als Himmelssymbol war dann nicht mehr allzu gross und hat wie in vielen solchen Fallen die sakulare Ursache bald vergessen lassen. Weitere derartige Ritualjadesymbole waren die Scheiben kuei fur den Norden, chang fur den Suden, der Tiger fur den Westen und das huang fur den Osten. Bei Bestattungen wurden die neun Korperoffnungen mit Jadeplattchen verschlossen. Es gab Ritualjaden fur alle moglichen weiteren Zwecke, die wichtigsten sechs rui-Jaden signalisierten dabei den sozialen Rang der Trager: bi, cong, gui, zhang, huang und hu, zu denen noch weiter sekundare wie die oben erwahnten yue-Beile traten. Insgesamt fallt durch fast alle Perioden die Haufigkeit der Drachensymbolik bei den Objekten auf (Abbildungen auf der linken Seite). Die Entstehung der Eisenverarbeitung zu Zeit der Fruhlings- und Herbstannalen und der Streitenden Reiche siebenhundertzwanzig bis zweihunderteinundzwanzig v. Chr. reformierte die Herstellung von Jade abermals. Es begann eine neue Ara der Jadeproduktion. Aus dieser Zeit der Goldenen Jade-Periode stammen einige der kostbarsten Funde uberhaupt. Jade wurde nun von der Fuhrungsschicht massiv verwendet und am ganzen Korper getragen. Allerdings war auch jetzt die grosste bekannte Jadefigur nicht hoher als 18 cm. Bereits im ersten vorchristlichen Jahrtausend trat der Werkstoff Jade allerdings in Konkurrenz zu anderen Materialien und Verarbeitungstechniken. Negativ wirkte sich dabei zudem aus, dass der Jade durch seine ideelle und teils metaphysische Bedeutung fur bestimmte rein sakulare Zwecke nicht sonderlich geeignet war und ausserdem fur grossere Kunstgegenstande wie Grossplastiken oder in der Architektur wenig brauchbar schien. Bevorzugte, weil flexibler einsetzbare und leichter zu erzeugende bzw. zu bearbeitende Materialien waren jetzt Porzellan und Keramik, Lack, Seide und die allerdings wie Keramik, Seide und Lack ebenfalls schon lange gebrauchlichen Bronze und Edelmetalle sowie das auch schon traditionellen Elfenbein als Abkommling archaischer Knochenschnitzereien etwa der Orakelknochen, das allerdings erst etwa ab dem achtzehn Jahrhundert grossere Bedeutung erlangte. An Techniken kamen unterdessen auf oder wurden stark verfeinert: der Holzschnitt, die Malerei, Tuschezeichnungen, Kalligraphie und der in China allerdings nie mit beweglichen Lettern gebrauchliche Buchdruck. Nach dem zweiten Hohepunkt der konfuzianischen Jadekunst wahrend der Song-Dynastie (960-1279) spielte Jade wahrend der vor allem durch Lack, Malerei, insbesondere aber Porzellan und Keramik beruhmten, allerdings auch restaurativ an der Tang-Dynastie (618-907) orientierten Ming-Dynastie 1368-1644 nur noch eine eher untergeordnete Rolle. Sie fand vor allem als Verzierung an der Kleidung in Gestalt von Perlen, Schnallen, als Drapierungen von kostbaren Seidegewandern sowie fur die Herstellung von edlen Schalen Verwendung, wobei vor allem die weisse Jade als kostbarste Variante besonders geschatzt war. In der darauf folgenden, auch als Mandschu bekannten Qing-Dynastie (1644-1912) kam es dann endgultig zu jener verhangnisvollen geistigen Erstarrung und Abschottung, die kunstlerisch in einem immer starkeren Eklektizismus, Formalismus und uberladenen Manierismus mit einem Mangel an Originalitat ihren Ausdruck fand, wie das als kulturelles Spatphanomen generell haufig ist.[23] Letztlich fuhrte diese geistige Tendenz dazu, dass China auch wirtschaftlich und politisch im achtzehn und vor allem im neunzehn Jahrhundert Opfer der amerikanischen und europaischen, spater auch der japanischen Kolonialmachte wurde (Erster Opiumkrieg, Zweiter Opiumkrieg, Boxeraufstand, Hongkong usw.). Jade wurde schliesslich vor allem wie Porzellan-, Seide- und Lackarbeiten sowie Malerei als in Europa geschatzte Chinoiserie in oft grossen Mengen fur den Export produziert (die uberwiegende Zahl der heute in Europa und den USA vorhandenen Jadeobjekte stammt aus dem neunzehn Jahrhundert) und hatte ihren ideellen Charakterer so gut wie vollig verloren. Fur solche Grossserien war der sehr individuell zu bearbeitende Jade zudem vollig ungeeignet, und die Jadegegenstande jener Zeit sind daher eher kunsthandwerklich einfache Billigprodukte bzw. aus Jadeersatz hergestellt, ein Charakteristikum, das sie mit vielen heutzutage fur Touristen und Esoteriker hergestellten,,Kunstprodukten" vor allem in Drittweltlandern teilen. Jadeschlange, modern Jadedrachen, modern In der Moderne spielt Jade offiziell kaum noch eine Rolle in der chinesischen Kunst (ausser fur den Export und haufig aus Jadeersatz), zumal sie in der Volksrepublik China zumindest bis zu deren wirtschaftlich-kapitalistischer Neuorientierung in den 1980ern und 1990ern als elitares und damit,,burgerliches" Material eher gering angesehen war und etwa wahrend der Kulturrevolution eintausendneunhundertsechsundsechzig bis eintausendneunhundertsiebzig und eintausendneunhundertdreiundsiebzig bis 1976 als reaktionar galt und wie andere derart etikettierte Kunst haufig von den Roten Garden zerstort wurde. Erst nach deren Ende (Verhaftung der Viererbande) kam es mit dem verstarkten Tourismus und der im Verlauf der kapitalistischen Wirtschaftsreformen Deng Xiaopings sich entwickelnden Privatisierung des Lebens wieder zu einem Aufbluhen der Jadeschnitzerei.[23] Dennoch erfreut sich die Jade im Volk, das trotz Kommunismus stets konfuzianische, buddhistische und taoistische (und regional auch muslimische und lamaistische) Brauche und Einstellungen beibehalten hatte, nach wie vor grosser Wertschatzung, und Chinesen bewerten die Qualitat von Jade noch heute nach deren Farbe. Die grune Farbe einer Jade ist ein Symbol des Glucks. Das (sehr seltene) Verfarben eines Jadeschmucks wird als ein Zeichen des Unglucks angesehen. Auch das (ebenfalls seltene) Zerbrechen eines Jadegegenstandes bringt Ungluck. Ein Geschenk aus Jade gilt zudem als Liebesbeweis.[1]Laotse (ca. 6. Jh. v. Chr.), der Begrunder des Daoismus, in dessen Philosophie aus alteren Vorstellungen die - spater vom Konfuzianismus zur Jadeethik weiterentwickelte - Idee von den Ritualen als Hilfsmittel zur Erlangung der Erleuchtung integriert wurde Es war in der Zeit kurz vor und wahrend des aufkommenden Konfuzianismus, dass sich ein umfassendes und hochkomplexes Ritensystem um den Jade herausbildete. Die symbolische Verbindung von Jade mit dem mannlichen Prinzip Yang des Yin-Yang-Systems, die dann spater fur die Verbindung von Herrscher und Jade so bedeutsam wurde (das Siegel des Kaisers war aus Jade, nicht aus Gold), entstand damals vor dem Hintergrund religioser und philosophischer Debatten. Bereits im zwischen eintausendfünfzig und zweihundertsechsundfünfzig v. Chr. entstandenen, taoistische wie konfuzianische Gedanken enthaltenden I Ging heisst es:,,Das Diagramm Qian steht fur den Himmel, fur das Rund, fur den Herrscher, fur den Vater, fur Gold, fur Jade "2 Gleichzeitig begannen Philosophen wie Mozi und die Legalisten wie etwa Han Feizi, diese Mode zu verurteilen, wahrend Konfuzius Jade