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Student – Wikipedia

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Studenten

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Darin wurde festgelegt, dass fur jede Universitat ein,,landesherrlicher Bevollmachtigter" zu ernennen sei, der vor Ort genau kontrollierte, ob die Professoren den Studenten politisch unliebsame Ideen vermittelten. B. in Freiburg 1892, Leipzig 1896, Halle und Konigsberg 1898, Berlin und Stuttgart eintausendachthundertneunundneunzig Nach der Grundung des Dachverbands Deutsche Freie Studentenschaft im Jahre 1900 verbreitete sich die Bewegung in kurzer Zeit an nahezu allen Hochschulen des Reiches. In ihrem Erlanger Programm propagierte die D. St ausserdem die studentische Werkarbeit (vulgo: Jobben) nicht nur als Mittel zur Aufbesserung des Lebensunterhalts, sondern auch als Beitrag zur Uberwindung der uberkommenen Standesschranken zwischen Akademikern und Arbeiterschaft (siehe auch:Werkstudent).

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Student – Wikipedia
Bildquelle: https://farm8.staticflickr.com/7277/7658305438_9448335c32_o_d.jpg    

Diese Neugrundungen waren Bildungseinrichtungen ausschliesslich fur junge Adlige und sollten sich auf das spezielle Bildungsbedurfnis dieser Gesellschaftsschicht ausrichten. Neben den studia und exercitia standen Latein und moderne Sprachen auf dem Programm sowie militarische Ubungen mit Pike und Muskete. Die Ritterakademien kamen aber nach wenigen Jahrzehnten wieder aus der Mode. Das Standardprogramm fur einen jungen Adligen bestand weiter in einer vorbereitenden Ausbildung durch Hauslehrer, einem vergleichsweise kurzen Besuch einer Universitat und einer nachfolgenden Grand Tour, auf der andere Universitaten, befreundete Herrscherhofe und bedeutende Stadte besucht wurden, bei weitgehender Einbeziehung des Auslandes, vor allem der Niederlande, Frankreichs und Italiens. Ziel war die Heranbildung einer weltmannischen Weitlaufigkeit. Bei diesen Aktivitaten standen den jungen Herren ein Hofmeister, mehrere Instruktoren und eine Schar Diener zur Verfugung. Typischerweise wurden die Sohne von Furstenhausern bei einem Aufenthalt an einer Universitat zum Rektor derselben ernannt. Das hatte jedoch nur zeremoniellen Charakter, die tatsachliche Leitungsaufgabe wurde von einem Prorektor ubernommen, der dafur entsprechend qualifiziert war. Auch wenn die Adligen nicht die klassische Universitatslaufbahn vollstandig durchschritten, wurden diese jungen Herren doch zu den Leitbildern der anderen Studenten, denn im spateren Berufsleben bildeten sie die wichtigsten Arbeitgeber. So galt es, sich schon fruh den entsprechenden Habitus zuzulegen und sich an den Werten dieser Zielgruppe zu orientieren. Studentisches Hospitium in Jena, Stammbuchmalerei um 1750: Der Gastgeber (links im Hausmantel mit Hausschlussel) lasst seine Gaste trinken,,,biss ihr unter dem tisch liegt ". Als zu Beginn des achtzehn Jahrhunderts die Landesherrn ihren adligen und burgerlichen Hofbediensteten, Beamten und Landstanden anfingen spezielle Kleidung in,,Landesfarben" als,,Civil-Uniformen" vorzuschreiben, tauchten bereits die Sohne der betreffenden Funktionstrager mit dieser Kleidung an den Universitaten auf. Und obwohl die,,Landsmannschaften" der Studenten keinen Anteil mehr an der Universitatsleitung hatten, organisierten sich die Studenten weiterhin jetzt in Selbstverwaltung nach ihren Herkunftsregionen. Die Verwendung spezieller Farben je nach landsmannschaftlicher Ausrichtung wurde dabei ublich. Die Behorden verfolgten diese selbstverwalteten Zusammenschlusse, weil sie in ihnen den Ursprung aller Laster und Exzesse des studentischen Lebens sahen. Auch die,,Abzeichen" dieser,,geheimen Verbindungen " oder,,geheimen Gesellschaften" wurden verboten, ihr Tragen bestraft. Dies war jedoch da nicht moglich, wo sich die Kleidung an die,,Civil-" oder,,Militair-Uniformen" des jeweiligen Herkunftslandes anlehnte. In der Fruhen Neuzeit wohnte der typische Student des deutschen Sprachraums auch nicht mehr in gemeinschaftlichen Wohnquartieren, sondern besorgte sich eine Unterkunft bei Privatleuten in der Universitatsstadt. Da diese Stadte oftmals armliche Provinznester waren und viele Einwohner nur Ackerburger, die sich mit Nebenerwerbslandwirtschaft durchschlagen mussten, stellten diese jungen Manner, die mit mehr oder weniger Vermogen ausgestattet in die Stadt kamen, bald eine zunehmend wichtige Einnahmequelle der Bevolkerung dar. In den traditionellen Universitatsstadten lebten manche Familien uber Jahrhunderte von Dienstleistungen fur Studenten, wozu Bewirtung, Beherbergung, aber auch in nicht unerheblichem Umfang die Prostitution gehorten. Aber auch andere Dienstleister und Handwerker wie Buchdrucker, Buchbinder, Pferdeverleiher und Schwertfeger profitierten von dem Geld, das die Studenten in die Universitatsstadte brachten. Diese wirtschaftliche Machtstellung setzten die Studenten dann auch regelmassig ein, wenn es darum ging, ihre Interessen gegenuber Universitatsgremien und der Stadtbevolkerung durchzusetzen. Als drastischstes Mittel war der,,Auszug" ublich, bei dem die Studenten mit grossem Pomp die Stadt