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Überschrift:    

Massenexperiment mit offenem Ausgang

SEO Überschriften:    

  1. h2:

    Soziale Medien und JugendlicheMassenexperiment mit offenem Ausgang

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    Partner

Lesezeit:    

22 Minutes, 6 Seconds

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Dein Artikel ist in deutscher Sprache geschrieben

Haupt Schlagwort (Thema des Artikels):    

Fake News, Entwicklung, USA

Neben Schlagwort (Nuance des Textes):    

Fake News, Entwicklung, USA

Hauptthemen des einzigartigen Inhaltes:    

Medien ✓ Orben ✓ Daten ✓ Kinder ✓ Kartoffeln ✓ Eltern ✓ sozialen ✓ Freunden ✓ Jugendlichen ✓ Mediennutzung ✓ Nutzer ✓ Stunden ✓ Entwicklung ✓ digitalen ✓ Wohlbefinden

Zusammenfassung:    

Die US-Psychologin Jean Twenge warnte 2017 in ihrem alarmierenden Buch i Gen, dass die Verbreitung von Smartphones mit steigenden Zahlen von Depressionen und Suizidalität unter Teenager-Mädchen in den USA einhergehe. Keine leichte Aufgabe: Immerhin arbeiten sie gegen große Technologie-Unternehmen an, die viel Geld investieren, um ihre digitalen Angebote noch attraktiver zu machen und den Suchtfaktor weiter zu erhöhen. Amy Orben erinnert daran, dass Neuerungen schon immer Ängste ausgelöst haben: In Griechenland wurde darüber diskutiert, ob das Schreiben die Aufmerksamkeit und die Qualität des Denkens der Jüngeren negativ beeinflusst.

Artikel Inhalt:    