wiederum verteidigte. Das Ritensystem Li, das aus funf Grundriten (freudige, trauervolle, Empfangs-, militarische und Festtags-Riten) bestehend spater zu einem Ritenkodex erstarrte, bildeten von nun an aber einen wesentlichen Bestandteil der Sozialstruktur im alten China. Es wurde in den folgenden Jahrhunderten vor allem vom Konfuzianismus gepflegt, insbesondere als dieser nach der Reichseinigung um 221 v. Chr. durch Qin Shihuangdi, dem ersten historischen Kaiser Chinas (er wurde durch die Entdeckung seiner Terrakotta-Armee weltberuhmt) und Begrunder der Qin-Dynastie, unter Kaiser Han Wudi (reg. 140-87 v. Chr., Westliche Han-Dynastie) zur Staatsdoktrin aufstieg. Damit kam der konfuzianischen Jade-Ethik zentrale Bedeutung zu, die nun mit dem Ritualjade-System eine enge Verbindung einging. Jade wurde mit philosophischen und ethisch-moralischen Begriffen belegt, mit der Yin-Yang-Lehre verknupft sowie mit den nun starren Adelsrangen, fur die er bisher eine rein rituelle Bedeutung gehabt hatte, endgultig verbunden und dadurch als Machterhaltungssymbol auch politisiert. Dieses Ritualjadensystem bestimmte etwa, welche Schichten der hoheren Gesellschaft welche Zeremonialjaden benutzen und an sich tragen durften und stellte sie so in den Dienst einer mit moralisch-ethischen Normen untermauerten, am patriarchalischen System orientierten und strikt hierarchischen Gesellschaftsstruktur, da dieses Tragen von Ritualjaden nun nicht mehr wie bisher situationsbedingt war, etwa beim Kontakt mit Hoher- oder Tiefergestellten bis hin zum Kaiser, sondern zu einem soziale Barrieren signalisierenden Formalismus mit allerdings philosophischem Uberbau erstarrte. Das System wurde denn auch nach und nach extrem komplex und wirkte etwa auf die Gestaltung von Schmuckjaden derart zuruck, dass ihre Interpretation ohne genaueste Kenntnis des gesellschaftlichen und philosophisch-ethischen Hintergrundes unmoglich ist. Es entstand eine regelrechte Ethik der Schmuckjaden, deren Kernsatz lautete:,,Der Edle vergleicht seine Tugend mit Jade. " Diese Entwicklung hatte bereits fruh wahrend der Zhou-Periode begonnen und war in den Zhouli (um dreihundert v. Chr.) festgelegt worden. Der eigentliche Wert der Jade besteht demnach nach einem anderen konfuzianischen Klassiker, dem Buch der Riten nicht in ihrer ausseren Schonheit, sondern in ihrer Tugend. Es heisst darin:[1][24] ,,Tse-Gung sprach zu Konfuzius:,Erlaubt mir zu fragen, warum Jade so sehr geschatzt wird und Alabaster nicht. Liegt es daran, dass Jade so selten ist, wahrend Alabaster haufiger vorkommt? ' Konfuzius antwortete darauf:,Wenn die Weisen in alter Zeit sich wenig aus Alabaster machten, die Jade hingegen hochschatzten, hat dies nichts damit zu tun, dass Alabaster oder Jade haufig oder selten vorkommt, sondern liegt darin begrundet, dass die Weisen ihre Tugend mit Jade verglichen: Sie steht fur Mitmenschlichkeit, weil sie sich mild und weich anfuhlt. Sie steht fur Wissen, da ihre Maserung fein, dicht und widerstandig ist. Sie steht fur Rechtschaffenheit, weil sie zwar am Korper herabhangt, ihn aber nicht verletzt. Sie steht fur angemessenes Benehmen, da sie - vom Gurtel herabhangend - sich bis hinunter auf den Boden zu beugen scheint. Sie steht fur die Musik, weil sie klare und langanhaltende erhabene Klange von sich gibt, welche abrupt enden. Sie steht fur Loyalitat, da ihr Glanz weder Unvollkommenheit verschleiert, noch selbst von Unvollkommenheit verschleiert wird. Sie steht fur Vertrauen, weil ihre guten inneren Eigenschaften von aussen sichtbar sind. Sie steht fur den Himmel, indem sie einem weissen Regenbogen gleicht. Sie steht fur die Erde, da sie die in Bergen und Flussen innewohnenden Krafte verkorpert. Sie steht fur die Tugend, wie auch die bei Audienzen verwendeten Ritualjade-Gegenstande. Sie steht fur den Weg der Tugend, weil es auf Erden niemanden gibt, der sie nicht schatzt.'" Jadepanzer, Westliche Han-Dynastie,206 v. Chr. - acht n. Chr. Etwas grober gearbeiteter Jadepanzer (Yu Yi yu yi) aus der Han-Dynastie Selbst bei reinen Schmuckanhangern trat dieser ursprunglich rein philosophische Gedanke schliesslich in den Vordergrund. Dies betraf wahrend der Han-Dynastie sogar die Totengewander, die sogenannten Jadepanzer (Yu Jia yu jia), die ausserordentlich kostspielig und nur hochsten Wurdentragern vorbehalten waren. So fand man in einem der Felsengraber von Mancheng zwei Totengewander aus Jade, die jeweils aus mehr als zweitausend mit Golddraht befestigten Jadeplattchen bestanden und den Zweck hatten, den Leichnam derart magisch vor dem Verfall zu bewahren. Ein etwas billigerer Bestattungsbrauch war die Jademumifizierung, die auf die bereits wahrend der Fruhlings- und Herbstannalen bezeugte Sitte zuruckgeht, Leichentucher mit Jadeplattchen zu benahen und die neun Korperoffnungen mit ihnen zu verschliessen. Insgesamt bildet die Westliche Han-Periode der Jadekultur einen Hohepunkt, der zu keiner Zeit der chinesischen Geschichte mehr ubertroffen wurde, denn das kunsthandwerkliche Niveau und die Breite der kunstlerischen Darstellungsweisen stellte nun alles Bisherige in den Schatten. Doch auch der Zusammenbruch des Han-Reiches und der Niedergang des Konfuzianisismus zwischen dem drei und sechs Jahrhundert bedeutete nicht das Ende der chinesischen Jadekultur, vielmehr wurde sie von einer taoistischen Unterstromung mit ihren Bestattungsjaden und ihren magischen Geraten fortentwickelt. Nach der erneuten Einigung des chinesischen Reiches zwischen 581 und 907 gelangte der Konfuzianismus, der nun auch taoistisches und buddhistisches Gedankengut aufgenommen hatte, zu neuer Macht und erneuerte die chinesische Jadekultur, fuhrte sie sogar zu ihrem letzten Hohepunkt, der bezeichnet ist durch die,,Ernennung" des Kulturheroen Yu Di (Yu Di yu di) zum legendaren Jadekaiser zur Zeit der Song-Dynastie durch den Kaiser Zhenzong 1015. Die meiste Literatur zu Jade beschaftigt sich wie oben dargestellt mit ihrem philosophischen und religios-rituellen Charakter. So heisst es etwa bereits in einer Inschrift auf einem Bronzegefass der Zhou-Zeit:[23] ,,Es gibt keinen Ahnengeist, dem wir keine Opfer dargebracht haben, noch haben wir die Opfertiere widerwillig geschlachtet. Unsere jadenen Ritualgefasse haben wir alle dargebracht. Warum werden wir von den Ahnengeistern nicht erhort? " Schon fruh und bereits im Neolithikum glaubte man, dass Jade es dem Menschen moglich mache, mit den Gottern in Kontakt zu treten und verwendete sie im noch schamanisch gepragten geistig-religiosen Kontext als Medium zwischen der irdischen und der uberirdischen Sphare, denn sie galt als,,Essenz der Kraft der Berge", aus denen sie durch die Flusse herangetragen wurde. Uber diesen magischen Aspekt hinaus verband man damit die Vorstellung von Reinheit, Schonheit und Erhabenheit, und aus den Beobachtungen am naturlichen Stein schloss man auf zwei Hauptmerkmale von Jade: Schonheit und Tugend, die den ausseren Aspekt der unaufdringlichen Harmonie, dem wichtigsten