verliessen, woraufhin dort das gesamte Wirtschaftsleben zusammenbrach. So konnten die Studenten in der Regel alle Streitfalle zu ihrer Zufriedenheit losen. Meist kehrten sie unter dem Jubel der Bevolkerung wieder zuruck. Im schlimmsten Falle grundeten sie anderswo eine neue Universitat. So wurde die Universitat Leipzig im Jahre 1409 von Studenten und ihren magistri gegrundet, die aus Prag ausgezogen waren. Durch die Veranderungen der Umgebungsbedingungen veranderte sich im deutschen Sprachraum auch die studentische Kultur der Fruhen Neuzeit. Die meist vornehme Abkunft der Studenten, die Freiheit in Studium und Freizeit, die wirtschaftliche Abhangigkeit der Stadtbevolkerung und die Aussicht auf eine fuhrende Position in der Landes- oder Kirchenverwaltung brachte eine neue Form studentischen Selbstbewusstseins mit sich. Der Student betrachtete sich gegenuber dem Nichtstudenten herausgehoben durch Freiheit, Lebensfreude und Wehrhaftigkeit. Es formte sich eine Kultur, die sich Ausdruck verlieh durch eine eigene Sprache (Studentensprache), eigene Lieder (Studentenlied), eigene Kleidungsformen (als Vorlaufer des spateren Couleur) und prazise festgelegten Verhaltensregeln (Comment). Das Idealbild dieser studentischen Kultur wurde der Bursche (von bursarius,,,Bewohner einer Burse"). Damit wurde der typische Student benannt, der sich nach einem Anfangerstadium, indem er Fuchs hiess, die Sitten und Gebrauche an der Universitat angenommen und auch eine gewisse Geisteshaltung entwickelt hatte, die sich durch eine Kombination von Lebensfreude, Sinn fur das Schone, Selbstbewusstsein und Wehrhaftigkeit auszeichnete. Burschen standen in krassem Gegensatz zu den Philistern, den Nicht-Studenten, die als kleingeistig und gesellschaftlich minderwertig angesehen wurden. Burschen,,von echtem Schrot und Korn" sollten jederzeit bereit sein, ihre Ehre mit der blanken Waffe zu verteidigen. Angstlichkeit gegenuber Drohgebarden fuhrte zum Ansehensverlust. Ein gefurchtetes Phanomen der Universitaten vor allem im 18. Jahrhundert war dann auch der so genannte Renommist, ein Typ von Student, der durch aggressives und provokantes Auftreten Burger und Kommilitonen verschreckte und seine Umgebung terrorisierte. Entsprechend ihrer gesellschaftlichen Stellung trugen die Studenten in der Fruhen Neuzeit einen Degen, der damals zur Ausrustung eines vornehmen Herrn gehorte. Mit der zunehmenden Auspragung des studentischen Standesbegriffs entwickelte sich auch ein studentisches Duellwesen, das mit dem Duellwesen im Militar und im Adel durchaus vergleichbar war. (Zum studentischen Fechten siehe auch Mensur.) Dem Duellzwang unterlagen auch die Mitglieder der Studentenorden. Diese neue Form von studentischem Zusammenschluss entstand um die Mitte des achtzehn Jahrhunderts und zeigte Elemente der Freimaurerei, aber auch der philosophisch-literarischen Orden des siebzehn und achtzehn Jahrhunderts. Die Studentenorden waren geheime Organisationen, die fest verschworene Gemeinschaften bildeten. Als Freundschaftsbunde sollten sie ein Leben lang ihre Mitglieder vereinen. Als Erkennungszeichen wurde ein Ordenskreuz an einem Bande versteckt unter der Kleidung getragen. Die Studentenorden existierten teilweise innerhalb der alten Landsmannschaften, die deutlich unverbindlicher strukturiert waren. Die Orden wurden zu Beginn des 19. Jahrhunderts von den Studentenverbindungen im heutigen Sinne abgelost. Das ubertriebene Selbstbewusstsein der Studenten fuhrte vielfach zu Streit zwischen Studenten und Stadtburgern, manchmal kam es zu grossen Schlagereien zwischen Studenten und Handwerkergesellen, die dann zu einer obrigkeitlichen Untersuchung fuhrten. Dabei hatten die Studenten wenig zu befurchten. Sie unterstanden der universitaren Gerichtsbarkeit, die Bestandteil der Verwaltung war[1] und hatten meist nur relativ kurze Karzerstrafen zu erwarten. Auch der zeitweise oder dauerhafte Verweis von der Universitat war oft nicht sehr abschreckend, weil man sein Studium einfach an einer anderen Universitat fortsetzen konnte. Das Studium selbst durfte in der damaligen Zeit vielfach eine untergeordnete Rolle gespielt haben. Es gab keine zwingenden Studienvoraussetzungen, wie heute das Abitur, und die Abschlussprufungen stellten keine grossen Herausforderungen. Viele verliessen auch ohne Examen die Universitat, weil sie sich die entsprechenden Gebuhren sparen wollten. Auch die Universitatsbibliotheken waren jede Woche nur wenige Stunden geoffnet, und die wertvollen Bucher durften selbstverstandlich nicht ausgeliehen werden. Trotz der in der Fruhen Neuzeit gestiegenen Studentenzahlen blieb das Universitatsstudium in ganz Europa eine exklusive Angelegenheit. So studierten zwischen eintausendsiebenhundertfünfzig und eintausendsiebenhundertfünfundsiebzig im Heiligen Romischen Reich Deutscher Nation etwa 1,7 Prozent der jungen Manner eines jeden Jahrgangs, in Frankreich nur 1,2 Prozent, in Polen und England gar nur 0,2 Prozent einer jeden Altersgruppe. Ende des achtzehn Jahrhunderts gab es in ganz Deutschland weniger als sechs Studenten. Davon waren ungefahr ein Zehntel Adlige, meist die Sohne hoherer Beamter. Andererseits gab es auch ungefahr ein Zehntel arme