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Und ich versuch immer so einen Wochendurchschnitt von 3 Stunden zu schaffen“. Ein 13-jähriger Sohn sitzt währenddessen an der Playstation in seinem Zimmer. Er grölt und lacht, während er mit seinen Freunden auf Fortnite spielt. Es gibt nichts, was ihm so viel Spaß bringt, wie dieses Computerspiel. Mein Bauch sagt mir, das ist nicht gesund. Was sagt eigentlich die Wissenschaft? Etwa 40 sogenannte Stories, also aktuelle Foto-Slideshows, werden täglich von den Freunden der beiden gezeigt. Früher wurde vielleicht auch so viel über jemanden geredet, aber da hatte man nicht ein Bild und konnte nicht sagen, haha, guck mal, wie das Bild aussieht. Jetzt wird die ganze Zeit, oh hm, wie er da aussi hat, und hmm, was er gepostet hat. Und selbst Sachen, die nur für 24 Stunden da sind, dann wird das gescreenshottet und dann bleibt das für immer. 8 Prozent der Jugendlichen sind bereits einmal Opfer von Cybermobbing geworden. Dass jemand gezielt fertiggemacht wird, haben meine Tochter und ihre Freundin noch nicht erlebt – aber die Grenzen sind fließend. Und dann ist da natürlich noch das Problem mit dem sozialen Vergleich. Am nächsten Tag sehe ich 10 Freunde, die am See chillen. Und dann bin ich so: Oh, warum bin i nicht mit meinen Freunden am See? Die US-Psychologin Jean Twenge warnte 2017 in ihrem alarmierenden Buch „iGen“, dass die Verbreitung von Smartphones mit steigenden Zahlen von Depressionen und Suizidalität unter Teenager-Mädchen in den USA einhergehe. Die Korrelation von Essen von Kartoffeln und ihrer geistigen Gesundheit hat dieselbe Größe wie die Korrelation von digitaler Mediennutzung mit der geistigen gesundheitlichen Gesundheit. Drei Umfragen unter insgesamt mehr als 350. 000 britischen und US-amerikanischen Jugendlichen. In großen Datensätzen werden diese Korrelationen natürlich signifikant und nachweisbar, aber sie sind klein. Und in einem Teil der Arbeit habe ich versucht, verschiedene Herangehensweisen zu nutzen, um dem Leser zu kommunizieren, wie klein diese Korrélationen sind. Amy Orben: „Es zeigt uns eigentlich gar nichts über die Effekte der digitalen Mediennutzung, denn es sind alles Korrelationen. Es zeigt keine Kausalität. Es könnte nun zeigen, dass wenn Kinder in reicher Haushalten groß werden, dass da weniger Kartoffeln gegessen werden. Oder in besseren Schulen, wo die Kantinen mehr auf gesunde Ernährung achten, die Kinder dann weniger Kartoffel zu sich nehmen. Die Korrelation zwischen Kartoffeln essen und negativem Wohlbefinden könnte durch eine ganz andere kausale Beziehung herkommen. Demnach zeigen Teenager, die nach eigenen Angaben mehr als 5 Stunden online verbracht haben, zu 50 Prozent häufiger depressive Symptome als Gleichaltrige, die weniger als 3 Stunden digital unterwegs waren. Die klare Korrelation zeigt sich nämlich besonders für Mädchen und besonders bei der übermäßigen Nutzung von sozialen Medien. Seit rund 15 Jahren versuchen Psychologinnen und Psychologen die Auswirkungen von digitalen Medien zu vermessen. Seitdem sind zahlreiche Studien veröffentlicht worden: weniger Langzeit-, sondern vor allem Querschnittsanalysen, die Korrelationen zeigen, keine Kausalität. In Experimenten werden Versuchsteilnehmer angehalten, ihren Social-Media-Konsum deutlich zu verringern bzw. zu erhöhen, um dann die Effekte auf ihr Wohlbefinden zu messen. Tatsächlich geht es denjenigen, die nicht vorzeitig abbrechen, mit weniger Konsum meistens besser. Während die Forschung zunächst bei Internetspielen und Social Media lag, geht es immer häufiger auch um Smartphones und digitale Medien insgesamt. Während einige Studien deutlich negative Auswirkungen finden, zeigen andere keine oder sogar positive Effekte. Die Kommunikationswissenschaftlerin Ine Beyens an der Universität Amsterdam stellte fest, dass die Nutzung sozialer Medien sich individuell ganz unterschiedlich auf die Stimmung auswirken kann. Während sich fast die Hälfte der befragten Teenager danach besser fühlte, ging es 10 Prozent eher schlechter. In großen Datensätzen wie bei Orben und Przybylski gehen die einzelnen Fälle unter, selbst wenn sie mit viel Leid für den Betroffenen verbunden sind. Und wer ist gefährdet? Orben: „Wenn über ADHS gesprochen wird, ist es sehr viel, wie können wir Plattformen designen, die er uns erlauben sich darauf zu engagieren, aber dann auch wieder davon wegzukommen. Dass durch die sozialen Medien wir alle Profile von uns selbst haben und die Leute uns soundso viele Likes gegeben haben. Computerspiele sind besonders für männliche Jugendliche extrem attraktiv. Rainer Thomasius