Grundsatz ostasiatischen Denkens bis heute, mit dem inneren, der Zahigkeit und Resistenz gegenuber Zwangen und Gewalt kombinieren. Jade galt spater ausserdem wie erwahnt als Verkorperung des lichten, mannlichen Yang-Prinzips innerhalb der Yin-Yang-Dualitat, und sie war das Symbol fur Lebenskraft. Damit spielte Jade aufgrund solcher Symbolik auch in der Dichtung, insbesondere naturgemass in der Lyrik eine wichtige Rolle, und Jade bedeutete in der Literatur nicht nur das edle Material, den Schmuckstein selbst mit seiner Kuhle, Harte, Glatte, sondern zugleich Vornehmheit und Schonheit, insbesondere bei Frauen. Dieses hochmetaphorische Prinzip ist schon im altesten umfassenden Worterbuch der chinesischen Sprache Shuowen jiezi des Autors Xu Shen aus dem zwei Jahrhundert n. Chr. enthalten, wo das Schriftzeichen fur Jade wie folgt umschrieben wird: ,,Jade ist Schonheit im Stein [shi zi mei] mit funf Tugenden: Ihr warmer Glanz steht fur Menschlichkeit, ihre makellose Reinheit fur sittliche Lauterkeit, ihr angenehmer Klang fur Weisheit, ihre Harte fur Gerechtigkeit und ihre Bestandigkeit fur Ausdauer und Tapferkeit. " Die chinesische Schriftsprache hat entsprechend unter dem Sinnbegriff Jade uber funfhundert Zeichen entwickelt, und es gibt unzahlige Kombinationen mit dem Zeichen fur Jade (yu). Die Jade-Metaphorik ist dabei ausserordentlich vielfaltig. Man spricht etwa von,,Jade-Herz" in der Bedeutung von,,reines Herz", von,,Jade-Gesicht" und,,Jade-Antlitz" fur eine schone Frau. Auch in Sprichwortern kommt Jade haufig vor.,,Mit den Steinen eines anderen Berges Jadegerat herstellen" bedeutet, dass man mit fremden Kraften an der eigenen Vervollkommnung arbeitet. Die edle Gesinnung eines Menschen wird als,,mit kostbarem Jade am Herzen und in der Hand" umschrieben.,,Jade und Stein zu Asche verbrennen" meint sinnlose Zerstorung.,,Lieber eine zerbrochen Jade als ein unversehrter Ziegel" entspricht dem deutschen,,Lieber ehrlich gestorben als schandlich verdorben". Bezeichnend dabei ist zudem, dass die Dichtung der konfuzianischen Zeit vor allem von den Staatsbeamten getragen und von ihrem Sprachgebrauch massiv beeinflusst wurde. Zeitweise war,,dichten" sogar Teil der Aufnahmeprufung in den Staatsdienst.[1][16][25] Als Epitheton veredelt Jade im Chinesischen Begriffe. So ist die Jade-Pagode westlich von Peking - sie steht auf dem Hugel der Jadequelle - naturlich nicht aus Jade, aber ehrwurdig wie Jade, ahnliches gilt fur den eintausendachthundertzweiundachtzig gegrundeten Jade-Buddha-Tempel in Shanghai, der allerdings zwei Jadebuddhas aus Burma enthalt: einen sitzenden (1,95 m hoch, drei t) und einen kleineren liegenden, der Buddhas Tod darstellt. Auch in Ho-Chi-Minh-Stadt (ehem. Saigon) gibt es eine Jade-Pagode (sie stammt aus dem Beginn des zwanzig Jahrhunderts und ist kantonesisch). Sind die Klangsteine des uralten Klangsteinspiels aus Jade, nimmt die damit erzeugte Musik den hehren Charakter der Jade an, wie Konfuzius bezeugte. Die Idee des Kostbaren findet sich sogar in einem Buchtitel des chinesischen Mathematikers Zhu Shijie, dem Siyuan yujian, d. h. dem,,Jadespiegel der vier Unbekannten", und einer der hochsten Orden der Volksrepublik China ist der Jade-Orden. Die Beispiele liessen sich beliebig vermehren, etwa um den Jadedrachen-Schneeberg bei Lijiang; und auch heute noch ist das Epitheton sprachlich hochwirksam, wenn sich etwa chinesische Jugendgruppen die,,Jadedrachen" nennen, wie vielfache Beispiel im Internet ausweisen. Uberhaupt wird offenbar die Verbindung von,,Jade" mit,,Drachen", der in der chinesischen Mythologie als gluckbringendes, dazu mannliches Symbol gilt, das haufig in Kunst, Philosophie und Dichtung Gegenstand von Darstellung und Betrachtung war und ist, als besonders edel empfunden.[5] Zu beachten ist hier die relativ komplexe Abfolge der Einzelkulturen, die haufig nur als Stadtkulturen fur einen kleineren Bereich Mexikos und Guatemalas bestimmend waren und teilweise parallel zueinander existierten, sich gelegentlich bekriegten: Ca. um 2000 bis 1650 v. Chr. finden sich an der Golfkuste die fruhesten Vorlaufer der Olmeken in San Lorenzo Tenochtitlan, die dortige Kultur endete um 1150 v. Chr. Ca. um 1600 und 1500 v. Chr. findet man an der Pazifikkuste die Barra-Kultur und die Ocos-Kultur als weitere Vorlaufer der Olmeken. Die eigentliche olmekische Kultur dauerte etwa von 1200 bis 200 v. Chr. mit dem Hohepunkt der La-Venta-Kultur um 400 v. Chr. Die Olmeken erfanden und entwickelte wahrscheinlich Schrift und Kalender. Sie wurden um etwa 200 v. Chr. abgelost von der Izapa-Kultur, die in die Maya-Kultur uberging, welche um 800 n. Chr. zusammenbrach. Wichtige Zentren der Mayas waren die Stadte Tikal, Palenque, Chichen Itza und Copan. Kleinere epi-olmekische Kulturgruppen wie die Veracruz-Kultur mit Tres Zapotes und Cerro de las Mesas als Zentren und die noch kaum untersuchte Remojadas-Kultur bildeten sich in den folgenden Jahrhunderten bis hinunter nach Guatemala. Parallel dazu gab es die Kultur von Teotihuacan ab der Zeitenwende bis etwa Mitte des 7. nachchristlichen Jahrhundertssowie die Kultur der Huaxteken (Tajin I) und Totonaken (Tajin II und III) von El Tajin zwischen 500 und 900 n. Chr. Daneben gab es noch die Chichimeken und Tarasken zwischen 700 und 1200, die weniger kulturelle als sprachlich-ethnische Gruppen waren und sind. Sie uberschneidet sich wiederum mit der Kultur der Azteken, die Mitte des vierzehn bis in die ersten Jahre des sechzehn Jahrhunderts wahrte und durch ihre exzessiven Opferrituale mit massenhaften Menschenopfer beruhmt wurde, die es in den anderen mesoamerikanischen Kulturen aber auch gab. Menschengesicht mit Katzengesicht verschmolzen: Anthropomorphe Jade-Votivaxt, Hohe ca. 8-9 cm, olmekisch, 1200-400 v. Chr. Britisches Museum. Die Darstellungsweise ist typisch fur die olmekische Kunst. Kleine Nephrit-Figur aus Izapa, der Vorlauferkultur der Mayas, 300 v. Chr. - 250 n. Chr. In den prakolumbianischen Hochkulturen Mittelamerikas waren es vor allem die Olmeken und Mayas, die Jade verwendeten. In Uaxactun etwa wurde eine fünfundzwanzig cm hohe und fünf kg schwere Jadestatuette mit typisch olmekischen Gesichtszugen gefunden. Ein grosser Depotfund mit siebenhundertachtzig Jadefigurchen stammt aus Cerro de las Mesas. Im bereits zwischen vierhundert und dreihundert v. Chr. zerstorten olmekische La Venta, in dessen Nahe mehrere grosse Jadevorkommen entdeckt worden waren - sie bildeten auch noch nach der Conquista die Hauptquelle des dortigen Reichtumes -, wurde Serpentin offenbar auch zu architektonischen Zwecken eingesetzt. Es fanden sich dort namlich innerhalb eines riesigen Ritualbereiches mit Graber, Tempeln und einer Pyramide auch drei spater rituell mit Erde abgedeckte Mosaikfussboden aus jeweils uber vierhundertfünfundachtzig Serpentinblocken, die stilisierte Werjaguarmasken darstellen. Der Jaguarmann (Werjaguar), dessen Gestalt Zuge eines Menschen und eines Jaguars verbindet, war in vielen prakolumbianischen Kulturen ein machtiger Mythos und ein Sonnen- und Gottersymbol. Das beruhmte Las-Limas-Monument eins beinhaltet diese Vorstellung in einer Nephritplastik, die einen Jugendlichen darstellt, welcher ein schmachtiges Werjaguarbaby in den Armen halt. Gefunden wurde die Statuette im mexikanischen Bundesstaat Veracruz, dem olmekischen Kernland. Die Statuette ist vor allem deshalb so beruhmt, weil sie die olmekischen Vorstellungen vom Ubernaturlichen so deutlich zeigt, und sie heisst daher gelegentlich auch,,Rosetta-Stein der olmekischen Religion". Bekannt ist sie auch als die,,Las-Limas-Figur" und als,,Senor de las Limas " (s. Abbildung links oben).