Studenten, denen die Immatrikulationsgebuhren erlassen wurden. Hier schwanken die Zahlen aber sehr stark von Jahr zu Jahr und von Universitat zu Universitat. In der Moderne begann die Entwicklung der Universitaten von Bildungsanstalten des Territorialstaates hin zu Nationaluniversitaten. Unterrichtssprachen waren mittlerweile die jeweiligen Nationalsprachen, die das Latein im Laufe des 18. Jahrhunderts abgelost hatten. Die Anforderungen der Industrialisierung erfassten auch die Studenten und die akademische Ausbildung. Die Technischen Hochschulen erhielten gegen Ende des neunzehn Jahrhunderts das Promotionsrecht und wurden damit den Universitaten gleichgestellt, was das Ansehen der Ingenieurstudenten bedeutend verbesserte. Zusatzliche Ausbildungsgange wurden akademisiert und erhielten eigene Hochschulen oder wurden zu Universitatsfakultaten, wie die Agrar- und Forstwissenschaften, die Veterinarmedizin, der Bergbau und spater sogar die Volksschullehrerausbildung. Diese Entwicklungen erschlossen das Studium auch fur Bevolkerungsgruppen, die vorher gar nicht an einen Universitatsbesuch denken konnten. Fur die zunehmende Zahl der Studenten, die durch den Universitatsbesuch den gesellschaftlichen Aufstieg anstrebten, war die Finanzierung des Studiums schwieriger als bei den Studenten fruherer Zeiten. Ein nichtakademisches Elternhaus konnte die Kosten nur schlecht aufbringen. Wahrend ein Student in der Fruhen Neuzeit ein privilegierter junger Mann,,aus besserem Hause" war, wurden Studenten zu Beginn des 20. Jahrhunderts zunehmend zu Sozialfallen, zu einer finanziell schwachen Bevolkerungsgruppe, die besonderer Unterstutzung bedurfte, bis sie ins Berufsleben eintreten konnte. Waren bis in die 1880er Jahre zumeist nur Manner berechtigt, ein Studium zu beginnen, so setzten in der Folge bis etwa eintausendneunhundertzwanzig Frauen ihr Recht zu studieren durch. Der letzte grosse Schub bei der Erhohung der Studentenzahlen kam in der zweiten Halfte des 20. Jahrhunderts, als die,,Bildungskatastrophe" ausgerufen wurde und viele Universitaten ihre Studentenzahlen vervielfachten. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts gibt es in Deutschland mehr als dreihundertmal so viele Studenten wie im Jahre 1800. Ein typisches Phanomen der letzten zweihundert Jahre war die bis dahin unbekannte Politisierung der Studenten, die zuerst mit der Franzosischen Revolution, spatestens aber mit der Ruckkehr aus den Befreiungskriegen einsetzte. Die politische Grundtendenz der ersten Halfte des neunzehn Jahrhunderts kann bei den Studenten mit burgerlich-revolutionar umschrieben werden. In der zweiten Halfte des neunzehn Jahrhunderts wandelten sich die Studenten - besonders nach der Reichsgrundung eintausendachthunderteinundsiebzig - tendenziell zu staatstragenden, nationalistischen Bismarck- und Kaiserverehrern, was spatestens ab eintausendachthundertachtzig eine volkisch-antisemitische Note annahm. In der Zeit der Weimarer Republik verfolgte die Mehrzahl der Studenten rechtskonservative Ziele und hing volkisch-nationalen oder katholischen Bewegungen an, die zu Beginn der 1930er Jahre vom Nationalsozialismus uberflugelt wurden. Ab eintausendneunhundertdreiunddreißig erfolgte die Gleichschaltung der Studentenschaft durch die Nationalsozialisten. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann in Westdeutschland eine eher unpolitische Phase, die aber in den 1960er Jahren umso radikaler mit der 68er-Bewegung endete. Marxistisch-leninistisch ausgerichtete hochschulpolitische Gruppierungen gewannen fur viele Jahre die Oberhand in den studentischen Vertretungen. In der DDR wurden die Universitaten seit dem Ende des Weltkrieges in den Umbau der Gesellschaft im Sinne der sozialistischen Staatsdoktrin einbezogen. Arbeiterkinder wurden bevorzugt zum Studium zugelassen. Akademikerkindern wurde das Studium praktisch verwehrt. Der Marxismus-Leninismus wurde zum wichtigen Unterrichtsfach nicht nur in den Kultur- und Gesellschaftswissenschaften. Seit den 1990er Jahren ist wieder ein gewisses Desinteresse an allgemeinpolitischen Themen in der Studentenschaft des vereinten Deutschlands festzustellen. Dieses Desinteresse kann ein Symptom angepassten Verhaltens im Rahmen der Globalisierung sein. Am Ende des achtzehn Jahrhunderts gab es im Deutschen Reich ungefahr dreißig Universitaten, von denen einige aber weniger als hundert Studenten hatten. Besonders protestantische Landesherren wollten das Ansehen ihrer Universitaten heben, indem sie sie reformierten. Dabei wurde die Ausstattung der Bibliotheken und Naturalienkabinette verbessert, neue, angesehene Professoren berufen, die Zensur liberaler gehandhabt und die Lehre fur das Gedankengut der Aufklarung geoffnet. Die bekannteste dieser Reformuniversitaten war die Universitat Gottingen. Auch die Stuttgarter Hohe Carlsschule gehort in diese Tradition. Mainz ist das fruheste Beispiel einer katholischen Reformuniversitat. Die Analyse von Stammbuchern hat ergeben, dass Studenten vielfach die Kritik der Aufklarung am furstlichen Absolutismus teilten. Die Franzosische Revolution fuhrte dann zu einer Politisierung vieler Studenten. Das beweisen wiederum Eintrage in