hat in seiner beruflichen Praxis die Jugendlichen erlebt, die eine richtige Sucht entwickelt haben. Das sind schätzungsweise 3 bis 5 Prozent der Jugendlichen in Deutschland. Betroffene sind seit einem Jahr oder länger nicht mehr in der Schule gewesen. Häufig haben sie weitere psychische Probleme, so genannte Komorbiditäten, wie etwa Aufmerksamkeitsstörungen und Depression. KiGGs-Studien sehen keinen negativen Effekt - zurecht? In Deutschland führt das Robert-Koch-Institut seit 2003 im Rahmen der sogenannten KiGGs-Studien große Umfragen unter Jugendlichen durch. Dabei hat sich die psychische Gesundheit von Teenagern in Deutschland zwischen 2003 und 2017 nicht verschlechtert, sondern sogar leicht verbessert. Auch die Selbstmordrate bei den unter 20-Jährigen ist hierzulande eher leicht gesunken. Beeinträchtigungen der altersgemäßen Entwicklung im Bereich der kognitiven Funktionen, der Hirnentwicklung und der motorischen Entwicklung, der Wahrnehmungsfunktionen und auch der persönlichen Bindungsstile" Noch ist die Studienlage zu diesen indirekten Effekten nicht eindeutig. Die Pädagogin Susan Neuman formulierte bereits 1988 die „Displacement Hypothese“ und warnte davor, dass Fernsehgucken das Bücherlesen verdrängen. Amy Orben warnt vor falschen Kategorien: „Oft denkt man, eine Stunde am Bildschirm gegenüber einer Stunde mit Freunden im Feld spielen, oder eine Stunde Klavier spielen oder einer Stunde den Eltern beim Kochen helfen. Wenn man sich anschaut, was die Bausteine der Hypothese sind, hat man eine ziemlich privilegierte Sicht auf Kindheit. Und das muss man auch hinterfragen. Die meisten Jugendlichen in Deutschland werden weder süchtig noch psychisch krank durch digitale Medien. Auch ob sie langfristig in ihrer kognitiven, emotionalen und sozialen Entwicklung beeinträchtigt werden, gibt es bislang keine eindeutige Belege. Amy Orben: „Wenn wir uns wirklich an die wissenschaftlichen Fakten halten, dann wissen wir wirklich sehr wenig. Es ist fast ein Disconnect zwischen den gesellschaftlichen Fragen und den wissenschaftlichen Fragen, wie wir uns gesellschaftlich mit dem Verhalten unserer Kinder in den digitalen Medien auseinandersetzen und dem, was wir wirklich erforscht haben.“ Die Forschung hinkt der technologischen Entwicklung hinterher und bietet derzeit nur wenig Orientierung bei der Frage, wie viel Mediennutzung Jugendliche wirklich vertragen. Die Corona-Pandemie hat die Online-Nutzung von Jugendlichen noch einmal deutlich verstärkt. Die Erforschung dieser Entwicklung fängt gerade erst an. „Wäre die Effektstärke groß, wäre die Schatztruhe, die ich auf der Insel finden kann, extrem groß. Das heißt, wenn die Schatschtruhe extrem groß ist, dann brauche ich weniger Leute, die mitmachen. Dann würde ich diese Effekte sehr, sehr schnell finden“. Dabei gibt es – zumindest in Hinblick auf die Nutzung von sozialen Medien – sogar Schatzkarten, die anzeigen, wo auf der Insel man fündig werden könnte. Facebook haben die jetzt auf allen Plattformen zusammen fast 3 Milliarden Nutzer, also annähernd die Hälfte der Menschheit nutzt einen Facebook-Service. Da haben die natürlich unglaublich viele Daten, die sie über einen sehr, sehr langen Zeitraum gesammelt haben. Online-Plattformen sollten stärker mit Wissenschaft kooperieren Wie viele seiner Kollegen beklagt haben, dass auf der einen Seite die großen Technologie-Unternehmen viel für Forschung ausgeben, um das Verhalten der Nutzerinnen und Nutzer besser zu verstehen und die Plattformen zu optimieren. Auf der anderen Seite stehen unabhängige Wissenschaftler wie er, die die Daten fehlen und die Entwicklung immer hinterherlaufen. Wenn Facebook, Google, Fifa oder TikTok diese Daten freigibt und wir die ethisch und mit Datenschutz kombinieren könnten, dann könnte man wirklich weitergehen als nur zu fragen, wie wirken sich die Minuten auf dem Smartphone auf das Wohlbefinden aus? Sondern könnte viel mehr über die Entwicklung von Kindern Studien schrieben. Alle diese Nuancen könnte man besser auswerten. Orben: „Die Europäische Union ist Vorreiter in GDPR, in Datenregulierung. Die Idee, dass Daten den Nutzern gehören oder dass Nutzer ihre Daten kontrollieren könnten, da ist nur noch ein kleiner Sprung zu sagen, vielleicht könnten Benutzer ihre Daten Wissenschaftlern übergeben. Wie können wir die Daten anwenden, damit sie auch sozial etwas Positives bewirken und nicht nur von den großen Facebooks und Googles angewendet werden, um die Produkte besser zu machen“? Auf Instagram und Tiktok erhielt sie zahlreiche politische Posts. Sie schrieb: „Zum Beispiel eine Freundin von mir hat mir ein Video