[27][28 ] Dazu fand man zahlreiche Votivopfer aus Jade wie etwa Jadeaxte. Vor allem bei den Olmeken ist stilistisch die Ahnlichkeit der kleinen, vermutlich Devotionalien darstellenden Figuren mit den oft meterhohen Grossplastiken aus Stein auffallend, wobei man inzwischen davon ausgeht, dass die Jadeobjekte einer jungeren olmekischen Epoche angehoren.[2] Hervorragende Jade-Objekte stammen aus Teotihuacan, aus der Maya- und der Zapoteken-Zeit. Jademosaikmasken fand man unter anderem in Monte Alban II (eine aus fünfundzwanzig Steinen gebildete Fledermausmaske), in Palenque und besonders haufig in Calakmul. Ursprung der Jade war damals vermutlich wie auch spater die grosse Fundstelle im Montagua-Tal (heute Guatemala) sowie die Golfkuste. Auch Serpentin und Nephrit wurden verwendet. Im sogenannten,,Heiligen Brunnen" von Chichen Itza, einem grossen Mayazentrum auf Yucatan, fanden sich tausende von Objekten, darunter zahlreiche kunstvolle aus Jade, die als Opfergaben in den Brunnen geworfen worden waren, ein archaologischer Schatz ohnegleichen, der sich in einem dieser auf Yucatan weit verbreiteten unterirdischen Cenote befand, wie jene riesigen Karsthohlensysteme heissen, die zu hunderten den ganzen Untergrund dort uber viel Kilometer durchziehen und deren Erforschung eben erst begonnen hat, zumal sie offenbar haufig fur rituelle Zwecke oder sogar Unterwelttempel genutzt wurden (Brunnen und Hohlen galten weltweit in den Religionen als Unterweltzugange).[29] Besondere Beruhmtheit erlangt hat die 1952 entdeckte Totenmaske des Maya-Konigs Pacal II. (,,der Grosse") um ca. 700 n. Chr. in Palenque.[30] Im Unterschied etwa zu China kennt man die Sprachen und Schriften der mesoamerikanischen Kulturvolker nur bruchstuckhaft. Damit aber weiss man auch nur wenig von den immateriellen Gehalten ihrer Kultur (das Popol Vuh ist eine der wenigen Ausnahmen), denn die Ideogramme konnten bis jetzt noch nicht vollstandig entziffert werden (bei den Hieroglyphen der Maya-Schrift hat man inzwischen allerdings grosse Fortschritte gemacht). Somit sind haufig nur indirekte Schlusse auf einen eventuellen Bedeutungsgehalt von Jade bei den Volkern Mesoamerikas moglich. Diese Folgerungen stutzen sich teils auf die dargestellten Objekte, teils auf die Fundorte, teils indirekt auf die Bewertung des Materials hinsichtlich Kostbarkeit, Bearbeitbarkeit usw. Bei manchen olmekischen Jadefiguren hat man allerdings die Vermutung, sie konnten im Zusammenhang mit dem Regengott stehen, ob das jedoch einen direkten Bezug zum Material hat, ist fraglich. Ausschlaggebend war wohl hier wie in anderen nichtchinesischen Kulturen seine Seltenheit und Kostbarkeit, die sich hier mit der Fruchtbarkeitssymbolik der Farbe Grun verbunden haben konnte. So wird die hellgrune Jade gelegentlich mit dem jungen Maisgott Centeotl als Reprasentanz des jungen Maiskolbens Xilonon identifiziert, von dem man Tlamatecuhtli,,Frau mit dem alten Rock" unterschied, also den vertrockneten, von faltigen Blattern umgebenen Kolben. (Mais war in allen vorkolumbianischen Kulturen von grundlegender okonomischer und daher auch kulturell-symbolischer Bedeutung.) Die blaue Jade aus Guatemala wiederum scheint bei den Olmeken und ihren Ritualen mit Wasser und seinen Quellen in Verbindung gebracht worden zu sein. Ein eventuell komplexerer, systematisierter und nicht nur optisch orientierter Symbolgehalt, wie er etwa in China besteht, ist jedoch spekulativ, zumal man haufig nicht genau weiss, wer oder was in den Figuren oder Busten tatsachlich dargestellt ist und zu welchem Zweck. Immerhin heisst aber die Gottin des Meeres, der Seen und Flusse sowie der Fruchtbarkeit Chalchiuhtlicue (Nahua),,,Die-mit-dem-Jaderock", bzw. Matlalcueye,,,Blaurock", und bei den Mayas fanden sich in Opferbrunnen zahlreiche oft fein gearbeitete Jaderelief-Plattchen, so dass zumindest ein religioser Bezug bei der Jade nicht ausgeschlossen werden kann. Zumindest scheint festzustehen, dass es auch einen immateriellen Wert der Jade in den mesoamerikanischen Kulturen gab, der jenseits ihres materiellen lag. Moglicherweise lag das tatsachlich an der Farbe, die als Widerspiegelung von Wasser und Pflanzenwelt empfunden worden sein konnte und so mit dem Leben in Verbindung gebracht wurde mit den entsprechenden religiosen und spirituellen Konsequenzen. Jedenfalls legten die Mayas Jadestucke in die Munder der Toten, was ihre Vorstellung vom lebendigen Weiterleben in einem nach ihren Vorstellungen durchaus komfortablen Jenseits wiedergab, das dem jeweiligen Status des Toten im Diesseits sowie der Todesart entsprach (es gab vier Jenseitsregionen, fur jede Himmelsrichtung eine). Aber die Mayas verbanden Jade wohl auch mit Sonne und Wind, denn es wurden viele Maya-Jadeskulpturen gefunden, die den Windgott, aber auch Atem und Windsymbole sowie die Windrichtungen darstellen konnten. Und eine grosse, in Altun Ha gefundene Jadeplastik der Mayas, sie wiegt 4,42 kg, zeigt den Kopf des Maya-Sonnengottes. Dennoch bleibt die Bedeutung von Jade in den mesoamerikanischen Religionen umstritten. Ein religioser Bezug der Jade ware bei den Volkern Mesoamerikas allerdings keineswegs uberraschend, denn Jade galt immerhin, das weiss man, als kostbarstes Material jener mittelamerikanischen Kulturen, und zwar noch vor Gold und dem beliebten Turkis und Onyx oder Quetzalfedern, und ihre bevorzugte Verwendung bei zeremoniellen oder kultischen Objekten wie Teilen von Herrscherornaten, Totenmasken, Kultbeilen, Gotterstatuetten oder Opfergaben ist eigentlich fast beweisend. Da Metallwerkzeuge allerdings fehlten und das erst spat eingefuhrte Kupfer zu weich war, ergaben sich bei der Bearbeitung grosse Schwierigkeiten, und der Darstellung waren derart Grenzen gesetzt, obwohl man durchaus Kunstwerke findet, die den chinesischen ebenburtig sind, etwa kleine olmekische Busten und erstaunlich fein gearbeitete, meist nur wenige Zentimeter grosse Figuren vor allem aus der La-Venta-Kultur, die uberhaupt ein olmekisches Zentrum der Jadekunst gewesen zu sein scheint. Doch man findet auch feingeschliffene Zeremonialbeile, wie sie so ahnlich schon im europaischen Neolithikum und den Maori vorkommen[15].