Stammbuchern, obrigkeitliche Untersuchungen gegen studentische Gruppen und Hinweise in spateren Autobiographien. Es gibt auch eine Anzahl von Studenten und Professoren, die nach Frankreich emigrierten. Quantitativ lasst sich diese Sympathie mit der Revolution kaum erfassen. Aus Angst vor Verfolgung konnten sich die Studenten nur heimlich zu ihren Idealen bekennen. Deshalb ist es bis heute in der Forschung umstritten, wie relevant die politisch interessierten Studenten fur die Universitatsgeschichte waren. Die kriegerischen Zeiten von eintausendsiebenhundertzweiundneunzig bis eintausendachthundertfünfzehn veranderten die politische Landkarte Europas und brachten fur viele junge Manner den Militardienst vor, wahrend und nach ihrem Studium. Der Militardienst selbst, aber auch das Bewusstsein, nicht nur fur das Interesse eines Landesherrn, sondern fur die eigene Zukunft im eigenen Land zu kampfen, pragten die Studenten dieser Jahrzehnte. Zwar konnten nur etwa funf Prozent der Gesamtzahl der Freiwilligen in den Befreiungskriegen als Studenten gelten, aber keine gesellschaftliche Gruppe hatte einen so hohen Anteil an Freiwilligen. Historiker schatzen, dass etwa zwanzig bis fünfzig Prozent der Studenten an diesen Kriegen teilnahmen.[2] Rein ausserlich zeigte sich diese Entwicklung in den studentischen Trachten, die in dieser Zeit stark durch militarische Bekleidung beeinflusst wurden. So wurde die studentische Festtracht annahernd militarischen Uniformen nachempfunden. An den Schultern wurden Epauletten getragen, den Kopf schmuckte der Zweispitz, auch Sturmhut oder Napoleonshut genannt. Auch im Alltag trugen viele Studenten die Konfederatka, eine spezielle, mit Pelz verbramte und mit viereckigem Mutzenkorper versehene Kopfbedeckung der polnischen Reitertruppen. Als besonders schicke Oberbekleidung galt der ungarische Dolman, eine enge Schnurjacke. Die kriegerischen Zeiten brachten aber auch Reformen, die die Kraft fur die Befreiung vom Joch der napoleonischen Fremdherrschaft schaffen sollten. Im preussischen Bildungswesen war dafur Wilhelm von Humboldt beauftragt worden, der als Kronung seiner umfassenden Reformen an Volksschulen und Gymnasien schliesslich die Grundung der Berliner Universitat betrachtete. Humboldts Universitatsidee sah fur den Hochschulbetrieb und das Verhaltnis zwischen Dozenten und ihren Studenten die Einheit von Forschung und Lehre vor. Auch setzte er mehr auf Eigenverantwortung. Die Universitaten sollten auch von staatlichen Forderungen und Auflagen einengender Art freigehalten werden. Humboldt ging davon aus, dass die Universitaten in verantwortlicher Selbststeuerung auch die staatlichen Zwecke erfullen, nur sozusagen von einer hoheren Warte aus und mit Mitteln, die der Staat aus eigenem Vermogen nicht hervorbringen kann (siehe auch:Freiheit der Wissenschaft). Sein Kernprogramm umriss Humboldt in seinem Bericht an den Konig von Preussen im Dezember 1809: ,,Es gibt schlechterdings gewisse Kenntnisse, die allgemein sein mussen, und noch mehr eine gewisse Bildung der Gesinnungen und des Charakters, die keinem fehlen darf. Jeder ist offenbar nur dann ein guter Handwerker, Kaufmann, Soldat und Geschaftsmann, wenn er an sich und ohne Hinsicht auf seinen besonderen Beruf ein guter, anstandiger, seinem Stande nach aufgeklarter Mensch und Burger ist. Gibt ihm der Schulunterricht, was hierzu erforderlich ist, so erwirbt er die besondere Fahigkeit seines Berufs nachher sehr leicht und behalt immer die Freiheit, wie im Leben so oft geschieht, von einem zum andern uberzugehen. " Der Grundgedanke besagte, dass bei der Entwicklung des Menschen nicht unbedingt drastische politische Massnahmen - als schlechtes Beispiel galten die Grauel infolge der Franzosischen Revolution -, sondern die Ausbildung des Charakters und der Personlichkeit im Vordergrund stehen mussten. Denn Veranderungen begannen immer im Bereich der Ideen. Wenn sich im Geistigen eine Wende zum Guten vollzoge, wurden sich die positiven politischen Veranderungen von selbst ergeben. Fur ihren eigenen Lebensbereich bildeten die Studenten in diesen Jahren Zusammenschlusse, die sich in schriftlich niedergelegten Constitutionen die Ausbildung von Charakter, Personlichkeit und Freundschaft auf die Fahnen geschrieben hatten. Diese Zusammenschlusse waren nach der Tradition des achtzehn Jahrhunderts landsmannschaftlich organisiert und schlossen sich an ihrer jeweiligen Universitat zu Senioren-Conventen (SC) zusammen. Sie kodifizierten den jahrhundertealten studentischen Comment in SC-Comments, die fur viele Jahre die studentischen Gesetzbucher an den Universitaten bilden sollten. So entstand eine fruhe Form von studentischer Selbstverwaltung, die die Regelung des studentischen Lebens an der Universitat zum Ziel hatte und darauf ausgerichtet war, dass ihre Mitglieder die positiven Erfahrungen in ihrem spateren Berufsleben und im Staatsdienst zum Wohle des Landes umsetzten. Diese Form der Zusammenschlusse fuhrte noch unterschiedliche Bezeichnungen, wurde aber bald einheitlich Corps genannt. Sie legten die Basis fur die Entwicklung der bis heute existierenden Studentenverbindungen. Als alteste Grundung in diesem Sinne gilt die Constitution des Corps