geschickt, das auch irgendwie über die Grünen geredet hat. Das Wahlprogramm der Grünen ist ganz einfach: ein Video anzugucken, das eine Minute dauert, von jemandem in deinem Alter, sehr einfach erklärt. Das ist natürlich einfacher als ein Wahlprogramm durchzulesen. In diesem Jahr darf sie zum ersten Mal an politischen Wahlen teilnehmen. Die Stimmungsmache in den sozialen Medien kann sie sich nicht entziehen. In einer Umfrage der „Vodafone Stiftung“ gab es einen Drittel der Jugendlichen an, Fake News nicht immer von gesicherten Informationen unterscheiden zu können. Dabei fragte ich mich, ob unsere Sorgen beim Medienkonsum zu kurz gedacht sind. Vielleicht sollten wir uns weniger um die psychische Gesundheit unserer Kinder sorgen, als um die politische Kultur, in der sie künftig leben werden. Warum soll ein solches Werkzeug, mit dem wir täglich kommunizieren, warum soll es überhaupt in privater Hand sein? Die großen Online-Plattformen sind wegen Verbreitung von Fake News unter dauerhaftem Druck geraten. Eine öffentlich-rechtliche Social-Media-Plattform, die Datenschutz und Jugendschutz ernst nimmt, bekämpft, Algorithmen transparent macht und verhindert, dass Nutzerinnen und Nutzer sich in der eigenen Blase radikalisieren. Was passiert eigentlich mit dem Wohlbefinden der Nutzer und Nutzerinnen, wenn diese Likes nicht mehr stattfinden würden? Viele solcher Designelemente gehörten auf den Prüfstand, meint der Montag. Gäbe es vielleicht weniger Druck, auf jede Nachricht sofort zu antworten, wenn keine Häkchen hätten, die den Empfang bestätigen? Ohne Vorgaben der Eltern ist die Verführung zu groß. Auch viele Computerspiele bewusst so gestaltet, dass es schwer fällt aufzuhören. Da Belohnungen locken oder man sich den Mitspieler gegenüber verpflichtet fühlt, weiterzumachen, frage ich mich, ob Teenager überhaupt eine "gesündere" Alternative annehmen würden. "Aber als Teenager will ich lieber die Variante voller Zucker und nicht das Vollkornzeug von der öffentlich-rechtlichen Variante. Man muss immer den Gold-Mittelweg finden. Ich kann ja nicht den ganz Tag Schokolade essen. Es geht ja darum, dass man die Dinge dosiert". Die Eltern sind bisher gefragt, ob sie den richtigen Zeitpunkt für das erste Handy wählen, sich für die Anwendungen, die den Kindern wichtig sind, interessieren, Inhalte einschränken und, wenn nötig, die Zeit am Bildschirm beschränken. Immerhin arbeiten sie gegen große Technologie-Unternehmen an, die viel Geld investieren, um ihre digitalen Angebote noch attraktiver zu machen und den Suchtfaktor weiter zu erhöhen. Unsere eigenen Untersuchungen zeigen, dass wir hier noch viel zu leisten haben. Denn 50 Prozent der bundesdeutschen Eltern setzen keine Zeitlimits, was die Mediennutzung der eigenen Kinder angeht. Und etwa ein Drittel der Eltern machen auch keine Vorgabe, welche Inhalte die Kinder im Netz aufsuchen dürfen. Das ist ein erschreckender Befund. In einer großen US-Studie wurde die Schädlichkeit von Tabakrauchen eindeutig nachgewiesen. Bis 2007 dauerte es bis zu einem Altersnachweis an Zigarettenautomaten in Deutschland. Die Psychiater in Deutschland weisen auf 5 Prozent der Jugendlichen hin, die von einer Internet-Abhängigkeit betroffen sind. Dabei handelt es sich nur um die besonders deutlichen Fälle. Auch wenn das Wohlbefinden von Jugendlichen durch hohe Internetnutzung nur gering leidet, nehmen Einzelne sehr wohl Schaden. Viele Probleme von Jugendlichen haben möglicherweise ganz andere Ursachen, weil sie beispielsweise unter Leistungsdruck, Zukunftssorgen oder – mitunter auch – dem Perfektionismus der Eltern leiden. In Griechenland wurde darüber diskutiert, ob das Schreiben die Aufmerksamkeit und die Qualität des Denkens der Jüngeren negativ beeinflusst. Dass die Digitalisierung immer stärker und allumfassender wird, müssen wir uns deswegen auseinandersetzen. Es wird dauern, bis die Wissenschaft sagt kann, unter welchen Umständen digitale Medien Jugendliche schaden. Und weil die Lobby hinter den Plattformen mächtig ist, wird es noch länger dauer, bis das Politikmaßnahmen umsetzen, mit denen wir sie schützen können. Bis dahin nehmen wir alle an einem Massenexperiment teil – mit offenem Ausgang. Und das Internet, naja, das besorgt uns jetzt nicht mehr besonders. Oder ob wir sagen werden, ja dieser Zeitpunkt war wirklich wichtig, um zu verstehen, was jetzt anders ist und warum wir uns Sorgen machen müssen.
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https://www.deutschlandfunk.de/soziale-medien-und-jugendliche-massenexperiment-mit-offenem-100.html

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