[18] Bearbeitet wurde meist durch Sandschliff, Bohren und Schnitzen. Man erzeugte dunnen Plattchen, die etwa zusammen mit Turkis auf Holz zu einer Maske zusammengesetzt wurden. Auch Perlen konnten derart hergestellt werden. Vermutlich durch Schnitzen mit Hilfe anderer Jadestucke oder hartem Holz gelangen auch kleine Plastiken. Grossere Figuren wie die oben erwahnte durften eher die Ausnahme gewesen sein. Aus der Schlussphase des Azteken-Reiches hat man immerhin in der Nahuatl-Dichtung, die von Missionaren einst in lateinische Buchstaben transkribiert worden war, einen bewegenden Abgesang auf die aztekische Kultur nach der Ankunft der Spanier. Die Verse werden dem Dichterkonig Nezahualcoyotl (,,Fastender Koyote") zugeschrieben und beziehen sich auch auf Jade:[21] Selbst Jade wird zerschmettert, Selbst Gold wird zerstort, Selbst Quetzalfedern werden zerrissen Man lebt nicht ewig auf dieser Erde: Wir verweilen nur einen Augenblick. Jade hat nur in China eine derart zentrale geistige Bedeutung erlangt und, mit uberlieferungsbedingten Unklarheiten versehen, in Mesoamerika, wo sie gehauft bei Opfergaben und als Gotterattribut auftaucht. Es wurden allerdings auch in anderen Kulturraumen kunstlerisch bedeutende Werke aus Jade geschaffen. Vor allem gilt dies fur das Indien der Grossmoguln und fur Korea. Im Schamanismus Nordasien und auch der Ainu wiederum scheint Jade wie in der Fruhzeit Japans und Koreas auch eine religiose Bedeutung gehabt zu haben und teils noch zu haben, ebenso im Neuseeland der Maoris, wo sie zudem als Statussymbol der Hauptlinge einen gesellschaftlich bestimmten zeremoniellen Stellenwert besass. Eines der altesten Beispiele fur Jadekunst in Indien ist der jainistische, dem Religionsstifter Mahavira gewidmete Tempel von Kolanpak bzw. Kolanupaka, achtzig km vor Haiderabad (Andhra Pradesh). Er ist etwa zweitausend Jahre alt und enthalt eine mehr als 1,50 m hohe, Mahavira darstellende geschnitzte Jadeplastik, die grosste freistehende Jadeplastik der Welt. Das Material Jade, vielleicht sogar die ganz Plastik, durfte aber eingefuhrt worden sein, denn Sudindien (der Dekkan), das damals von den Shatavahanas regiert wurde, war zu dieser Zeit Zentrum eines weltweiten Handelsnetzes, das bis nach Rom, Zentralasien und China reichte. Und da der in Sudindien konzentrierte Jainismus nicht in Konkurrenz zum Hinduismus trat und auch in den hohen Rangen der Gesellschaft fest verankert war, besass er sicher auch die Mittel fur derart kostspielige Unternehmungen, wie seine zahlreichen prachtigen Tempel ausweisen. Damit war diese Jadestatue aber keine autochthon indische Kunst, sondern importierte und fand vermutlich deswegen auch keine Nachfolger. (Man kann das durchaus mit der in Frankreich entworfenen und gefertigten Freiheitsstatue vergleichen.) In Indien wurde Jade dann allerdings erst wieder seit dem Mogulreich zwischen eintausendfünfhundertsechsundzwanzig und eintausendachthundertachtundfünfzig haufig zur Zierde an wertvollen Gefassen sowie fur Schwert- und Dolchgriffe und -scheiden verwendet. Viele derartige Objekte sind insbesondere aus dem achtzehn und neunzehn Jahrhundert erhalten. Ihre Qualitat ist aber nicht sicher in den grosseren kunsthistorischen Zusammenhang einer spezifischen regionalen Jadekunst einzuordnen. Die bedeutendste Periode der Jadeschnitzerei war jedoch das siebzehn Jahrhundert. Es gibt hier einige singulare Stucke vor allem aus der Regierungszeit der Mogulkaiser Jahangir (1569-1627), etwa seine Weinschale aus weisser Jade, und Shah Jahan (1592-1666), der das Taj Mahal erbaute und in dessen Zeit auch die Intarsienkunst mit Jade einen Aufschwung erlebte, die von da an das besondere Charakteristikum der indischen Jadekunst bildete. Die Moguln brachten wahrscheinlich die Kunst der Jadeschnitzerei aus ihrer zentralasiatischen Timuridenheimat Turkestan und dem ostlichen Iran nach Indien, wo sie vorher unbekannt war.[2][31][32] Obwohl sich im burmesischen Hinterindien grosse Jadelagerstatten befinden, ist fur diese Region keine eigentliche Jadekunst uberliefert. Das mag daran liegen, dass diese Fundstatten erst seit dem achtzehn Jahrhundert bekannt waren, vor allem aber wohl auch daran, dass sie offenbar sofort komplett von den Chinesen genutzt wurden, zumal von dort sehr hochwertige Jade kam (z. B.,,Kaiserjade"). Zudem gilt hier wieder das Prinzip, dass Jadekunst nur dort autochthon entstehen konnte, wo eine ungestort Entwicklung des Jadehandwerks einigermassen moglich war, also nicht im ethnisch wie religios heterogenen (Buddhismus, Hinduismus, Islam, Christentum), von sich uberschneidenden indisch-chinesisch-malaiischen Machteinflussen gepragten Hinterindien mit seinen bis heute andauernden kriegerischen Konvulsionen etwa durch die Khmer, Thai oder die Bergvolker. Das taoistische Symbol Taiji: Auffallig ist die Ahnlichkeit mit zwei gegenlaufig ubereinanderliegenden Magatamas. Zu den bekanntesten Jadeobjekten in beiden Kulturraumen zahlen die in Japan Magatama genannten Jadeornamente, die wie ein Komma geformt sind mit einer kleinen Perforation am dickeren Ende, die ursprunglich wohl dazu diente, eine Schnur durchzuziehen. Sie waren mitunter auch aus Gold oder Silber und wurden als Anhanger getragen, und ihre Form entstammt moglicherweise der der vorgeschichtlich als Anhanger getragenen Raubtierzahne. Tatsachlich waren die Magatamas zwischen eintausend vor und sechshundert nach Chr. die vorherrschende, ja fast einzige Schmuckform in Japan. Zur potentiellen Beziehung dieser Magatamas zu den sibirischen toli-Spiegel der Burjaten siehe den Abschnitt Sibirischer Schamanismus. In Japan sind Magatamas denn auch schon seit dem Neolithikum, insbesondere der etwa um dreihundert v. Chr. endenden Jomon-Zeit nachweisbar. Besonders haufig kommen sie aber in der Kofun-Periode des 3.-6. nachchristlichen Jahrhunderts mit ihren charakteristischen Hugelgrabern vor. Zusammen mit Spiegel und Schwert spielten sie offenbar im Shintoismus und spater im damals wohl einsetzenden Kaiserkult eine zentrale Rolle, nachdem sie in Abgrenzung zum Buddhismus neue Bedeutung fur den Weg des Kami erhalten hatten. Allerdings scheint hier weniger das Material Jade die eigentliche Symboltragerschaft innezuhaben (es gibt Magatamas auch aus anderen Materialien), sondern eher die aus dem jungsteinzeitlichen und bis heute im Shintoismus zentralen Ahnenkult uberkommene Form, welche sich bemerkenswerterweise auch in der Yin-Yang-Symbolik wiederfindet und die durchaus aus als zwei passend ubereinanderliegenden Magatamas beschrieben werden kann. In spateren Perioden ist Jade als Material dann relativ selten; das gilt selbst fur die Netsuke genannte Kleinkunst des neunzehn Jahrhunderts, deren Miniaturschnitzereien meist aus Holz und Elfenbein gefertigt waren, seltener aus Horn, Metall oder Lack. Das klassische weihevolle Material Japans war ohnehin die Bronze. Das weitgehende Fehlen von Jade in Japan ist moglicherweise durch mehrere Faktoren bedingt: Koreanische Silla-Krone. Diese ist besonders reich an Jadeverzierungen (insgesamt siebenundsiebzig grune und blaue Jadestucke). Man erkennt dabei deutlich deren Kommaform, die sie als