Onoldia von 1798. Wurzburger Studenten um 1820: links drei Burschenschafter, rechts vier Corpsstudenten Aus den Befreiungskriegen kamen die jungen Studenten mit neuen Ideen wieder an die Universitaten. Sie erwarteten von den Herrschern die versprochenen Reformen sowie die Uberwindung der Kleinstaaterei in Deutschland. Ein deutscher Nationalstaat wurde angestrebt und burgerliche Freiheitsrechte, die durch geschriebene Verfassungen verbrieft werden sollten. Die bestehende landsmannschaftliche Gliederung der Studenten an den Universitaten wurde vielfach als uberholt angesehen. In vielen deutschen Universitaten bildeten sich studentische Zusammenschlusse, die diesen Ideen zum Durchbruch verhelfen sollten, so zum Beispiel die Teutsche Lesegesellschaft in Giessen, die im Rahmen einer deutschlandweiten,,Teutonischen Bewegung" zu sehen ist. Am wirkungsvollsten war die Grundung der Urburschenschaft. Die republikanisch-nationale Bewegung breitete sich uber ganz Deutschland aus. In vielen Stadten verschmolz sie mit der Teutonischen Bewegung. Es entstanden im Laufe der Zeit verschiedene Stromungen, so dass sich die Gemeinschaft der Studenten als zunehmend inhomogen entwickelte. In den weitgehend unpolitischen Corps hielten sich die Vertreter des Adels und der gehobenen Burgerschichten, die eine Karriere in einem der Staaten des Deutschen Bundes anstrebten, wie zum Beispiel Otto von Bismarck, der als Student in Gottingen Mitglied des Corps Hannovera wurde. Auf der anderen Seite standen die politischen Extremisten, die besonders bei den,,Giessener Schwarzen", den,,Darmstadter Schwarzen" oder den,,Unbedingten" in Jena zu finden waren. Diese Gruppierungen arbeiteten an einem bewaffneten Aufstand und akzeptierten Gewalt als Mittel ihrer Umsturzpolitik. Als wichtiges Ereignis der deutschen Geschichte gilt das Wartburgfest, das eintausendachthundertsiebzehn von Burschenschaftern aus ganz Deutschland ausgerichtet wurde. Hier wurden die damals fur die Behorden extrem provokanten politischen Forderungen in der Offentlichkeit formuliert. Was die Herrschenden aber besonders alarmierte, war der Plan, eine,,Allgemeine Burschenschaft" zu grunden, also eine universitatsubergreifende, uberregionale Organisation mit politischer Ausrichtung. Dies war nach damaliger Auffassung vollig unakzeptabel. Der Deutsche Bund unter Fuhrung des osterreichischen Kanzlers Metternich erliess im Jahre eintausendachthundertneunzehn die Karlsbader Beschlusse, zu denen auch die,,Universitatsgesetze" gehorten. Darin wurde festgelegt, dass fur jede Universitat ein,,landesherrlicher Bevollmachtigter" zu ernennen sei, der vor Ort genau kontrollierte, ob die Professoren den Studenten politisch unliebsame Ideen vermittelten. Wichtigstes Gremium wurde die Mainzer Zentraluntersuchungskommission, der jede Auffalligkeit zu melden war. Missliebige Professoren konnten von der Universitat verwiesen werden und erhielten im ganzen Deutschen Bund Berufsverbot (,,Demagogenverfolgungen"). Auch wurden die Burschenschaften, ebenso wie die weiter existierenden Corps, verboten. SS. drei Die seit langer Zeit bestehenden Gesetze gegen geheime oder nicht autorisierte Verbindungen auf den Universitaten sollen in ihrer ganzen Kraft und Strenge aufrechterhalten, und insbesondere auf den seit einigen Jahren gestifteten, unter dem Namen der allgemeinen Burschenschaft bekannten Verein um so bestimmter ausgedehnt werden, als diesem Verein die schlechterdings unzulassige Voraussetzung einer fortdauernden Gemeinschaft und Correspondenz zwischen den verschiedenen Universitaten zum Grunde liegt. Den Regierungs-Bevollmachtigten soll in Ansehung dieses Punktes eine vorzugliche Wachsamkeit zur Pflicht gemacht werden. Die Regierungen vereinigen sich daruber, dass Individuen, die nach Bekanntmachung des gegenwartigen Beschlusses erweislich in geheimen oder nicht autorisierten Verbindungen geblieben oder in solche getreten sind, bei keinem offentlichen Amte zugelassen werden sollen. Trotzdem spielten Burschenschafter, aber auch Corpsstudenten bei den Aufstanden von eintausendachthundertdreißig und bei der Ausrichtung des Hambacher Festes eintausendachthundertzweiunddreißig eine grosse Rolle. Burschenschafter hauptsachlich aus Heidelberg und Wurzburg organisierten den Frankfurter Wachensturm 1833, mit dem Waffen und die Kasse des Deutschen Bundes erobert werden sollten, was zur Auslosung eines bewaffneten Volksaufstandes hatte fuhren sollen. Das Scheitern dieser Aktion, bei der es neun Tote und vierundzwanzig Verletzte unter den Aufstandischen gab, stellte einen schweren Ruckschlag fur die burschenschaftliche Bewegung dar. Die meisten Grundungsdaten heute noch existierender Burschenschaften liegen nach diesem Datum. Der Bundestag setzte eine Untersuchungskommission ein, die jahrelange, ausgedehnte Nachforschungen nach den Verschworern und ihren Hintermannern anstellte. Bis eintausendachthundertachtunddreißig schrieb diese mehr als eins Komma acht Personen zur Fahndung aus. Wegen Hochverrats wurden schliesslich 39 Personen zum Tode verurteilt, spater jedoch zu teilweise lebenslangen Haftstrafen begnadigt. In den spaten 1830er und fruhen 1840er Jahren bildete sich im Umfeld der