Magatamas ausweist. Lange Zeit fehlende Vorkommen (sie wurden nur an einer Stelle in Japan gefunden), was Jade ausserordentlich teuer gemacht haben durfte. Ihre schwere Bearbeitbarkeit, durch die sie bei der Neigung der japanischen Kunst zu grazilen und komplexen Formen ein Material zweiter Wahl gewesen sein konnte. Eine eigene Jadeschnitzkunst, die sich von anderen Schnitztechniken vollig unterscheidet, hat sich in Japan offenbar nicht entwickelt. Es mag aber auch die Konkurrenz mit China schon Ende des ersten nachchristlichen Jahrtausends eine Rolle gespielt haben. Gegen China schottete man sich damals zunehmend ab und mied alles Chinesische oder betrachtete es verachtlich (eine Haltung, die dann letztlich im Massaker von Nanking eintausendneunhundertsiebenunddreißig ihren grausigen Hohepunkt fand). Jade aber war durch den Kult, den man in China darum gewoben hatte, etwas sehr Chinesisches. Allerdings sind Jade-Magatamas bis heute Teil der Throninsignien des Kaisers und werden gerne auch jetzt noch als Amulett getragen, das dann jedoch eher selten aus Jade ist, so dass die Verbindung Jade-Magatama heute als eher zufallig angesehen werden kann. Auch in Korea findet man die Magatamas hier und da bereits an prahistorischen Platzen der mittleren Mumun-Pottery-Periode 1500-300 v. Chr. Man ist sich in der Forschung inzwischen aber einig, dass die Magatamas von Japan in den Suden Koreas gebracht wurden, wo sie am haufigsten zu finden sind (850-550 v. Chr.). Dort waren sie in etwa gleichzeitig wie in Japan wahrend des Silla-Konigreiches (57 v. Chr. bis 935 n. Chr.) besonders beliebt. Man trug sie an Ohrringen, Halsketten, insbesondere aber verzierte man damit konigliche Kronen, und im Gebiet um Gyeongju findet man Jadeobjekte in den Grabhugeln der Silla-Konige, vor allem an ihren zehn bis heute erhaltenen Kronen (s. Koreanische Kunst). Doch wie in Japan findet sich auch in Korea spater keinerlei ausdrucklich kultische Bedeutung mehr von Jade, das ohnehin ebenfalls wie in Japan als schwierig zu bearbeitendes Material offenbar eher gemieden wurde, zumal es wohl auch kaum Vorkommen gab. Die Tatsache, dass im Schamanismus etwa der Burjaten Sibiriens Jadespiegel existieren, die auch in der buddhistischen Praxis vorkommen, welche den sibirischen Schamanismus so intensiv beeinflusste, dass man sogar von Lama-Schamanen spricht, weist moglicherweise auf ein nord- und ostasiatisches neolithisches Kulturkontinuum hin. Die toli genannten Spiegel der Burjaten gelten als Symbol der Trughaftigkeit sinnlicher Wahrnehmungen und waren auch bei den anderen turko-mongolischen Volkern verbreitet. Bei den Burjaten waren sie jedoch ein unerlassliches Schamanen-Attribut. Ihre Symbolik umfasst einerseits das Eisloch, durch das der Nomade fischt, andererseits aber fur den Schamanen das Tor, durch das er eine andere Welt betreten kann. Die Symbolik ist moglicherweise mit der der torii-Tore des japanischen Shintoismus eng verwandt, dazu mit dem Spiegel, der neben dem Magatama, dessen Kommaform sich reduktionistisch daraus entwickelt haben konnte, und dem Schwert das Grundsymbol der Kami darstellt.[33][34] Der Ursprung der sibirischen toli wiederum weist moglicherweise nach China, da von dort oft auch ahnlich geartete Bronzespiegel kamen. Die komplexe Symbolik der in der Mitte mit einem Loch versehen Spiegel ahnelt ausserdem altchinesischen kosmogonischen Vorstellungen, wie sie etwa auch im Yin-Yang-Symbol auftauchen, zumal auf den chinesischen wie den burjatischen Varianten der zwolfjahrige Zyklus der Tierkreiszeichen als Gravur prasent ist, wobei lediglich die Tiersymbolik teilweise ausgetauscht wurde.[33] Im altchinesischen Graberfeld von Jinggangshan bei Nanking, das aus der Zeit um 3000 v. Chr. aus der Hongshan-Kultur stammt, wurden z. B. uber 600 Einzelobjekte geborgen, von denen 47 % aus Jade waren, zahlreiche von ihnen halbrunde huang-Scheiben und runde Blattchen mit einem Loch, die die Gestalt der spater als Bi-Scheiben imponierenden Objekte der Liangzhu-Kultur vorwegnehmen.[35] Die stark schamanischen Ainu Nordjapans (Hokkaido) fertigten Jadeobjekte, etwa Barenskulpturen im Rahmen ihres alten Barenkultes. Die Herkunft dieses Volkes ist unklar, es scheint aber eine Verbindung zu den uralischen Stammen in Sibirien zu geben. Diesen Barenkult (es gab ihn jungpalaolithisch auch in Europa, wie Hohlenfunde in Frankreich ausweisen) gibt es so ahnlich auch bei den Eskimos und dem Volk der Aleuten, und die bis heute dort gefertigten Kleinplastiken ahneln denen der Ainu verbluffend.[36] Die Maori entwickelten eine Kultur, die sich von der des ubrigen Polynesien unterscheidet und der Melanesiens ahnelt. Nephrit kommt nur an der Westkuste der Sudinsel Neuseelands am Rande der Andesit-Linie vor. Das Gebiet heisst in der Maorisprache (reo maori) denn auch Te Wai Pounamu -,,Das Land des Grunstein-Wassers", oder Te Wahi Pounamu -,,Der Grunstein-Ort ". Jade (pounamu) umfasst bei den Maori jedoch eine ganze Reihe gruner Minerale, darunter Nephrit, Bowenit (auf Maori: tangiwai) und andere. Grunstein wurde von den Maori Neuseelands dazu benutzt, Waffen, Amulette und Ornamente herzustellen. Die Grunsteinschnitzerei ist dort bis heute ein Handwerk, das haufig traditionelle Formen der Maori-Kultur (maoritanga) verwendet. Typische Objekte der Maori-Kunst sind neben Ritualaxten und Amuletten vor allem die aus Nephrit geschnitzten Tiki-Figuren, die kunstvoll geschliffen in den Hauptlingsfamilien weitervererbt wurden und werden. Solch ein Hei-tiki (zu hei um den Hals binden und tiki erster Mensch) ist eine kleine, reliefartige, seltener auch aus Holz oder Stein gefertigte embryonal wirkende Figur mit schragem Kopf und oft grossen eindringlichen Augen aus Perlmutt, die gelegentlich auch, sofern grosser und aus Holz, als Giebelschmuck oder Totempfahl dient. Sie symbolisiert entweder den ersten Menschen oder den listigen, in vielen polynesischen Kulturen anzutreffenden Kulturheros Maui als Embryo. Somit scheint die ansonsten ausser fur zeremonielle Zwecke wie Hauptlingsbeile (so auch auf den nordlich von Neuseeland liegende Neukaledonien den Neuen Hebriden) nicht verwendete Jade hier ahnlich wie im fruhen Japan, Korea und China sowie im Schamanismus Sibiriens eine sehr alte kultische Beziehung zur Ahnenverehrung zu reprasentieren, moglicherweise sogar zur Dema-Gottheit, denn Maui hat nicht nur das Land geschaffen, sondern den Menschen auch das Feuer gebracht und stirbt typischerweise beim Versuch, die Todesgottin zu uberwinden. Der Hei-Tiki verleiht seinem Trager Mana, die Kraft, die mit Fruchtbarkeit und Schopfung assoziiert wird, und die uberdies mit dem Tapu (Tabu), das bestimmte soziale Regeln vorschreibt, sowie mit der reinen Kraft des Universums in Verbindung steht.[2][37] Der ebenfalls offenbar kultischen Gebrauch von Jadebeilen im alten Europa (sie fanden sich in Grabern, siehe oben) und an anderen Orten weltweit konnte dabei eine kulturhistorische Parallele darstellen, die auf ahnlichen geistigen Vorstellungen beruht.[15] Hingewiesen werden muss ausserdem auf die Rolle von Jadeobjekten im Rahmen des rituellen melanesischen Kula-Tauschnetzes, zu dem auch Neu-Guinea, die Salomonen und Neukaledonien gehoren. Vereinzelt finden sich auch in anderen Weltgegenden Jadeobjekte. Das gilt vor allem fur den alten Orient, wo man generell Edelsteinen magische Qualitaten zuschrieb, allerdings weniger der nur selten verfugbaren und oft unbekannten Jade, sondern den,,klassischen" Steinen wie Saphir, Amethyst, Lapislazuli, Chalzedon, Bergkristall und so weiter. (Rubine waren im ostlichen Mittelmeerraum erst nach dem 3. Jh. n. Chr. bekannt, Samaragde ausserst selten, ebenso die bis zum Mittelalter kaum bearbeitbaren Diamanten.[38]) Fur die Stadt Ugarit im syrisch-kanaanaischen Raum ist eine Serpentinstele belegt, die den Gotterkonig als,,huldvollen Stier" zeigt, wie er ein Trankopfer vom Konig entgegennimmt und damit den uralten mediterranen Stierkult reprasentiert, wie er bereits im anatolischen Gobekli Tepe um 9500 v. Chr. nachzuweisen ist.[39][40] Auf Kreta sind wahrend der Blutezeit der kretisch-minoischen Kultur in der Zweiten Palastperiode zwischen 1700 und 1450 v. Chr. mit religiosen und sportlichen Szenen verzierte Gefasse aus Serpentin nachgewiesen.[13] Da diese Kultur im ostlichen Mittelmeer und vor allem der Agais zentral war, ist ein Vorkommen von Jadeobjekten in diesem Grossbereich nicht auszuschliessen. Handelsverbindungen mit Agypten sind nachgewiesen. Die beruhmte, heute in der Pariser Nationalbibliothek aufbewahrte Jadeschale des Abtes Suger stammt vermutlich aus dem Iran und ist wahrscheinlich ein Erzeugnis der persischen Sassaniden (224 - sechshundertzweiundvierzig n. Chr.), deren Kunstwerke sich in den Museen der ganzen Welt finden. Da die Seidenstrasse damals quer durch dieses Reich verlief, ist ein Import die wahrscheinlichste Quelle dieses Objektes, da Jadekunst hier sonst nicht nachgewiesen ist und die Perfektion dieser Arbeit eine lange kunsthandwerkliche Tradition erfordert mit einer entsprechenden Anzahl von daraus hervorgegangenen Werken, die es aber soweit bekannt nicht gibt.[5] Gesamtverlauf der Seidenstrasse im Mittelalter Der zentralasiatische Abschnitt der Seidenstrasse. Wie man sieht, beruhrt ihr sudlicher Ast die grossen Jadefundstatten von Khotan. Zentralasien mit dem alten Herrschaftsgebiet der Timuriden zwischen der chinesischen Grenze, der Mongolei und dem Iran und bis hinunter nach Afghanistan hat mit die reichsten Jadevorkommen auf seinem Gebiet, vor allem leicht zugangliche Gerolljade, und hat entsprechend auch eine reiche Jadeschnitzerei entwickelt. Doch sind daraus, soweit eruierbar, keine kunst- oder geistesgeschichtlich relevanten Formen und Richtungen oder gar wie in China Rituale und Philosophien hervorgegangen, sondern nur teils wohl magisch verwendete Werke der Volks- und Kleinkunst wie Amulette usw., angesichts der stark nomadisierenden, immer noch mitunter schamanisch gepragten Lebensweise der dortigen Bevolkerung auch nicht uberraschend.[2] Auch bezogen bald die Chinesen entlang der Seidenstrasse bis zur Entdeckung der reichen Lagerstatten von Burma im achtzehn Jahrhundert den grossten Teil ihrer Jade von hier. Es ist jedoch anzunehmen, dass die Jadekunst von hier bis in die Randgebiete etwa Irans, aber auch ins Indien der Grossmoguln ausstrahlte (s.o.), ohne allerdings jemals ausserhalb schamanistischer Praktiken den prominenten geistig-religiosen Stellenwert einzunehmen wie in China oder moglicherweise auch in Mesoamerika.[2] Fur das byzantinische Reich zwischen dreihundertfünfundneunzig und eintausendvierhundertdreiundfünfzig ist Jade nicht ausdrucklich belegt, konnte aber gelegentlich verwendet worden sein, da es wie andere ostasiatischen Kostbarkeiten, etwa Seide, Edelholzer, Tee, Bronze, Gold, Perlen usw., uber die Seidenstrasse hierher kam, deren westliche Auslaufer in Konstantinopel, Palastina und Kairo endeten. Entsprechendes gilt sicher auch spater fur die islamischen Reiche auf dem einstigen byzantinischen Herrschaftsgebiet, etwa fur das Osmanische Reich oder das Reich der Mameluken. Es ist allerdings fraglich, ob Jade, deren Bearbeitung sich von der anderer Edelsteine stark unterscheidet und grosse Erfahrung sowie spezielle handwerkliche Kenntnisse verlangt, hier als Rohprodukt und nicht bereits als kunstvolles Fertigprodukt an Ringen, Armbandern, Ketten usw. ankam.[2 ] Die wertvollste Jadevariante ist die sogenannte Imperial Jade oder Kaiserjade. Sie ist extrem teuer und kostet in Hongkong etwa zwischen fünftausend und achttausend Dollar pro Karat. Ein Karat sind zweihundert Milligramm, ein Gramm kostet entsprechend bis zu vierzig Dollar, also ungefahr so viel wie ein lupenreiner, intensiv blaufarbener Diamant von eins Karat (36.000 Euro).[41] Zum Vergleich : eins g Gold kostet ca. 37,50 US-$ (Stand: eins Februar 2013). Typisch fur die Kaiserjade ist das leicht transparente Smaragdgrun.[1] Obwohl scheinbar nur wenig uber mittelhart (Harteskala 6,5-7), lasst sich Jade wegen ihrer heiklen Konsistenz, insbesondere aber wegen ihrer grossen Zahigkeit (Tenazitat) nur schwer bearbeiten, vor allem weil ihre Spaltbarkeit vorher nicht erkennbar ist und sie muschelig bricht. Von den Jade-Handwerkern heisst es daher in China, dass sie ein Stuck Jade erst jahrelang befuhlten und seine Konsistenz erkundeten, bevor sie mit dem Schnitzen und Schleifen (mit Sand) begannen. Jade kann nicht wie Holz einfach mit dem Messer geschnitzt werden, sondern muss in zeitraubenden Arbeitsschritten durch Scheibensagen, Kontur-Bohren und Schleifen mit einfachen Werkzeugen, die sich abgesehen vom Material im Prinzip bis heute nicht geandert haben, in die gewunschte Form gebracht werden. Als Bohrer wurden fruher und bereits in der Jungsteinzeit sowohl massive Bohrkopfe aus Stein oder Hartholz, aber auch rohrenformige Bohransatze aus Knochen und dem sehr harten Bambus eingesetzt, der in Ostasien ostlich der Movius-Linie sogar Steinwerkzeuge ersetzte. Rotiert wurden sie mit Hilfe einer um sie geschlungenen Bogensehne. Als Schleifmittel wurde gerne Quarzsand (Harte 7) eingesetzt, der mit Wasser und Fett in die Bohrfuge gegeben wurde. Je harter das Schleifmittel, desto praziser war die Bohrung.[35] Empfindlich ist Jadeit gegen Hitze. Gegen Sauren ist dieser Stein eher unempfindlich, wird aber dafur dann hochempfindlich, wenn er vorher mit Warme in Beruhrung kam. Das heisst, dass dann alle Sauren, Sauregemische (Sud), galvanische Bader usw. strikt zu vermeiden sind. Exponiertes Jadeit muss vor Punktstrahlerbeleuchtung oder starkem Sonnenlicht geschutzt werden. Es darf nicht mit Ultraschall gereinigt werden. Einige Silbertauchbader hinterlassen Flecken an der Steinoberflache. Bei Silberfassungen mit Jadeit sind Silberputztucher ratsamer.