politischen Emanzipation des Burgertums die sogenannte,,Progressbewegung" an den Hochschulen, die die studentischen Traditionen an die burgerliche Kultur der Zeit anpassen und studentische Privilegien - darunter auch die akademische Gerichtsbarkeit - abschaffen wollte. Die gesamte studentische Tradition, wie sie aus dem achtzehn Jahrhundert uberliefert worden war, wurde als nicht mehr zeitgemass empfunden. Einige Verbindungen beratschlagten uber die Aufnahme von Nichtstudenten. Das Verbindungswesen an den Universitaten stand kurz vor der Auflosung. Es bildeten sich vielfach so genannte,,Progressverbindungen", darunter heute noch existierende Turnerschaften, Sangerschaften und eine neue Art von Landsmannschaften. Aber diese neuen Zusammenschlusse konnten die bereits etablierte studentische Kultur nicht ablosen, sondern nahmen weitgehend die alten Formen wieder an. Diese Bewegung begrundete aber die noch heute neben den Corps und Burschenschaften existierende Vielfalt der Studentenverbindungen. Die burgerlichen Emanzipationsbestrebungen sollten bald in der Marzrevolution gipfeln. Dies ist eine Sammelbezeichnung fur verschiedene burgerliche Aufstande in den Landern des Deutschen Bundes, die sich von eintausendachthundertachtundvierzig bis eintausendachthundertneunundvierzig erstreckten. Die Studenten trafen sich zum Zweiten Wartburgfest eintausendachthundertachtundvierzig und im Sommer des gleichen Jahres zum Studententag in Eisenach um ihre Forderungen an die Frankfurter Nationalversammlung zu formulieren. Einer der Erfolge war die Aufhebung der Karlsbader Beschlusse inklusive der Universitatsgesetze im Jahre eintausendachthundertachtundvierzig Metternich ging ins Exil. Eine weitere wichtige Folge war die Einrichtung der Frankfurter Nationalversammlung in der Paulskirche. Unter den Abgeordneten, die hier einzogen, waren mehrere hundert Vertreter, inklusive einiger Prasidenten, die wahrend ihres Studiums in einem Corps oder einer Burschenschaft Mitglied gewesen waren. Zwar misslang die Errichtung eines Deutschen Reiches und die Inthronisierung eines Kaisers, aber die Liberalisierung liess sich nicht aufhalten. Die Entwicklung zeigte sich europaweit, auch was die Frage des Frauenstudiums betraf. eintausendachthundertneunundvierzig wurde das erste Frauencollege der Universitat London gegrundet. An der Universitat Zurich konnten bereits eintausendachthundertdreiundsechzig erste Horerinnen die Hochschule besuchen - beispielsweise studierte und promovierte dort Ricarda Huch, der dies in Deutschland nicht moglich war. In Deutschland und Osterreich sollte die Zulassung von Frauen zum regularen Studium noch mehrere Jahrzehnte dauern. An den Universitaten machte sich die Liberalisierung vor allem daran bemerkbar, dass die bis dahin verfolgten und verbotenen selbstverwalteten Zusammenschlusse der Studenten, die Studentenverbindungen, sich jetzt offen zeigen und zu ihrer Kultur bekennen konnten. Auch die ehemaligen Studenten brauchten ihre,,Jugendsunden" nicht mehr zu verheimlichen, was zu einem engeren Kontakt der Studenten zu den,,Alten Herren" fuhrte. Die ersten Stiftungsfeste wurden mit den,,Ehemaligen" gefeiert. Um dabei zu sein, reisten berufstatige Akademiker mit der neuen Eisenbahn kurzfristig fur wenige Tage in ihre alte Universitatsstadt. Die so mogliche engere Verbindung war die Basis fur die spateren Altherrenvereine. Aus verbotenen,,Untergrundorganisationen" unbotsamer Jugendlicher wurden Zusammenschlusse der akademischen Elite der Nation. Die Burschenschafterfarben Schwarz-Rot-Gold wurden sogar zu den Farben des Deutschen Bundes erklart. Von nun an entfaltete sich die ganze Vielfalt der deutschen Studentenverbindungen. Die Aufhebung der Karlsbader Beschlusse ermoglichte nun auch das Aufleben des burgerlichen Vereinswesens. Es grundeten sich die vielfach noch heute existierenden Turn- und Gesangsvereine, die auch bald nach studentischem Vorbild Kommerse und Stiftungsfeste feierten. Die ehemaligen Studenten wurden zur Elterngeneration der angehenden Studenten und erinnerten sich an den erzieherischen Wert der studentischen, demokratisch strukturierten Selbstverwaltung. Die Studentenverbindungen ubernahmen im gesellschaftlichen Konsens die ausserfachliche Erziehung der Studenten. Selbst fur die Sohne regierender Adelshauser (Preussen, Wurttemberg, Baden, Mecklenburg-Schwerin, Sachsen-Coburg-Gotha, Schaumburg-Lippe etc.) wurde es nun opportun, sich bei ihrem Aufenthalt an einer Universitat einer Studentenverbindung anzuschliessen. Dafur kamen allerdings nur nach bestimmten Kriterien ausgewahlte Corps in Frage. Die zunehmende Industrialisierung verlangte neue und hoher qualifizierte Berufe auf breiter Front. Neue Ausbildungsgange entstanden, neu gegrundete Fachschulen, etwa fur Landwirtschaft und Technik, Forst- und Bergakademien gewannen starkere Bedeutung. Sie waren Vorlaufer der heutigen Technischen Universitaten und Fachhochschulen. Auch an diesen neuen Instituten bildeten sich bald Studentenbunde, die traditionelle Verbindungsformen ubernahmen. An den Gymnasien und Oberrealschulen formierten sich Schulerverbindungen. Die,,Alten Herren" trugen die studentische Kultur offen in das