[42 ] Serpentinvarietat, ein sogenannter Blattserpentin - hier als Trommelstein Schon von jeher wird vorwiegend aus wirtschaftlichen Grunden versucht, neue Mineralen und Gesteine unter dem Begriff Jade unterzubringen. Der wohl bekannteste und interessanteste Fall einer allerdings wohl ungewollten Imitationsbildung ist heute vermutlich der Edelserpentin (, ,China-Jade",,,neue Jade") . Zur mineralogischen Morphogenese siehe unter den einzelnen Mineralen.[43] Serpentin sieht nicht nur aus wie Jade, es kommt sogar in den gleichen Lagerstatten vor wie Jadeit und Nephrit. Das Material ist etwas weicher (Harte 4) und hat eine viel geringere Zahigkeit als Jade. Da Serpentin damit viel leichter zu bearbeiten ist, ist es in den letzten Jahren zum bevorzugten Jadeersatz geworden. Dieses,,Edelserpentin" wird zum Beispiel auch in Osterreich abgebaut und verarbeitet (im Ort Bernstein im Burgenland).[7] Die Verwendung von Edelserpentin in China kann ebenfalls uber einen Zeitraum von 8000 Jahren nachgewiesen werden.[2] Die Bezeichnung,,neue Jade" ist damit ein Kunstgriff und nicht einer angeblichen Neuentdeckung des Edelserpentin geschuldet. Dieser Kunstgriff scheint allerdings ursprunglich auf einem Ubersetzungsfehler zu beruhen: Bei dem was heutzutage als,,neue Jade" bezeichnet wird, handelt es sich um eine Art des Edelserpentin, welcher in Xiu Yan in Nordostchina abgebaut wird. Darum wird dieses Mineral in China als Xiu-Yu bezeichnet (nach der Stadt Xiu-Yan). In manchen Katalogen und Mineralienlisten wird die,,neue Jade" daher als Xin-Yu bezeichnet - xin ist das chinesische Wort fur,,neu". Dabei wurde wohl aus dem u in Xiu ein n, so dass aus Xiu-Yu falschlich Xin-Yu (Xin Yu ) entstand, was man dann wiederum korrekt als,,neue Jade" ubersetzt hat. Vielleicht lag es auch daran, dass Xiu nicht wirklich ubersetzbar ist, da es sich um den Teil eines Stadtnamens handelt. Als Ersatz fur den seltenen gelben Jadeit wird unter anderem gelber Aragonit verwendet. Auch gefarbter Chalcedon und Kunstprodukte aus gefarbtem Glas (Handelsname,,Sibirische Jade") kommen als Imitationen zum Einsatz.[44] Sie alle unterscheiden sich vom echten Jadeit in Harte, spezifischem Gewicht und Lichtbrechung (und vor allem im Preis).[5] In diesen Zusammenhangen kommt Jade vor allem in den westlichen Kulturregionen auch ausserhalb der oben apostrophierten,,Jadezone" und anderer kulturgeschichtlicher Zusammenhange vor. Dabei fallt sie durch einen haufig irrationalen Gebrauch zwischen New Age, Reiki, Feng Shui, Qigong und I Ging auf. Jade wird hier vollig von kunsthistorischen oder rein asthetischen Zusammenhangen abgelost und ausschliesslich auf glaubensfundierte pseudoreligios mittelalterliche bis ostliche Gehalte reduziert, die dazu noch modischen Trends unterliegen und keinerlei reale geistesgeschichtliche Basis haben. Da Jade aber seit dem neunzehn Jahrhundert als besonders,,ostlich" galt, wurde ihr entsprechend eine prominente Rolle zugewiesen, obwohl gerade bei ihr die Eigenschaft fehlt, die andere Edelsteine erst,,magisch" machte, namlich Licht einzufangen und in vielen Farben wieder zu emittieren. Auch der Glanz von Jade ist rein optisch nichts Besonderes, er ist physikalisch dem von einfachem Fensterglas gleichzusetzen, und die Jade-Kristalle sind monoklin, also wie Gips oder Soda. Um sich dem Phanomen jedoch auf halbwegs sicherer Grundlage nahern zu konnen, ist es notwendig, sich zunachst mit den psychologischen Grundlagen solcher menschlichen Verhaltensweisen zu befassen. Bei der ethnopsychologischen Analyse des Problems der medizinisch-magischen Jadeverwendung lassen sich unter den oben genannten Voraussetzungen vor allem zwei thematische Felder abgrenzen, die allerdings ineinander ubergehen, zumal es haufig Schamanen, Magier und Priester waren, welche das Medizinwesen im Altertum beherrschten. Sie werden daher zusammen besprochen. Zum einen ware der volkstumliche Glaube an magische Qualitaten als solcher zu nennen, der jedoch nicht wie in den religiosen und philosophischen bzw. ethnischen Hintergrunden etwa der,,Jadezone" auf einer kulturell definierten geistigen Tiefenschicht aufbaut, wie sie zum Beispiel der Schamanismus und in seinem Gefolge mindestens das alte China und Mesoamerika sowie die Maoris und uberhaupt die Neolithiker weltweit kannten. Vielmehr handelt es sich hier um ein gewohnliches, psychologisch scheinbar oberflachliches, haufig individuell aus Frustrationen gespeistes Phanomen, das mit ganz unterschiedlichen und sehr individuellen Motivationen imponiert. Daruber hinaus muss in diesem Kontext die Verwendung von Jade als magisch wirksamer Heilstein betrachtet werden. Allerdings war Jade generell viel zu kostbar, um sie etwa durch auch noch sehr muhsames Zermahlen in ein Medikament zu verwandeln, gar noch fur die Behandlung des einfachen Volkes, wie man dies mit anderen Mineralen gelegentlich tat und bis heute in der Pharmakologie tut. Man hat sie daher sicherlich nur, wenn uberhaupt, aufgrund vermuteter magischer Qualitaten als von Schamanen, Magiern oder Priestern eingesetztes Amulett oder Heilstein angewandt, um medizinische Wirkungen zu erzielen, die, soweit eingetreten, sicher teils auf naturlichen Heilungsverlaufen oder dem Placebo-Effekt beruhten, dessen Wirkmechanismen ebenfalls zumindest teilweise in psychischen Vorgangen begrundet sein durften. Heranzuziehen sind aber auch die bis heute nicht aufgeklarten psychodynamischen Effekte der Hypnose und Suggestion bzw. Autosuggestion, wie sie nicht nur im Schamanismus oder in magischen Ritualen etwa des Voodoo vorkommen, sondern auch in der modernen Medizin in Psychotherapie und Psychosomatik erfolgreich eingesetzt werden. Eine weitere, rein ausserliche Einschrankung gilt ausserdem fur das mittelalterliche Europa, das, wie weiter unten beschrieben, die Jade kaum noch kannte und daher auch nicht in seinen Medizinen auffuhrt.[46] Die moderne westliche Verwendung von Jade in der Esoterik ist so gesehen also vollig ahistorisch, sofern sie sich etwa in der Hildegard-Medizin auf dieses Mittelalter bezieht. Jadeamulette werden bis heute vor allem in China und auf Neuseeland gefertigt und sind als auch aussermedizinischer Schutzzauber fur alle Lebenslagen durchaus noch im Gebrauch. Bei der Betrachtung des Jadegebrauches zu Heilzwecken, etwa in der Hildegard-Medizin oder Chakra-Therapie, ist grundsatzlich das im vorigen Abschnitt Gesagte zu beachten. Generell lasst sich feststellen, dass ein direkter Nachweis von Jade als Heilstein meist kaum zu fuhren ist, teils wegen zu durftiger oder auch sprachlich unklarer Quellenlage (die Bezeichnung der Jade ist von Kultur zu Kultur ganz unterschiedlich und keineswegs mineralogisch so prazise, dass man daraus auf den modernen Jadebegriff schliessen konnte), teils weil die Trennung in medizinisch und magisch aus den erwahnten Grunden kaum einmal sicher gelingen kann (der Schamanismus Sibiriens zeigt das bis in unsere Tage deutlich).[33] Die folgende Auflistung ist daher entsprechend durch solche Unsicherheiten bestimmt, und die Einzelnachweise konnten von Fall zu Fall nur negativ gefuhrt werden.

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