burgerliche Leben hinein. So gewannen ihre Sitten zunehmend Einfluss auf Sprache und Gewohnheiten der deutschen Bevolkerung. Studentische Ausdrucke wie,,Kneipe",,,Bursche", auch Redensarten wie,,anpumpen",,,eine Abfuhr erteilen",,,in Verruf kommen " wurden Teil der Umgangssprache. Es kam in Mode, studentische Sitten nachzuahmen. So wurde sogar in den 1870er Jahren fur die Schuler weiterfuhrender Schulen nach dem Muster der Studentenmutzen so genannte Schulermutzen eingefuhrt, die die Schuler nach Schule und Klassenstufe klassifizierten - auch ohne jede Verbindungszugehorigkeit. Mit der Reichsgrundung unter der Fuhrung Preussens setzte sich die Etablierung der traditionellen studentischen Kultur als Kultur der nunmehr staatstragenden Studentenverbindungen fort. Die Studenten feierten Bismarck und Kaiser Wilhelm I. als Reichsgrunder und die Studentenverbindungen betrachteten es als Verpflichtung gegenuber dem Staat, ihren Mitgliedern eine Erziehung im Sinne des wilhelminisch-preussischen Geistes angedeihen zu lassen. Die,,Alten Herren" studentischer Verbindungen besetzten die wichtigsten gesellschaftlichen und politischen Positionen im Deutschen Reich und nahmen begeistert an den Feiern der akademischen Jugend teil, die im Kaiserreich ein Geprange annahmen, wie es bisher fur studentische Festivitaten unbekannt war. Gefallenendenkmal auf der Rudelsburg 1872, das erste studentische Denkmal Deutschlands Zunehmend bildete sich aber auch studentischer Widerstand gegen das beherrschende preussisch-protestantische Element im neu gegrundeten deutschen Reich. Angeregt durch den Kulturkampf, den Bismarck gegen die katholische Kirche in Preussen und im Reich fuhrte, schlossen sich katholische Studenten zu speziell katholischen Studentenverbindungen zusammen, die die Mensur grundsatzlich ablehnten, aber die typischen Identitatsmerkmale wie Couleur, Zirkel, Studentenwappen etc. annahmen. Besonders in den 1890er Jahren gab es zahlreiche neu gegrundete Verbindungen, die sich zum Beispiel im Kartellverband (KV) oder Cartellverband (CV) zusammenschlossen. Seit den 1890er Jahren verbreitete sich unter dem Einfluss der Jugendbewegung an den deutschen Hochschulen die so genannte Freistudentenschaft (auch: Freie Studentenschaft, Finkenschaft oder Wildenschaft). So bezeichneten sich die Zusammenschlusse der nichtkorporierten Studenten, also der Studenten, die keiner traditionellen Studentenverbindung angehoren, aber trotzdem hochschulpolitisch mitreden wollten. Die freistudentische Bewegung gilt - nach Urburschenschaft und Studentischem Progress - als dritte wichtige Reformbewegung innerhalb der Studentenschaft des neunzehn Jahrhunderts und zugleich als Wegbereiterin der heutigen studentischen Selbstverwaltung. Ihre Vertreter lehnten die alten Strukturen und Identitatssymbole grundsatzlich ab. Seit den 1890er Jahren kam es zu einer neuerlichen Grundungswelle dieser Zusammenschlusse, z. B. in Freiburg 1892, Leipzig 1896, Halle und Konigsberg 1898, Berlin und Stuttgart eintausendachthundertneunundneunzig Nach der Grundung des Dachverbands Deutsche Freie Studentenschaft im Jahre 1900 verbreitete sich die Bewegung in kurzer Zeit an nahezu allen Hochschulen des Reiches. Diese Entwicklung wurde durch den Ersten Weltkrieg jah unterbrochen. Die vaterlandisch gesinnte Studentenschaft eilte begeistert zu den Waffen, das universitare Leben kam praktisch zum Erliegen. Auch unter den Studenten forderte der Krieg einen hohen Blutzoll. Viele ehemalige Wehrpflichtige kamen desillusioniert aus dem Krieg nach Hause und stromten wieder an die Universitaten. Noch wahrend des Ersten Weltkriegs waren ernsthafte Bestrebungen unternommen worden, eine Vertretung der deutschen Studenten unter Einbeziehung aller Korporationsverbande und der nichtkorporierten Studenten zu schaffen. Nach zwei vorbereitenden Vertretertagungen in Frankfurt eintausendneunhundertsiebzehn und Jena eintausendneunhundertachtzehn wurde die Deutsche Studentenschaft schliesslich im Juli eintausendneunhundertneunzehn auf dem Ersten Allgemeinen Studententag Deutscher Hochschulen in Wurzburg als Dachorganisation der ortlichen Studentenschaften gegrundet. Die in Wurzburg versammelten Studentenvertreter, zumeist ehemalige Kriegsteilnehmer, waren nicht nur entschlossen, die Graben der Vorkriegszeit zwischen den verschiedenen studentischen Gruppierungen endlich zu uberwinden - was z. B. in der paritatischen Zusammensetzung des ersten Vorstandes zum Ausdruck kam -, sondern zudem in ihrer Mehrzahl (noch) bereit,,,auf dem Boden der neuen Staatsordnung am kulturellen Wiederaufbau Deutschlands mitzuwirken". In diesem Sinne setzte sich die DSt in ihren Anfangsjahren vorrangig fur die sozialen Belange der von Kriegsfolgen und Inflation betroffenen Studenten ein. So wurden auf dem 4. Deutschen Studententag in Erlangen 1921 die zuvor auf ortlicher Ebene entstandenen Selbsthilfevereine in der,,Wirtschaftshilfe der Deutschen Studentenschaft e. V." zusammengefasst, aus der spater das Deutsche Studentenwerk hervorging. In ihrem Erlanger Programm propagierte die DSt ausserdem die studentische Werkarbeit (vulgo: Jobben) nicht nur als Mittel zur Aufbesserung des Lebensunterhalts, sondern auch als Beitrag zur Uberwindung der uberkommenen Standesschranken zwischen Akademikern und Arbeiterschaft (siehe auch:Werkstudent). Gegen Ende der 1920er Jahre begann die Dominanz des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes (NSDStB) an den Universitaten und in der Deutschen Studentenschaft. Er war eintausendneunhundertsechsundzwanzig als eine Gliederung der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) fur Studenten gegrundet worden. Der NSDStB sollte im Auftrag der NSDAP die weltanschauliche Schulung der Studenten im Sinne der nationalsozialistischen Ideologie ubernehmen. Er war wie alle Parteigliederungen streng nach dem Fuhrerprinzip aufgebaut, kasernierte seine studentischen Mitglieder in so genannten Kameradschaftshausern und stattete sie ab 1930 mit braun gefarbten Hemden und Hakenkreuzfahne aus. In den spaten 1960er und den 1970er Jahren entwickelte sich das tertiare Bildungswesen sturmisch. Es kam zu vielen Neugrundungen von wissenschaftlichen Forschungs- und Ausbildungseinrichtungen. Bundeseinheitlich festgelegt, entstanden in der Bundesrepublik Deutschland, im Hochschulrahmengesetz (HRG) vom sechsundzwanzig Januar eintausendneunhundertsechsundsiebzig geregelt, neben den alten Universitaten ihnen statusmassig gleichgestellte Wissenschaftliche Hochschulen wie die Padagogischen Hochschulen, die sukzessive ebenfalls das volle Promotions- und Habilitationsrecht sowie universitare Verwaltungsstrukturen erhielten. Die einzelnen Landeshochschulgesetze regeln entsprechend der foderalen Struktur der Bundesrepublik Deutschland Detailfragen. Kennzeichnend fur die Wissenschaftlichen Hochschulen sind etwa der ausdruckliche Auftrag von Forschung und Lehre, der Grundlagen- wie Anwendungsforschung umfasst, die Semestergliederung, die neben den Lehrphasen "vorlesungsfreie Zeiten" fur die Forschung und deren Publikation zugesteht, sowie Deputat und Besoldungsstruktur der Hochschullehrer. Den Studenten wurden die vorlesungsfreien Zeiten fur angeleitete Forschungsbeteiligung im Rahmen ihrer Seminar-, Diplom- oder Doktoratsabschlusse, aber auch fur den Erwerb von Praktikumserfahrungen zugeordnet. An attraktiven Standorten entwickelten sich mit einer zunehmenden,,Studentenschwemme" die heute bekannten Massenuniversitaten mit ihren uberfullten Horsalen wie etwa die Universitat Munster. In vielen Fachern musste ein Numerus clausus eingefuhrt werden. Es entstanden aber auch winzige Universitaten wie etwa die Universitat Vechta und vorrangig anwendungsausgerichtete Fachhochschulen fur Studenten mit Interessenschwerpunkten im Technik-, Kunst- oder Musikbereich. Aufgrund der nach dem Zweiten Weltkrieg entstandenen Vielfalt der Bildungseinrichtungen bieten sich den heutigen Studenten Ausbildungsmoglichkeiten im tertiaren Bildungsbereich, die ihren speziellen Begabungen, ihren Personlichkeits- und Interessenstrukturen und ihrer individuellen Berufsorientierung stark entgegenkommen. 2015/16 gab es 2.759.267 Studenten, davon 1.727.513 an Universitaten und 932.531 an Fachhochschulen sowie 99.223 an Verwaltungs-, Kunst-, Padagogischen- und Theologischen Hochschulen. Rund zweiundvierzig % der Studenten waren zweitausendvierzehn weiblich. Der Anteil auslandischer Studenten an deutschen Hochschulen belief sich 2014/15 auf 11,9 % und ist seit zweitausenddrei in etwa gleichbleibend.[6] In Deutschland kostet ein Studienplatz den Staat im Mittel pro Jahr an einer Universitat acht Komma vier zwei Euro, an einer Fachhochschule drei Komma sieben zwei Euro. Die Kosten variieren zwischen den Bundeslandern zwischen fünf Komma zwei eins Euro und elf Komma drei eins Euro bzw. eins Komma neun vier Euro und vier Komma sieben fünf Euro. Ferner variieren die Kosten nach Fachergruppen zwischen neunundzwanzig Komma eins fünf Euro je Studienplatz im Bereich Humanmedizin und vier Komma zwei eins Euro im Bereich der Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Ein komplettes Universitatsstudium kostet im Durchschnitt den Staat achtundvierzig Komma sechs Euro im Diplomstudiengang, neunundzwanzig Euro fur einen Bachelor, neunzehn Komma zwei fur einen Master, an Fachhochschulen siebzehn Komma zwei fur ein Diplom, zwölf Komma fünf fur einen Bachelor, 7.900 fur einen Master. Differenziert nach Fachergruppen kostet der Abschluss der Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften vierundzwanzig Komma vier Euro, der Sprach- und Kulturwissenschaften einunddreißig Komma zwei Euro, der Naturwissenschaften zweiundfünfzig Komma fünf Euro, der Humanmedizin zweihundertelf Komma vier Euro.[7] Hinsichtlich des quantitativen Geschlechterverhaltnisses an den Universitaten gibt es grosse Schwankungen zwischen den verschiedenen Fachbereichen. In den Sozial- und Geisteswissenschaften herrscht ein Frauenuberschuss, in technischen Studienrichtungen hingegen eher ein Manneruberschuss. Siehe auchFrauenstudium. Deutschland (2007/2006) Schweiz Frauen Manner Frauen Manner Studienanfanger fünfzig % fünfzig % vierundfünfzig % sechsundvierzig % Immatrikulierte achtundvierzig % 52 % Studienabschlusse 51 % 49 % 44 % 55 % Promotionen 42 % 58 % 37 % 63 % Habilitationen 22 % 78 %

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